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Ramy Bensebaini von Gladbach zum BVB: Transfer wäre ein Türöffner

Fohlenfutter-Gerüchtecheck : Wechsel wird konkreter - Bensebaini zum BVB wäre Gladbachs Türöffner

In den vergangenen Transferperioden gab es immer wieder Gerüchte um Klubs, die Ramy Bensebaini gerne verpflichten würden. Nun wird es konkret zwischen dem Algerier und dem BVB. Warum die gesamte Konstellation Sinn ergeben würde – vor allem für Gladbach.

Das Gerücht
Konkreter ploppte das Thema erstmals vor drei Wochen auf: „Foot Mercato“, die französische Version des Portals „fussballtransfers.com“, meldete, dass Borussia Dortmund gesteigertes Interesse an einer Verpflichtung von Ramy Bensebaini habe. Kontakte mit Gladbachs Linksverteidiger seien bereits aufgenommen worden sein, Bensebaini selbst strebe im Sommer einen Wechsel an. Damals war noch die Rede von 20 Millionen Euro Ablöse – doch das war zu hoch gegriffen. Nun berichtet die „Sport Bild“ von einem bevorstehenden Wechsel für zwölf Millionen Ablöse. Neun kostete der Algerier vor drei Jahren.

Die Situation
Der BVB will Nico Schulz loswerden und greift hinten links meist auf Raphael Guerreiro zurück, der nun auch gehen soll. Sportdirektor Sebastian Kehl, der erstmals federführend den Kader für eine Saison plant, ist somit fast zu wünschen, dass ein Typ wie Bensebaini auf seinem Einkaufszettel steht. In Dortmund würde es zum Wiedersehen mit Marco Rose kommen, unter dem Bensebaini 2019 nach seinem Wechsel von Stade Rennes in der Bundesliga debütierte. Auf dem Radar hatte Gladbach ihn allerdings schon länger.

Dass Bensebainis Vertrag nach jetzigem Stand in einem Jahr ausläuft, macht ihn automatisch zum Verkaufskandidaten. Während Manager Roland Virkus in einem „Kicker“-Interview betonte, dass er mit Torwart Yann Sommer und Jonas Hofmann unbedingt verlängern will und die Angreifer Marcus Thuram, Alassane Plea und Breel Embolo nicht zwingend abgeben möchte, gibt es bezüglich Bensebaini keinerlei Verlautbarung in dieser Form. Ohne einen Namen zu nennen, verkündet Virkus sogar: „Bei einem gibt es den Wunsch, dass er gehen möchte.“

Neben Florian Neuhaus kam in diesem Kontext nur Bensebaini in Frage. Der spielt, sofern er gesund und einsatzbereit ist, unter Trainer Adi Hütter zwar immer. Allerdings hat Virkus‘ Vorgänger Max Eberl im vergangenen Sommer in Luca Netz bereits einen möglichen Nachfolger verpflichtet und Bensebainis Leistungen schwanken seit geraumer Zeit erheblich.

Die Einschätzung des RP-Reporters
„Foot Mercato“ war als Quelle mit Vorsicht zu genießen, weil die Streuung groß ist. In diesem Fall skizzierte das Portal aber ein alles andere als abwegiges Szenario. Der Bericht der „Sport Bild“ wird nun noch konkreter, sprich: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Bensebaini zum BVB geht.

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Viele Gladbach-Fans erinnerten sich bei Meldungen wie dieser gleich an folgendes Versprechen: „Wenn Marco Rose sagt, er nimmt keinen Spieler mit zu Borussia Dortmund, dann nimmt er keinen Spieler mit zu Borussia Dortmund. Fertig, aus.“ Roses Verzicht-Schwur aus dem Februar 2021 galt jedoch nur für die folgende Transferperiode.

Dortmunds Bemühungen um Bensebaini passen zur Transferstrategie des designierten Vizemeisters, der sich am allerliebsten bei Klubs bedient, die in der Bundesliga-Nahrungskette etwas niedriger anzusiedeln sind. Für die Innenverteidigung wurde am Montag Nico Schlotterbeck aus Freiburg verpflichtet, und wer weiß, ob im Falle eines Abgangs von Schulz und Guerreiro nicht jetzt Neu-Nationalspieler David Raum aus Hoffenheim interessant wird.

Gladbach wiederum hat mit dem Netz-Transfer vorgesorgt, auch der zwischenzeitliche Shootingstar Joe Scally kann auf der Seite spielen. In Hannes Wolf tut sich sogar eine überraschende Alternative auf, da der Österreicher die Position des linken Schienenspielers öfter bei Swansea City bekleidet. Zwar half Bensebaini in dieser Saison häufig in der Dreierkette aus, diese wegfallende Back-up-Option dürfte Borussia aber anderweitig auffangen.

Ist er fit und fokussiert, zählt Bensebaini auf seiner Position zu den Besten der Bundesliga. Aber für den anstehenden Umbruch müssen dringend Transfererlöse erzielt werden. Selbst zwölf Millionen Euro Ablöse wären ein willkommener Türöffner für eigene Aktivitäten. Gladbach kann es sich nicht erlauben, bis weit in die Vorbereitung hinein abzuwarten.

Nach Marco Reus (2012), Mo Dahoud (2017) und Thorgan Hazard (2019) erneut einen Topspieler an einen zumindest zwischenzeitlichen Konkurrenten zu verlieren, wäre sicherlich nicht wünschenswert. Allerdings ist nicht zu verachten, wie viel Gewinnbringendes Gladbach mit den 60 Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren vom BVB überwiesen wurden, anstellen konnte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alle Transfers zwischen Gladbach und dem BVB