Borussia: Reus für Borussia bei Borussia

Borussia: Reus für Borussia bei Borussia

Masse Mensch in Gelb und Schwarz: Das ist die Südkurve des Dortmunder Stadions, die steil emporsteigt. Marco Reus hat dort schon gestanden, damals, als er noch in Dortmund, seiner Heimatstadt, lebte, und als Jugendlicher für den Ballspielverein Borussia kickte.

Er hat auch schon auf dem Rasen der riesigen Arena an der B1 gespielt. Es war ein Vorspiel. Heute spielt er wieder in der Heimat des Klubs, für den er früher schwärmte. Mit dem Ziel, als Sieger zurückzufahren nach Mönchengladbach. Für die dort ansässige Borussia spielt er jetzt. Und zwar richtig gut.

Vier Tore hat der Geschwindigkeitsfußballer bislang erzielt und vier vorbereitet. Eine gute Quote für einen 20-Jährigen, der in der vergangenen Saison noch in der Zweiten Liga bei Rot Weiss Ahlen spielte. Beim BVB haben sie Marco Reus 2006 ausgemustert, weil er zu schmächtig war. Am Samstag (18.30 Uhr im Live-Ticker) will er der gelben Wand im Süden und den 80.000 Menschen im Stadion zeigen, dass dies eine falsche Diagnose war.

Die Innenbandprobleme, die ihn zur Absage des U21-Spiels gegen Island nötigten, hat er überwunden. "Einem Einsatz steht nichts im Weg", versichert Gladbachs Trainer Michael Frontzeck. So wird Reus heute wieder mit Juan Arango die Flügelzange der niederrheinischen Borussia bilden.

Früher hat Reus Tomas Rosicky, dem einstigen Dortmunder Zauberspieler, gern zugeschaut. Heute hat er selbst etwas von der Art und Weise, wie der Tscheche spielt: schnell, kreativ und nach vorn. Dass Reus nebenbei auch taktisch gut arbeitet und die Defensive nicht vernachlässigt, imponiert nicht nur Michael Frontzeck, seinem Trainer.

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Der hat als Profi immer gern in Dortmund gespielt, "als das Stadion nur halb so groß war". Damals gewann Gladbach oft beim BVB, doch der letzte Sieg liegt nun schon zwölf Jahre zurück. Und auch dieses Mal ist der Gast Außenseiter.

"Dortmund hat große Ziele. Es wird schwierig für uns. Es ist eine schöne Herausforderung", sagt Frontzeck. So sieht es auch Filip Daems, sein Kapitän. Er machte am 29. Januar 2005 sein erstes Spiel für Gladbach im früheren Westfalenstadion. Das 1:1, das damals heraussprang, wäre auch jetzt ein respektables Ergebnis für den Belgier und seine Kollegen.

Das Hinspiel, das der BVB im Borussia-Park 1:0 gewann, sei ein wegweisendes Spiel für beide Klubs gewesen, sagt Frontzeck. Der BVB siegte sich damit aus der Krise. Dortmunds Stürmer Lucas Barrios schaffte sein erstes von nun elf Saisontoren. Frontzeck sah damals "unser fußballerisch schlechtestes Spiel". Danach zog er die richtigen Schlüsse. Das nun erfolgreiche 4-4-2-System ist seither fix, das Team fand in den folgenden Wochen seinen Rhythmus.

Reus spielt eine gute Rolle dabei. Wie sein Kumpel Kevin Großkreutz beim BVB. Auch der spielte in Dortmunds Jugend, ging dann nach Ahlen und ist nun erneut Borusse in Dortmund. Als Fan sei Großkreutz fanatischer gewesen als er, sagt Reus. Schafft er es mit seiner Borussia, dem BVB zu trotzen, wird das Großkreutz also doppelt ärgern.

(RP)