Relegation: 2011 rettete sich Borussia Mönchengladbach gegen VfL Bochum

2011 war Bochum Gladbachs Union Berlin : Erinnerung an Borussias Relegations-Rettung

Am Donnerstagabend ist das erste Relegations-Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Union Berlin. Vor acht Jahren waren Gladbach und Bochum dabei. Borussia setzte sich durch.

Am Donnerstag ist Relegation. Vor acht Jahren waren die Borussen dabei. Sie spielten die Rolle des VfB Stuttgart, also des Erstligisten, der nur verlieren kann. Schaut man aus Fan-Sicht auf die beiden Endspiele des VfB gegen den 1. FC Union Berlin, könnte man sagen: Stuttgart, das war zuletzt zweimal schrecklich. Es gab zwei 0:1-Niederlagen gegen kriselnde VfB-Teams, die jeweils kürzlich den Trainer gewechselt hatten. Und die Leistungen der Borussen waren, nett gesagt, bescheiden.

Aber: Auch der Name Union Berlin ist in Gladbach verknüpft mit einer traurigen Erinnerung. Es war 2001, die Borussen waren Zweitligist. Aber gut dabei im DFB-Pokal. Sie hatten es ins Halbfinale geschafft durch Siege bei LR Ahlen (2:1), gegen den 1. FC Kaiserslautern (5:1), den 1. FC Nürnberg (1:0) und beim MSV Duisburg (1:0). Der kleine Klub aus dem Berliner Stadtteil Köpenick und beheimatet im Stadion an der Alten Försterei war Drittligist, also der Underdog.

Borussia führte 2:1, weil Arie van Lent zweimal traf und damit nach der Berliner Führung die Borussen auf die Siegerstraße brachte. Doch Steffen Menze glich nochmal aus, in der Verlängerung geschah nichts mehr und es ging ins Elfmeterschießen. Da verschossen van Lent, derzeit U23-Trainer, und der jetzige Sportdirektor Max Eberl. Um 23.06 verwandelte dann Ronny Nicol den entscheidenden Elfmeter vorbei an Torwart Uwe Kamps zum 6:4-Endstand. Union stand im Finale, Borussia war raus. Sie hatte zwar ihre Reise nach Berlin gehabt in jener Pokalsaison, aber eben nicht die, die es hätte sein sollen.

Stuttgart oder Union – was Gladbach angeht gibt es also keine wirkliche Präferenz. Wobei gerade die Romantiker unter den Fans die kultige Reise nach Köpenick bevorzugen würden. Alle Borussen jedoch werden am Donnerstagabend, wenn der VfB versucht, ein brauchbares Ergebnis für das Rückspiel in der Hauptstadt hinzukriegen, an Bochum denken.

Bochum war Borussias Union Berlin. Bochum forderte 2011 den 16. der Bundesliga als Dritter der Zweiten Liga heraus. Und machte es gut. 0:0 stand es, als das Spiel eigentlich schon vorbei war. Die dritte Minute der Nachspielzeit lief, als Geschichte geschrieben wurde: Der weite Einwurf Havard Nordtveits, das Geflipper im Strafraum, dann der seltsame Schuss des erst in der 67. Minute eingewechselte Igor de Camargo und schließlich der brachiale Jubel des Borussia-Parks über den 1:0-Siegtreffer. Ein 1:1 in Bochum rundete die Relegations-Rettung ab.

Seither gab es keine Abstiegsangst mehr in Gladbach, Borussia war immer einstellig und schaffte nun zum vierten Mal die Europa-Qualifikation. Die Relegation ist nicht nur acht Jahre her, sondern auch tabellarisch weit weg. Und auch darum eine schöne Erinnerung.

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