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Marvin Compper bleibt trotz Russlands Angriffskrieg Trainer in Moskau

„Mag meinen Job und fühle mich sicher“ : Ex-Borusse Compper will Moskau nicht verlassen

Marvin Compper ist neuer Cheftrainer bei Lokomotive Moskau - weil der bisherige Coach Markus Gisdol nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine seinen Job abgab und nach Deutschland zurückreiste. Nun hat der Ex-Gladbach-Profi Compper erklärt, warum er anders handelt.

Nach der russischen Invasion in die Ukraine hat der frühere Bundesliga-Profi Marvin Compper sein Bleiben beim Fußball-Erstligisten Lokomotive Moskau verteidigt. „Wir sind hier im Oktober 2021 angetreten, um etwas zu verändern: Wir haben eine Philosophie in den kompletten Verein gebracht, von ganz oben bis nach unten. Ich spüre dafür eine Verantwortung: gegenüber den Menschen, die uns vertraut haben“, sagte der 36-Jährige der „Sport Bild“.

Weil Ex-Bundesliga-Trainer Markus Gisdol (52) seinen Job wegen des Krieges in der Ukraine aufgab und zurück nach Deutschland reiste, übernahm Co-Trainer Compper den Job. Im Klub seien auch „viele Ausländer tätig, nicht nur Russen. Die Menschen, die wir hier kennengelernt haben, sind Leute mit gutem Herz und haben mit Politik gar nichts zu tun“, sagte Compper, der in der Bundesliga unter anderem für Borussia Mönchengladbach, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig spielte.

Er beobachte die Lage in Russland sehr aufmerksam. „Die Situation, die wir vorfinden: Es gibt hier vor Ort einen geregelten, normalen Alltag. Ich mag meinen Job und fühle mich sicher: Wenn sich das verändern sollte, würden wir die Situation neu bewerten. Ich schaue von Tag zu Tag.“

Dass er nicht wie Gisdol sofort bei Lok aufhörte, brachte ihm und seiner Familie Kritik ein. „Meine Frau und ich bekommen viel ab auf Social Media. Meine Frau wird jetzt auf ihrem Arbeits-Account bei Instagram beschimpft, es gibt böse Kommentare. Das ist schade und tut schon weh“, sagte Compper: „Ich sehe bei vielen Menschen im Verein oder Umfeld, wie sie aufgrund der Situation bedrückt, nachdenklich und in sich gekehrt sind. Wir als Mannschaft und Team versuchen zusammenzurücken, uns auf unseren Job zu konzentrieren und eben nicht die Gruppe im Stich zu lassen.“

(dpa/jaso)