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Mönchengladbach: Eckbälle funktionieren - Lainer erklärt den Ansatz

Lainers lohnenswerter Laufweg : Borussia schafft den Eckball-Durchbruch

Eckbälle waren in der vergangenen Saison nicht gerade Gladbachs Paradedisziplin. Nach drei Spieltagen waren die Fohlen nun schon zweimal erfolgreich – in Köln auf ungewöhnliche Weise.

Christoph Kramer (1,91 Meter) sicherte hinten ab, Florian Neuhaus (1,85 Meter) lauerte an der Strafraumgrenze, Lars Stindl (1,81 Meter) bot sich auf außen an. Als Jonas Hofmann 16. Minute von rechts eine Ecke hereinbrachte, war Stefan Lainer (1,75 Meter) mit Abstand der kleinste Borusse im Kölner Strafraum. Sekunden später war er dann der größte: Lainer hatte FC-Keeper Timo Horn mit einem Kopfball in die kurze Ecke düpiert und sprang zum Jubeln in Hofmanns Arme.

Das 2:0 brachte Gladbach im Derby früh auf die Siegerstraße. „Ich schieße nicht so regelmäßig Tore. Wenn doch mal als Verteidiger so etwas gelingt, ist es schön. Ich habe schon viele Läufe da vorne rein umsonst gemacht“, sagte Lainer. Es war erst sein zweites Tor im Gladbacher Trikot, vergangenes Jahr hatte er am zweiten Spieltag in Mainz nach einem Freistoß abgestaubt.

Der Wusel-Faktor des Österreichers bei Standards ist gewollt. So stiftet Lainer gerne Unruhe und Verwirrung. „Dass ich vorneweg laufe und die freien Räume suche, ist schon einstudiert mit dem ‚Zico‘. Dass es so perfekt aufgeht, ist super“, sagte er. „Zico“ ist Marco Roses Co-Trainer und WG-Mitbewohner Alexander Zickler, früherer Nationalstürmer und Titelhamster beim FC Bayern. „Er erzählt immer von seinen Laufwegen früher“, verriet Lainer.

Das hatte in der Vorwoche beim 1:1 gegen Union Berlin bereits gefruchtet. Damals traf das größte Fohlen im Kader, 1,92-Meter-Mann Marcus Thuram, per Kopf nach einer Hofmann-Ecke. Hereingabe-Abschluss-Tor – solch saubere Treffer nach Ecken waren in der vergangenen Saison Mangelware. Derart schnörkellos und ohne jeden Umweg traf lediglich Ramy Bensebaini beim Sieg gegen den FC Bayern, auch da hieß der Vorlagengeber Hofmann.

Der packte in Köln unmittelbar vor dem 2:0 auch eine kreative Standard-Variante aus, bediente bei einem Freistoß aus dem Mittelfeld Bensebaini per Flachpass. Horn musste parieren, es gab Ecke. Der Rest der Geschichte ist bekannt.