Borussia: Säumel gefällt Borussia, Luhukay will Euphorie

Borussia : Säumel gefällt Borussia, Luhukay will Euphorie

Ob Jürgen Säumel Borussias 1:1 beim 1. FC Köln gesehen hat, ist nicht bekannt. Doch der Österreicher dürfte gesteigertes Interesse am Wohl und Weh des Zweitliga-Tabellenführers haben. Denn der 23-Jährige könnte schon bald selbst ein Borusse sein.

Sportdirektor Christian Ziege bestätigte gestern, dass der Mittelfeldspieler (ein "Sechser" mit Offensivqualitäten), derzeit noch bei Sturm Graz angestellt, Ende März mit seiner Freundin zwei Tage in Gladbach weilte — auf Einladung Borussias.

"Das Umfeld und das Stadion haben mich sehr beeindruckt", erzählte Säumel nun der "Grazer Woche". Ein offizielles Angebot gebe es noch nicht, so Ziege. Doch die Tatsache, dass Säumel schon im Borussia-Park war, "zeigt doch, dass wir sehr interessiert sind. Er ist Nationalspieler, im Sommer ablösefrei und ein guter Fußballer", so Ziege. Das beiderseitige Wohlgefallen deutet darauf hin, dass Säumel möglicherweise bald zu mehr als nur einem Kurzbesuch nach Gladbach kommt.

Verkettung unschöner Umstände

Umso mehr dürfte er sich geärgert haben, dass es am Montag nichts wurde mit einem Sieg. Denn Borussia stand schon mit einem Bein in der Bundesliga. Sie führte nach einer ausgezeichneten Vorstellung und dem Tor von Sascha Rösler 1:0 beim 1. FC Köln, als die Spielzeit bereits abgelaufen war.

Neun Punkte Vorsprung wären es gewesen und wohl fast der Aufstieg, hätte es nicht in der Nachspielzeit den unberechtigten Elfmeter gegeben, den Patrick Helmes zum 1:1 nutzte. Als Kölns Fans die nach dem St. Pauli-Spiel geklaute Fahne zeigten und zerfetzten, drehten Borussias Anhänger (einige wenige zumindest) durch: sie zündeten bengalische Feuer.

"Ohne Fahne keine Randale, ohne Randale keine Nachspielzeit, in der wir den Ausgleich kassiert haben", ärgerte sich Linksverteidiger Alex Voigt über die Verkettung unschöner Umstände. Soweit die sportlichen Konsequenzen.

Weitere werden wohl folgen: Der Kontrollausschuss des Deutsche Fußball-Bundes ermittelt. Es könnte eine Strafe bis zu 40.000 Euro geben. "Fakt ist, dass die Fans Borussia massiv geschadet haben", hieß es in einer Stellungnahme, die der Verein gestern auf seiner Internetseite veröffentlichte. Borussia appellierte an die Fans, sich künftig wieder als solche zu verhalten: "Wir brauchen die Fans — zur Unterstützung und nicht zur Eröffnung von Nebenkriegsschauplätzen."

Trainer Jos Luhukay fordert sogar, dass "jetzt eine Euphorie und Dynamik in Mönchengladbach entsteht. Ich hoffe, dass wir Sonntag gegen Fürth auch 50.000 Zuschauer haben, genauso in den restlichen Heimspielen. Wir brauchen doch im Prinzip nur die Heimspiele gewinnen, dann haben wir einen sicheren Aufstiegsplatz. Dazu benötigt die Mannschaft die absolute Unterstützung."

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2. Bundesliga: Köln - Gladbach

(RP)