Nur fünf Torschüsse beim SC Freiburg: So harmlos war Borussia noch nie in dieser Saison

Nur fünf Torschüsse in Freiburg: So harmlos war Borussia noch nie in dieser Saison

Die Gladbacher Versuche beim 0:1 gegen Freiburg ließen sich an einer Hand abzählen. Bitter war der Abend vor allem für die 2500 mitgereisten Fans, die sich unter der Woche auf den Weg in den Breisgau gemacht hatten.

Sinnbildliche Verspätung

Nach einer knappen Stunde schien die Technik an ihre Grenzen zu stoßen. Hatte der SC Freiburg sie kaputtgelaufen? Jedenfalls wurden plötzlich keine Laufdaten mehr erfasst, doch etwa vier Kilometer mehr auf dem Zähler als Borussia verdeutlichten bis dahin, warum einige Gladbacher später sagten, Freiburg habe ihnen "den Schneid abgekauft". In der Zweikampfbilanz ging es für die Gäste nach der Pause immerhin noch hoch von 40 auf 46 Prozent. Doch der Gegner presste sich zu einem verdienten Sieg. Dass Borussia schon vor dem Spiel zu spät kam, weil sie im Stau feststeckte, war von daher ein passendes Bild.

Chancen für gerade einmal 0,22 Tore

Zur Erinnerung: Selbst bei den Klatschen gegen Dortmund (1:6) und Leverkusen (1:5) hatte Gladbach Chancen für zwei, drei Tore. Von daher wurden die bisherigen Tiefpunkte der Hinrunde, neben dem 0:1 gegen Frankfurt, in Freiburg zumindest offensiv unterboten. Nur fünf Torschüsse hatte Borussia, deren Zeitpunkte sich deshalb locker aufzählen lassen: 27., 29., 38., 69. und 77. Minute. Dagegen kam Freiburg in drei verschiedenen Spielminuten je zweimal zum Abschluss. 0,22:1,57 "Expected Goals", also zu erwartende Tore, machte das unterm Strich aus Gladbacher Sicht - der schlechteste Wert der Saison, die größte Unterlegenheit nach dem Dortmund-Spiel.

Dieter Hecking mit 54 Punkten in 34 Spielen

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Ein Bundesligaspiel in diesem Jahr steht noch aus, doch Dieter Hecking hat seine persönliche erste Saison als Borussia-Trainer schon jetzt beendet. 54 Punkte sind es geworden in den ersten 34 Spielen, Platz fünf in diesem Zeitraum kann er am Mittwochabend noch an den FC Schalke verlieren, das Torverhältnis lautet 54:51. Zum Vergleich: André Schubert kam auf 65 Punkte und 75:44 Tore, Lucien Favre auf 66 Punkte und 52:22 Tore, Michael Frontzeck auf 39 Punkte und 43:60 Tore.

Auswärts-Angstgegner abgehakt

In Augsburg ist Borussia weiterhin sieglos, die Wartezeit auf einen Sieg in Wolfsburg wird auf mindestens 15 Jahre anwachsen, die in Freiburg auf mindestens 16. Ein paar Dinge scheinen sich nie zu ändern - na gut, in Bremen hat Gladbach nach 28 Jahren Durststrecke nun drei der vergangenen vier Spiele gewonnen. Bei der Niederlage in Freiburg vor gut einem Jahr war Vincenzo Grifo noch einer der Besten gewesen - für Freiburg. Am Dienstag agierte er, als habe er Gladbachs Freiburg-Phlegma schnell verinnerlicht.

13 Auswärtssiege in 24 Spielen

Zu bemitleiden waren die rund 2500 Borussia-Fans, die sich wieder auf den Weg in den Breisgau gemacht hatten. Ihr Fatalismus vor dem Spiel erwies sich als prophetisch. "Diese Reisen quer durchs Land kosten dich Geld und den Verstand", stand auf den Bannern der Auswärtschoreo. "Wohin du immer gehst, ist der Verein, zu dem du stehst." Die Zeilen stammen aus dem Lied "Dein Verein" der Band "B. O.". "Geld" hat die Fahrt nach Freiburg auf jeden Fall gekostet und solch eine Leistung der Mannschaft strapaziert den "Verstand" ganz sicher. Es war die letzte Reise des Jahres, mit 13 Pflichtspielsiegen war es trotz der zwei Niederlagen hintereinander in Wolfsburg und Freiburg ein erfolgreiches Auswärtsjahr. Am 14. Januar 2018 geht es in Köln weiter.

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(jaso)