Borussia Mönchengladbach: Peniel Mlapa — eine Option für die Startelf?

Borussia Mönchengladbach : Peniel Mlapa — eine Option für die Startelf?

Der Stürmer belebte nach seiner Einwechslung in Braunschweig Borussas Angriffsspiel. Er traf, aber das Tor zählte nicht. Doch er hat sich empfohlen. Vergangene Saison holte er gegen Augsburg den entscheidenden Elfmeter heraus.

Peniel Mlapa hat alles richtig gemacht. Nach dem Pass von Lukas Rupp startete er im richtigen Moment, schaute kurz und schob den Ball dann am Braunschweiger Torhüter Daniel Davari vorbei ins Tor. Doch sein Jubel endete abrupt. Der Linienrichter schwenkte seine Fahne — Abseits. Zu Unrecht. "Ich habe nach dem Spiel zu ihm gesagt, dass im Zweifel doch für den Stürmer entschieden wird. Doch er hat mir gesagt, dass er in der Situation keine Zweifel hatte", berichtete Mlapa. Kein Tor, kein Gladbacher 2:1-Sieg. "Schade, es wäre toll gewesen, den Siegtreffer zu machen", sagte Mlapa.

Mlapa belebt die Offensive

Dennoch: Er hat dieses Tor erzielt. Und zuvor knapp einen Kopfball verpasst, der vielleicht auch im Tor gelandet wäre. Mlapa belebte Borussias Angriffsspiel spürbar, wie auch Lukas Rupp, der ebenfalls eingewechselt wurde. Trainer Lucien Favre wird das registriert haben und sich nun seine Gedanken machen. Nicht nur darüber, wer denn nun, da Granit Xhaka und Christoph Kramer gesperrt sind, am Samstag gegen Augsburg neben Havard Nordtveit den zweiten Sechser gibt. Sondern auch darüber, ob Peniel Mlapa nicht mal einen Einsatz von Beginn an verdient hat.

Mlapa jedenfalls hat in diesem Jahr schon mehrfach nachgewiesen, dass er bereit ist. Er hat immer etwas bewegt, wenn er ins Spiel kam. Drei Tore schoss er in der Vorbereitung und eines in der Liga, in Hannover beim 1:3. Ein Kopfballtor war es nach einer Flanke von Amin Younes. Ein Tor mit Wucht, erzielt in bester Mittelstürmer-Manier. Das Nicht-Tor in Braunschweig war schon eher eines nach dem Gusto von Favre: Mlapa fand die Tiefe, stürmte hinein und traf.

Mlapas Treffer in Hannover war für Borussias Fans immerhin das zweitschönste der Gladbacher im Februar. Dass 80 Prozent derer, die bei der gemeinsamen Aktion von Borussia, deren Hauptsponsor Postbank und der Rheinischen Post mitmachten, für den feinen Heber von Patrick Herrmann votierten, der das 1:0 gegen Hoffenheim (2:2) brachte, kann Mlapa indes nachvollziehen. "Das war ein super Tor von Flaco", sagte Mlapa. Platz drei bei der Wahl ging an Raffaels Treffer zum 1:0 in Bremen (1:1). Im Januar lag Mlapa noch vorn mit seinem Tor im Testspiel gegen Istanbul.

Konkurrenz schwächelt

So etwas nimmt er gern mit und sieht es als Bestätigung seiner Arbeit. Doch vor allem will er eines: spielen — und das möglichst von Anfang an. In der Hinrunde war er Lichtjahre entfernt vom Kader, saß meist auf der Tribüne. Nun jedoch dürfte er nah dran sein. Denn die, die im ersten Teil der Saison nach Belieben trafen, schwächeln weiterhin. Max Kruse hatte auch in Braunschweig kein Glück, sein Schussversuch kurz vor Schluss landete am Pfosten. Raffael erzielte als Eckenschütze das kuriose 1:0, Branimir Hrgota hatte zwei Großchancen, die er ungenutzt ließ und Herrmann, eine Woche zuvor noch Traumtor-Schütze, kam nicht so recht ins Spiel. Möglich also, dass sich Favre für die anstehende Aufgabe gegen die unangenehmen Augsburger eine neue Offensiv-Variante ausdenkt, wohl nicht systemisch, aber personell. Vielleicht ist Mlapa dabei eine Option. Die Historie kann als Plädoyer dafür herangezogen werden. Vergangene Saison hatte Mlapa seinen ersten Startelf-Einsatz als Borusse ebenfalls gegen Augsburg, damals im Zweierangriff an der Seite von Mike Hanke — und holte den Elfmeter heraus, den Filip Daems zum 1:0-Sieg verwandelte.

Mlapas Problem: Favre sieht ihn nur als zentrale Spitze. Und als solche ist Kruse gesetzt. Wenn Mlapa, der jedoch bei 1860 München und in Hoffenheim in einem Dreierangriff auch Flügelstürmer war, aber reinkommt, rückt Raffael auf die rechte Seite. Wie in Braunschweig. Das könnte auch mal eine Variante für den Anfang sein. Borussia braucht dringend einen Sieg. Dafür braucht sie Tore. Und Mlapa ist torgefährlich. Das hat er in Braunschweig nachgewiesen, auch wenn sein Treffer der Fehleinschätzung des Linienrichters zum Opfer fiel.

(RP)