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Borussia Mönchengladbach: Max Kruse zieht weiter

Borussia Mönchengladbach : Max Kruse zieht weiter

Der Stürmer verlässt Gladbach. Er kann für die festgeschriebene Ablöse von zwölf Millionen Euro gehen. Sein Ziel ist wohl Wolfsburg. Sportchef Klaus Allofs bestätigt das Interesse. Borussia bleibt gelassen - weil es schon einen Plan B gibt.

Es scheint, als würde sich die Geschichte wiederholen: Max Kruse schießt seinen Noch-Arbeitgeber zum Sieg gegen den künftigen Klub. Das war 2013 so, als er vom SC Freiburg zu Borussia Mönchengladbach ging. Im direkten Duell machte er beide Tore zum 2:0 der Freiburger, dann wurde sein Wechsel bekannt. Nun erzielte der Nationalspieler Gladbachs Siegtor gegen Wolfsburg - wo er möglicherweise künftig spielt. Den Borussen liege, versicherte Sportdirektor Max Eberl gestern, keine Anfrage vor. Doch sein Wolfsburger Kollege Klaus Allofs bestätigte, dass sich der Tabellenzweite intensiv mit Kruse beschäftige. Dessen Vertrag bei Borussia läuft bis 2017, beinhaltet aber eine Ausstiegsklausel (zwölf Millionen Euro).

Kruse will nicht über seine Zukunft sprechen, sondern sich "auf die letzten vier Spiele konzentrieren". Sein Plan geht wohl so: Er will mit Gladbach Platz drei und die direkte Qualifikation für die Champions League erreichen. Den nächsten Schritt will Borussia morgen in Berlin machen. Dann zieht er nach zwei Jahren am Niederrhein weiter - wohl nicht, wie spekuliert wurde, nach Leverkusen, sondern nach Wolfsburg. Dort würde er mehr verdienen als in Gladbach. Es sei denn, er pokert, indem mit Angeboten kokettiert wird, um seinen aktuellen Vertrag zu besseren Konditionen zu verlängern.

Max Eberl, der 2013 Kruse für 2,5 Millionen holte, gab an, man habe sich mit Kruses Berater darauf verständigt, im Mai "noch zu sprechen". Nach Informationen dieser Zeitung will Kruse aber gehen, da machen Gespräche wenig Sinn. Und wer Eberl kennt, weiß, dass er lieber frühzeitig plant. Bis Mai fallen vielleicht Optionen weg. Dass Eberl bei dem Thema gelassen bleibt dürfte ein Hinweis darauf sein, dass er schon eine alternative Idee hat. "Wenn der eine oder andere Spieler geht, wissen wir, dass das viel Geld bedeutet. Dass wir den nächsten Schritt gehen können, wenn uns ein Spieler verlässt, haben wir schon bewiesen", betonte Eberl. Auch Trainer Lucien Favre, der offen trauerte, als Marco Reus 2012 ging, nimmt die Kruse-Debatte unaufgeregt zur Kenntnis. Gefragt, ob es ein Problem sei, wenn sein effektives Angriffsduo Kruse (9 Tore/8 Vorlagen) und Raffael (9/1) gesprengt werden, sagte er: "Raffael versteht sich gut mit allen, mit Patrick Herrmann und mit XXX."

Dieses dreifache X könnte Borussias Plan B sein für die Zeit nach Kruse. Möglicherweise ist es eine Schweizer Doppellösung: Frankfurts Haris Seferovic (23) und Freiburgs Admir Mehmedi (24). Beide erfüllen Favres Anforderungen: spielende Stürmer, variabel verwendbar. Beide können zentral und über links angreifen. Seferovic hat in 28 Ligaspielen acht Tore und acht Assists produziert. Mehmedi spielt eine bescheidene Saison (zwei Tore, eine Vorlage), doch Favre hat seine Vorzüge schon öfter hervorgehoben. Zudem hat er in Granit Xhaka den Mann im Team, der die beiden auch im Nationalteam mit Bällen versorgt. Die Ablöse für Seferovic und Mehmedi wird auf je sechs Millionen Euro geschätzt - das wäre die Summe, die Gladbach für Kruse bekäme.

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Auch Leverkusens Josip Drmic (22), ebenfalls Schweizer, würde zum Favre-Stil passen. Er ist unzufrieden. Mit Drmic hat Borussia im Sommer 2014 aussichtsreich verhandelt, doch er entschied sich für Bayer. Ob er vor dem Hintergrund noch mal ein Thema für Gladbach wäre, bleibt abzuwarten. "Wir treiben unsere Planungen voran", sagte Eberl - mit und ohne Max Kruse.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Max Kruse

(RP)