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Marvin Friedrich erlebt gegen Leverkusen wechselhaftes Gladbach-Debüt

Wenige Tage nach seinem Wechsel : Friedrich steht bei seinem Borussia-Debüt gleich im Mittelpunkt

Vier Tage nach seinem Wechsel durfte Marvin Friedrich gegen Leverkusen starten. Dabei erlebte der 26-Jährige ein wechselhaftes Debüt. Wie er selbst seine Leistung einschätzt und was sein Trainer Adi Hütter nach dem Spiel über ihn gesagt hat.

Am Mittwoch trainierte Marvin Friedrich das erste Mal mit seinen neuen Mannschaftskameraden, am Samstag lief er gegen Bayer 04 Leverkusen von Beginn an auf. Dazwischen hatte Gladbach-Trainer Adi Hütter die Entscheidung gefällt, auf Friedrich zu setzen, der bereits in der Vorwoche mit seinem Ex-Klub Union Berlin gegen die Werkself gespielt hatte.

Mit der Nummer Fünf auf dem Rücken bildete Friedrich gemeinsam mit Nico Elvedi und Tony Jantschke die Dreierkette der Borussen. Auf 65 Ballkontakte kam Friedrich in den 90 Minuten, damit hatte er die meisten Aktionen der drei Innenverteidiger. Der 26-Jährige geriet auch bei beiden Gegentoren in den Fokus: Den Zweikampf im eigenen Sechzehner gegen den Leverkusener Karim Bellarabi führte er nahe der Grundlinie so, dass dieser eine Berührung am Fuß dankend annahm und Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Strafstoß entschied. „Meiner Meinung nach werden aufgrund des Videobeweises aktuell viele Elfmeter gepfiffen. Jeder Körperkontakt wird dankend angenommen“, sagte Friedrich nach der 1:2-Niederlage.

Auch beim zweiten Treffer der Gäste hatte Friedrich das Glück nicht auf seiner Seite, als er den Ball als Letzter, das wurde in der Zeitlupe deutlich, berührte und ins Tor lenkte. Immerhin blieb ihm das Eigentor erspart und der einköpfende Patrik Schick offiziell als Torschütze geführt. „Natürlich hätte ich zum Einstand lieber gewonnen. Es war ein sehr intensives Duell. Ich denke, dass wir in der ersten Halbzeit gut ins Spiel reingekommen sind. In der zweiten Halbzeit hat uns Yann Sommer im Spiel gehalten. Trotzdem haben wir zwei Standardgegentore bekommen – das darf uns nicht passieren“, sagte Friedrich und merkte selbstkritisch an: „Standards muss man besser verteidigen, da muss jeder Verantwortung übernehmen und den Ball verteidigen wollen.“

Vier seiner neun Zweikämpfe konnte Friedrich für sich entscheiden. Im Aufbauspiel ging der 1,92 Meter große Abwehrspieler nicht ins Risiko und war oftmals auf Sicherheit bedacht. Das könnte sich in Zukunft ändern, sobald er das Spiel der Borussen besser verinnerlicht hat. „Ich bin jetzt seit vier Tagen hier. Die Jungs haben mich unheimlich gut aufgenommen. Und insgesamt hat es schon ordentlich geklappt. Natürlich fehlt da noch ein bisschen. Aber das wird noch kommen, da bin ich mir sicher“, sagte Friedrich, für den das Spiel gegen Leverkusen sein 86. Bundesliga-Einsatz war. Den ersten hatte er 2014 nach einer Einwechslung im Trikot des FC Schalke 04 im Borussia-Park gefeiert.

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Sein neuer Trainer zeigte sich am Samstag zufrieden mit der Leistung. „Aufgrund der Situation mit dem Elfmeter war es für viele vielleicht ein unglückliches Debüt. Ich habe ihn sehr ordentlich gesehen“, sagte Hütter. Was bei Friedrich außerdem auffiel: Er zeigte gleich, warum er den Ruf eines torgefährlichen Verteidigers genießt. In der 18. Spielminute zog er aus etwa 25 Metern ab, seinen Versuch konnte Jonathan Tah allerdings zur Ecke lenken. Und in der 29. Minute tauchte er nach einem Freistoß von Laszlo Bénes mit einem Kopfball im gegnerischen Strafraum auf.

„Er hätte vielleicht die Möglichkeit gehabt, das Tor zu machen. Ich war mit seinem Debüt grundsätzlich nach wenigen Tagen sehr zufrieden“, sagte Hütter. Trotzdem hat Friedrich noch ordentlich Luft nach oben. Die nächste Chance, sich in seinem neuen Trikot zu beweisen, könnte er am kommenden Mittwoch im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Hannover 96 (18.30 Uhr) erhalten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Marvin Friedrich