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Max Eberl: Gladbachs 0:6 hat für Adi Hütter keine Konsequenzen

Verarbeitung der 0:6-Klatsche : Eberl will sich von Gladbachs „Hühnerhaufen“ nicht anstecken lassen

Max Eberl will nach der hohen Derby-Pleite und dem Debakel gegen Freiburg mit Trainer Adi Hütter „durch dick und dünn gehen“. Bei den Spielern erkannte er beim 0:6 „pure Verzweiflung“. Warum der Manager auf sein Bauchgefühl vertrauen will.

Max Eberl hat in seiner Karriere als Spieler und Manager schon viel erlebt. An einen solchen Tag konnte er sich aber nicht erinnern, als er etwa 20 Minuten nach dem Abpfiff über die 0:6-Klatsche Borussia Mönchengladbachs gegen den SC Freiburg sprach. „Ich kann mich nur an das Spiel gegen Wolfsberg erinnern, das war vom Verlauf her ähnlich“, sagte Eberl und verwies damit auf die 0:4-Niederlage im September 2019 in der Europa League. Damals stand es nach 31 Minuten 0:3.

Getoppt wurde das am Sonntagabend im Borussia-Park, da führten die Freiburger nach 37 Minuten mit 6:0, es wurde die höchste Pausenführung in der Bundesliga seit 1978. „Ein Aufbäumen zwischendrin war gar nicht möglich, weil wir dumme Fouls gemacht haben und zu den Standardsituationen eingeladen haben“, sagte Eberl. Beinahe im Fünf-Minuten-Takt musste Gladbachs Torwart Yann Sommer den Ball aus dem Tor holen.

Die „pure Verzweiflung“ erkannte Eberl in den Gesichtern und Aktionen der Borussen. „So haben wir auch verteidigt“, sagte Eberl. „Das war ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.“ Bei alldem blieb Eberl sachlich und analytisch, keine Spur von einem Wutausbruch. „Es war nicht das, was wir können und wir erwartet haben. Das kam in dem Spiel sehr überraschend. Genau die Überraschung hat dann Freiburg auch ausgenutzt“, sagte Eberl.

„Nach einem 0:6 und 18 Punkten nach 14 Spielen sind wir nicht zufrieden“, betonte der 48-Jährige. Die Frage, ob das Heim-Debakel irgendwelche Konsequenzen hätte, erstickte der Sportdirektor mit seiner Antwort im Keim. „Es ist nicht ernsthaft ein Thema, dass ein Trainer nach zwei Niederlagen in Frage gestellt wird?“, entgegnete er. „Es ist für mich so absurd, dass ich darüber sprechen muss. Da fehlen mir die Worte“, so Eberl. „Wenn wir im Fußball dahin kommen, dass man zwei Spiele verliert und dann generelle Fragen gestellt werden, kann ich mich damit nicht identifizieren. Man entscheidet sich für was und geht einen Weg. Dann heißt es, auch mal durch dick und dünn zu gehen und nicht, dass man sofort etwas ändert“, sagte er.

Nur eine Woche nach dem 1:4 im Derby gegen den 1. FC Köln kassierten die Borussen gegen Freiburg die nächste Pleite. „Wir haben gegen Köln am Ende zu hoch verloren. Wir verlieren jetzt 0:6. Das sind zu viele Gegentore. Aus den Aktionen, die wir nach vorne haben, schlagen wir zu wenig Profit - gerade, wenn ich an Köln denke. Das sind genug Ansätze, die wir haben, um in der Woche zu trainieren und dann nach Leipzig zu fahren“, sagte Eberl.

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Vorher wird es am Borussia-Park darum gehen, die Lehren aus der zweiten deutlichen Niederlage in Folge zu ziehen. Dazu treffen sich die Gladbacher am Montag. Ob Eberl dann auch ein paar Worte an die Mannschaft richten wird, ließ er genau wie die Tonalität einer möglichen Ansprache offen. „Das mache ich aus dem Bauch heraus. Der gibt mir meistens die besten Ratschläge. Da gibt es keine General-Regel, das mache ich nach dem Gefühl“, sagte Eberl und war sich bewusst, dass die Borussen das „nur mit Leistung“ wiedergutmachen können.

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