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Max Eberl: Kritik am Freitagsspiel in Berlin zielt daneben

Borussia Mönchengladbach : Fürs Freitagsspiel in Berlin gibt es eine Erklärung

Es ist schon ein paar Jahre her. Aber auch der FC Bayern musste nach einem Dienstagsspiel in der Champions League schon einmal am Freitag wieder in der Bundesliga antreten. Überhaupt ist Borussias Kritik nur zur Hälfte berechtigt. Die DFL hat eine Erklärung.

Max Eberl war angefressen, André Schubert schloss sich an und äußerte ebenfalls Unverständnis. Nicht der Elfmeter gegen Celtic, nicht Borussias Chancenverwertung ließ den Sportdirektor und den Trainer nach dem 1:1 schimpfen. Ihr Unmut richtete sich gegen die DFL, die bereits für Freitag Gladbachs nächstes Bundesligaspiel bei Hertha BSC (20.30 Uhr/Live-Ticker) angesetzt hat

"Ich habe noch nie gehört, dass Bayern München nach der Champions League wieder am Freitag gespielt hat", sagte Eberl. Vorgekommen ist das aber schon. Am 19. Oktober 2010 empfing der FC Bayern zu Hause CFR Cluj, am 22. Oktober waren die Münchner beim Hamburger SV zu Gast. Überhaupt mussten sie damals wie Borussia im Dienstag-Freitag-Dienstag-Freitag-Rhythmus spielen. Denn es ging dienstags weiter mit einem DFB-Pokal-Spiel gegen Werder Bremen, gefolgt von einem Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg.

Der letzte Champions-League-Teilnehmer aus Deutschland, der nach einem Auftritt in der Königsklasse schon wieder freitags ran musste, war im November 2010 der FC Schalke. Auf ein Auswärtsspiel bei Hapoel Tel Aviv, verbunden mit mehr als 6000 Reisekilometern, folgte ein Heimspiel gegen den FC St. Pauli.

"Ansetzungen am Freitag nach Dienstag-Spielen in der Champions League sind tatsächlich Ausnahmen von der sonstigen Praxis — obwohl sie sich nicht vom Rhythmus Mittwoch-Samstag oder Donnerstag-Sonntag unterscheiden", teilte die DFL auf Anfrage unserer Redaktion mit. "In Bezug auf das Bundesliga-Spiel von Borussia Mönchengladbach am kommenden Freitag bei Hertha BSC liegt der Grund für diese Ansetzung darin, dass für Samstag in Berlin eine Großdemonstration angemeldet ist und auf ausdrücklichen Wunsch der Sicherheitsbehörden keine Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga stattfinden sollen." Es handelt sich dabei um einen Aufmarsch Rechtsextremer mit entsprechenden Gegendemos.

Somit ist die Terminierung (die Borussia übrigens seit dem 31. August kennt) unglücklich, aber kaum anders möglich. Zudem liegen zwischen dem Schlusspfiff gegen Celtic und dem Anpfiff in Berlin etwa 70 Stunden. Borussia Dortmund bleiben dagegen nur 65 Stunden zwischen dem Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon und dem Ligaspiel beim Hamburger SV.

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Dass Gladbach schon nach dem Pokalspiel gegen Stuttgart direkt wieder freitags antreten musste, hatte seine Vor- und Nachteile. Die Regenerationszeit hätte länger sein können, dafür blieben Borussia vor dem Spiel gegen Celtic 15 Stunden mehr Pause als den Schotten. Eberls und Schuberts Ärger trifft also nur die halbe Wahrheit — auch wenn sich am Freitag drei andere Spiele ohne Beteiligung von Europapokal-Teilnehmern angeboten hätten.

(jaso)