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Borussia Mönchengladbach: Pyrotechnik in Körperöffnungen versteckt

Borussia Mönchengladbach : Pyrotechnik in Körperöffnungen versteckt

Trotz aller Kontrollen gelangen Feuerwerkskörper weiterhin in die Stadien - teils auf kuriosen Wegen.

Es waren nicht ein oder zwei vereinzelte Fackeln, die da brannten, Kölner Anhänger zündeten in ihrem Block im Borussia-Park gleich eine ganze Batterie an Pyrotechnik und Knallkörpern. Vor diesem Hintergrund stellt sich einmal mehr die Frage: Wie schleusen die Betreffenden eigentlich diese Dinge durch die Sicherheitskontrollen am Eingang?

"Es gibt halt Leute, die bereit sind, Pyrotechnik in Körperöffnungen ins Stadion zu schmuggeln. Und die Pyrotechnik selbst wird leider immer kleiner", sagt Matthias Neumann von der Leitung des Ordnungsdienstes bei Borussia Mönchengladbach.

Was Zollfahnder bei Drogenschmugglern schon länger kennen, ist inzwischen also längst auch in punkto Pyrotechnik ein "Transportweg" geworden: die Darmöffnung. Und Fans in großem Stil vor einem Spiel zu entkleiden und nicht nur äußerlich abzutasten, sei halt nicht machbar. "Wir haben nach menschlichem Ermessen die Fans so durchsucht, wie wir konnten, wir hatten gemeinsam mit der Polizei sogar ein eigenes Zelt für Durchsuchungen eingerichtet", sagt Neumann. Doch der Kreativität derer, die Pyrotechnik in ein Stadion schmuggeln wollen, sind kaum Grenzen gesetzt. Bayer Leverkusen bekam 2010 den Hinweis, dass weibliche Fans von Eintracht Frankfurt Pyrotechnik im BH schmuggeln würden. 2011 brachten Bremer Anhänger dann Pyrotechnik in Gehhilfen in die BayArena.

Diese so genannten Bengalischen Fackeln brennen bis zu 1500 Grad heiß und können bei Körperkontakt schwerste Verbrennungen auslösen. Beim Spiel des VfL Bochum gegen den 1. FC Nürnberg erlitten im Februar 2010 zwei Personen im Gästeblock ebensolche Verletzungen und mussten in eine Spezialklinik gebracht werden, nachdem Nürnberger Anhänger kurz vor dem Anpfiff Pyrotechnik gezündet hatten.

Die Kölner hatten es am Samstag in Gladbach nicht dabei belassen, im Block selbst die verbotenen Fackeln zu entzünden, sondern hatten sie zudem in Richtung Spielfeld geschossen. Die Vereine versuchen, über Kamerabilder diejenigen, die Pyrotechnik zünden, zu identifizieren, so dass sie strafrechtlich verfolgt werden können.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kölner Fans zünden Bengalos beim Derby gegen Borussia

(RP)