Analyse mit Klartext TV-Experte Khedira stellt Borussia ein desolates Zeugnis aus

Köln · Sami Khedira hat das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln als TV-Experte begleitet. Der 35-Jährige nahm bei „Dazn“ kein Blatt vor den Mund und kritisierte die Leistung der Gladbacher scharf. Was Khedira besonders missfiel und in welchem Punkt er Daniel Farke konterte.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik zum Derby gegen Köln
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Köln - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Marius Becker

23 Derby-Minuten genügten Sami Khedira am Sonntag, um sein Urteil über den Gladbacher Fußball zu fällen. „Es ist so lethargisch, so langsam. Die Ballverluste sind kein Zufall. Für meinen Geschmack sieht Bundesligafußball anders aus“, sagte Khedira, der als TV-Experte beim Streamingdienst „Dazn“ das Duell zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach begleitete.

Köln war dem Führungstreffer zu diesem Zeitpunkt näher als Gladbach, das sich gegen eine engagierte Heimelf fehleranfällig und ideenlos zeigte – ein Muster, das in dieser Saison bei der Mannschaft von Trainer Daniel Farke häufig zu beobachten ist. „Man sieht oft, dass sie immer das gleiche machen. Sie wollen immer über den rechten und linken Außenverteidiger spielen. Und dann? Wer den Ball hat, ist ein bisschen die ärmste Sau“, sagte Khedira und schob nach: „Es ist ein Ball-Hin- und Hergeschiebe ohne wirkliche Lösungen.“

Tatsächlich erspielte sich Gladbach in der ersten Halbzeit aus dem Spiel heraus keine nennenswerte Torchance, die Offensive um Marcus Thuram, Florian Neuhaus, Kapitän Lars Stindl und Jonas Hofmann wussten die Kölner mit guten Laufwegen und einer entsprechenden Zweikampfhärte leicht zu verteidigen. Statt des erhofften Highlight-Spiels wurde das Derby für Borussia zu einer Enttäuschung, schon vor dem Anpfiff hatte sich Khedira über die schwankenden Leistungen der Borussia in dieser Saison gewundert. „Da stelle ich mir manchmal die Frage: Wollen sie nicht oder was sind die Gründe? Sie haben Ausreißer nach oben, aber zeigen dann auch wirklich katastrophale Leistungen. Die Hochs und die extremen Tiefs sind für mich nicht zu erklären.“

Borussia Mönchengladbach: Fan-Reaktionen zum 0:0 im Derby gegen Köln
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So haben Borussia-Fans das Derby gegen Köln gesehen

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Farke war nach dem 0:0 im Derby darauf bedacht, die bessere zweite Hälfte hervorzuheben, wenngleich auch er seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten kein gutes Spiel attestierte. Als Farke anführte, dass der Abwärtstrend der vergangenen Jahre (Platz vier, Platz acht, Platz zehn) nicht so leicht zu stoppen sei und man nicht vergessen dürfe, welche Spieler (Yann Sommer, Matthias Ginter, Denis Zakaria, Breel Embolo) den Klub in den vergangenen Monaten verlassen hätten, argumentierte Khedira: „Das hat nichts mit der Vergangenheit zu tun, sondern der Einstellung heute.“ Der 35-Jährige bezog sich dabei auf die Passivität von Farkes Team, die auf die beiden Gladbacher Torchancen zu Beginn der zweiten Hälfte folgte.

Lobende Worte fand Khedira stattdessen für den Gegner, sagte zu Kölns Trainer Steffen Baumgart: „Schade, dass ihr euch nicht belohnt habt. Aus neutraler Sicht war Köln klar besser.“ Dabei nannte der Weltmeister von 2014 und Ex-Profi von Real Madrid die Punkte, die im Derby den Unterschied gemacht hätten. „Fußball gespielt, aktiv gewesen, Zweikampfführung, Laufleistung“, sagte Khedira. Denn während Borussia nur 111,8 Kilometer lief, spulte der FC als laufstärkstes Team der Bundesliga 118,2 Kilometer ab – und gab Khedira damit nicht nur in diesem Punkt seiner Kritik Recht.

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