Erstes Spiel beim Afrika-Cup Algerien und Bensebaini verzweifeln am gegnerischen Torwart

Mönchengladbach · Gegen Sierra Leone hat sich Algerien im ersten Spiel beim Afrika-Cup mit einem 0:0 begnügen müssen. Der Titelverteidiger um Ramy Bensebaini bleibt allerdings auf Weltrekord-Kurs. Wie Borussias Linksverteidiger sich über 90 Minuten präsentierte.

Ramy Bensebaini diskutiert beim 0:0 Algeriens gegen Sierra Leone mit Farid Boulaya.

Ramy Bensebaini diskutiert beim 0:0 Algeriens gegen Sierra Leone mit Farid Boulaya.

Foto: AFP/CHARLY TRIBALLEAU

Wenn eine Szene sinnbildlich für den Spielverlauf stehen soll, könnte man diese nehmen: Ramy Bensebani verunglückte in der 62. Spielminuten an der Außenlinie eine Flanke. Der Algerier, der mit seiner Nationalmannschaft am Dienstagnachmittag das erste Gruppenspiel des Afrika-Cups gegen Sierra Leone bestritt, beugte sich danach weit über die Werbebande hinter dem Tor. Der Ärger über die Aktion und das bis dato harmlose Spiel seiner Mannschaft stand Borussias Linksverteidiger in diesem Moment ins Gesicht geschrieben.

Kurz darauf reagierte Algeriens Nationaltrainer Djamel Belmadi mit einem Dreier-Wechsel, Bensebaini durfte allerdings auf dem Feld bleiben. Der Gladbacher hatte zu Beginn zweimal im Mittelpunkt gestanden. Erst ließ er in der fünften Spielminute über seine Seite die Hereingabe zur ersten guten Chance Sierra Leones zu, die allerdings am Tor vorbeizischte, dann musste Bensebainis Gegenspieler nach einem Zusammenprall im Kopfballduell behandelt werden.

Beobachtet haben dürfte das Geschehen in Kamerun auch Borussias Trainer Adi Hütter, der am Dienstag nach dem Training sagte: „Ich interessiere mich natürlich für die Ergebnisse des Afrika-Cups. Dass Ramy aktuell nicht da sein würde, wussten wir ja schon länger. Ich gehe auch davon aus, dass Algerien um den Titel mitspielen wird, weil sie eine sehr gute Mannschaft haben", so Hütter.

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Im Verlauf der Partie erspielte sich Algerien klare Vorteile, hatte zeitweise sogar mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Ein Tor wollte den Titelträgern von 2019 dabei aber nicht gelingen. Bensebaini hatte in der Nachspielzeit sogar noch die große Chance, für den Sieg zu sorgen. Nachdem er seinen Gegenspieler stehen ließ, konnte er von links in den Strafraum ziehen, scheiterte dann aber mit seinem schwächeren rechten Fuß aus rund zehn Metern an Mohamed Kamara, dem Torhüter Sierra Leones.

An Kamara waren zuvor schon Bensebainis Mitspieler verzweifelt. 19 Torschüsse gaben sie ab, kein einziger landete im Netz. So blieb Algerien erstmals seit Oktober 2018 ohne Treffer. Auch aus den zehn Eckbällen (beim Gegner waren es zwei), bei denen Bensebaini stets im gegnerischen Strafraum auftauchte, konnte Algerien nichts machen. Während Sierra Leone nach dem Abpfiff den überraschenden Punktgewinn feierte, sank ein Teil der Algerier enttäuscht zu Boden.

Gelegenheit, es besser zu machen, gibt es für Bensebaini und Co. am Sonntag. Dann steht um 20 Uhr das zweite Gruppenspiel gegen Äquatorialguinea an, ehe es am 20. Januar (17 Uhr) zum Gruppenfinale gegen die Elfenbeinküste kommt. Immerhin: 35 Spiele lang sind die Algerier nun ungeschlagen, länger gelang dies nur Weltrekordhalter Italien, dessen Serie im vergangenen Herbst zu Ende ging.