Borussia braucht Sieg in Hamburg: „Müssen unsere eigenen Aufgaben erledigen“

Borussia braucht Sieg in Hamburg : „Müssen unsere eigenen Aufgaben erledigen“

Dieter Hecking schaut beim Saisonfinale am Samstag in Hamburg nicht auf die Konkurrenz, für Borussias Trainer zählt nur, was seine Mannschaft im ausverkauften Volksparkstadion auf den Rasen bringt.

„Wenn man Leipzig dazu nimmt, sind es drei Spiele, die Einfluss auf unsere Platzierung nehmen können. Die anderen Plätze sollten wir deshalb komplett ausblenden. Das wird frühestens in der Schlussphase zum Tragen kommen. Wir müssen erst einmal unsere eigene Aufgabe erledigen, um die kleine Hoffnung auf Platz sechs oder sieben am Leben zu halten“, sagte Hecking am Donnerstag.

Borussia ist abhängig davon, wie Leipzig (in Berlin), Frankfurt (auf Schalke) und Stuttgart (beim FC Bayern) spielen, wenn sie noch klettern will in der Tabelle. Voraussetzung für einen Rang, der mit Europa zu tun hat, ist aber ein Sieg. Den braucht definitiv auch der HSV, um im Fernduell mit dem VfL Wolfsburg nicht die Relegation schaffen zu können, dazu müssen aber die „Wölfe“ verlieren. In der vergangenen Saison hatten sich beide Klubs im direkten Abstiegsduell am letzten Spieltag gegenübergestanden, da hatte der HSV mit einem 2:1-Sieg Wolfsburg in die Relegation geschickt.

Hecking selbst ist doppelt quasi in den Abstiegskampf „verwickelt“ - als Vater und Ex-Trainer. Einer seiner Söhne drückt dem HSV die Daumen, zudem gab es einige SMS aus Wolfsburg, wo er 2013 bis 2016 arbeitete, mit der Bitte um Amtshilfe. Auch jenen Hilfesuchenden hat er geraten: „Macht euer Ding und schaut nicht auf andere.“ Was seinen Sohn und dessen Befinden als Fan angeht, hat Hecking das Ziel, den Hamburger Hoffnung ein Ende zu setzen: „Egal was ist, wir wollen gewinnen“, stellte er klar.

Dass möglicherweise die Emotionen überkochen, zieht Hecking zumindest in Erwägung. „Ich hoffe, dass alles fair abläuft und es nicht zu Ausschreitungen kommt. Ich habe von einem Fan-Spalier gehört – da müssen wir dann auch durch. Man muss ich natürlich fragen: Was passiert vor dem Spiel? Und was passiert während des Spiels, wenn absehbar ist, dass der HSV den bitteren Gang in die Zweite Liga wohl antreten muss. Ich hoffe, dass alle Vorkehrungen getroffen werden, dass das Spiel ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, das ist das Wichtigste“, sagte Hecking.

2000 Fans waren am Donnerstag beim Training der Hanseaten, es wurden Fahnen geschwenkt. Hamburg will als Einheit das Spiel angehen – und Borussia will dagegenhalten. 8000 Gladbach-Freunde werden in Hamburg dabei sein. Welches Personal er mit dem Job betrauen wird, ließ Hecking noch offen, er verwies nur auf eine gesteigerte Konkurrenzsituation. „Ich bin froh, dass uns Denis Zakaria, Christoph Kramer und Jannik Vestergaard nach ihren abgelaufenen Gelbsperren wieder zur Verfügung stehen. Tony Jantschke, Michaël Cuisance und Tobias Strobl, die am letzten Wochenende für sie gespielt haben, haben es allerdings sehr gut gemacht. Die drei Erstgenannten müssen in dieser Woche also mächtig Gas geben, um mich davon zu überzeugen, dass sie für Samstag wieder die bessere Lösung sind“, sagte Hecking.

Zuletzt war der HSV nicht unbedingt Borussias Lieblingsgegner. Von den letzten sechs Bundesligaspielen hat Gladbach nur eines gewonnen – das war das 3:1 im Dezember 2017, also das Hinspiel. Das schaffte Raffael ein Doppelpack, zudem traf Thorgan Hazard. Beide werden auch am Samstag sicher spielen, Raffael wird wegen des Fehlens des verletzten Kapitäns Lars Stindl ganz vorn wohl Josip Drmic neben sich haben. „Josip war in den vergangenen Spielen sehr torgefährlich. Der Treffer gegen Freiburg war ein Super-Kopfball. Doch ich messe ihn nicht nur an seinen Toren, Josip arbeitet sehr gut für die Mannschaft, ist viel unterwegs und reißt Lücken“, lobte Hecking den Schweizer. Für Drmic ist es ein Wiedersehen mit dem „Ex“, er war zwischenzeitlich an den Hamburger SV ausgeliehen.

(kk)
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