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Marvin Friedrich: Der zweite Anfang bei Borussia Mönchengladbach

„Froh, dass es wieder losgeht“ : Für Friedrich ist die Vorbereitung wie ein Neustart bei Borussia

Marvin Friedrich strahlt Optimismus aus in den ersten Tagen der Vorbereitung - obwohl Daniel Farke die Intensität von Beginn an hochhält. Was Borussias Innenverteidiger über den neuen Trainer sagt und was er sich für die nächsten Wochen vornimmt.

Früher, als beim Trainingsstart meist schon mehrere Zugänge mit dabei waren, gehörte es zur Tradition, dass sie alle mit dem Trainerteam für ein Foto posierten. Am Sonntag hätte sich Marvin Friedrich symbolisch zu Oscar Fraulo, Chefcoach Daniel Farke und dessen Assistenten gesellen können - wenn ein solches Bild gemacht worden wäre. Denn für den 26-Jährigen markieren diese Tage in gewisser Weise einen Neustart bei Borussia Mönchengladbach.

Die Rückrunde lief bereits, als Friedrich Mitte Januar für 5,5 Millionen Euro von Union Berlin verpflichtet wurde, seine erste Vorbereitung mit den Kollegen ist es sowieso. Sechsmal stand der Innenverteidiger direkt in der Startelf, bis ihn ein Darminfekt und eine Corona-Infektion in Summe acht Spiele kosteten. Am 32. Spieltag feierte Friedrich sein Comeback und half gegen RB Leipzig, nach Nico Elvedis Platzverweis die Führung zu verteidigen. Es folgten zwei Einsätze bei Eintracht Frankfurt und gegen die TSG Hoffenheim – ein versöhnlicher Abschluss nach einem komplizierten Start bei Borussia.

„Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Daniel hat eine klare Spielidee, die er uns beibringen möchte, und ich bin guter Dinge, dass wir diese auch auf dem Platz umsetzen werden“, sagt Friedrich im Interview auf der Vereinshomepage und verrät damit nebenbei ein kleines Detail: Die Spieler dürfen Farke duzen – kein „Herr Farke“, kein „der Trainer“, sondern ein lockeres „Daniel“.

Um ein Indiz für große Lockerheit bei der Arbeit auf dem Trainingsplatz handelt es sich jedoch nicht. „Sehr anstrengend“, sagt Friedrich über die ersten Einheiten, „aber das gehört in der Vorbereitung nun mal dazu. Da macht es auch schon mal insgesamt weniger Spaß. Es ist trotzdem sehr wichtig, dass wir alle mitziehen und hart arbeiten, um eine gute Grundlage für die ganze Saison zu schaffen.“

Diese Grundlage ist einerseits taktischer, andererseits konditioneller Natur. Farke forderte schon bei Norwich City einen laufintensiven Fußball, in entsprechenden Rankings fand sich die Mannschaft weit oben wieder, während Borussia vergangene Saison unter Adi Hütter rein läuferisch noch viel tiefer abrutschte in der Tabelle als zwischenzeitlich in der Bundesliga.

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Friedrich dürfte spätestens nach Elvedis Rückkehr aus dem Urlaub mit dem Schweizer und mit Jordan Beyer um die beiden Jobs in der Innenverteidigung kämpfen. Farke hat bislang nur selten auf eine Dreierkette gesetzt, ein Abwehrposten dürfte damit wegfallen. Und dann wäre da ja noch Routinier Tony Jantschke und, sofern sich Borussia und Manchester City auf eine Ablöse einigen können, wohl auch Ko Itakura. „Ich möchte einfach fit bleiben, mich persönlich weiterentwickeln und der Mannschaft helfen“, formuliert Friedrich seine Ziele. „Wir als Team möchten natürlich maximalen Erfolg haben, so viele Spiele gewinnen, wie es nur geht, und dabei Spaß und Freude entwickeln.“

Letzteres dürfte in den nächsten Wochen oftmals schwerfallen. Ein Journalist aus Norwich sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er im Sommer nur ungern ein Spieler von Borussia Mönchengladbach wäre. In England hat Farke seine Mannschaft offenbar in der Vorbereitung an die Grenzen gebracht. Dennoch ist die Schinderei nur ein Aspekt, auf den es ankommen wird. So war zwischen einer Einheit auf dem Platz und im Kraftraum am Dienstag eine Theoriestunde angesetzt.

„Hinter uns liegen zwar erst drei Einheiten, allerdings hat er schon jetzt viele strukturelle Dinge angesprochen“, sagt Friedrich über den Start unter Farke. „Wir wollen viel Ballbesitz haben. Ich denke, dass uns das als Mannschaft guttun wird. Wir müssen während der Vorbereitung noch viel arbeiten, zum ersten Pflichtspiel werden wir dann aber voll da sein.“

Das führt Borussia am 31. Juli im DFB-Pokal zum SV Oberachern. Eine der ersten Erfahrungen mit Borussia machte Friedrich im Januar bei der 0:3-Blamage gegen Hannover 96. Die sollte beinahe sinnbildlich werden für die ersten Monate bei Gladbach. „Es war ein schwieriges erstes halbes Jahr für mich. Deshalb bin ich einfach froh, dass es jetzt wieder losgeht, ich von Anfang an dabei bin und die ganze Vorbereitung mitmachen kann. Dann bin ich guter Dinge, dass wir eine gute Saison spielen werden“, sagt Friedrich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schweißtreibendes Turnier für die Borussia-Profis