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Marcus Thuram: Zukunft bei Borussia Mönchengladbach eine Frage des Geldes

Fohlenfutter-Gerüchtecheck : Inter will Thuram - Wenn der Preis stimmt, lässt Eberl ihn gehen

Im Fohlenfutter-Gerüchtecheck prüfen wir Spekulationen rund um Borussia. Heute: Inter Mailand will Marcus Thuram als Nachfolger von Romelu Lukaku. Warum es am Ende wohl nur auf den Preis ankommt und wo der liegen müsste, damit Max Eberl einlenkt.

Das Gerücht

„Sky“ und die „Gazzetta dello Sport“ berichten, dass Inter Mailand an Borussias Stürmer Marcus Thuram interessiert sei. Die Italiener sollen laut „Sky“ bereits ein Angebot abgegeben haben über 22 Millionen Euro, dies habe Borussia aber abgelehnt. Erst bei 30 Millionen Euro siedelt der Bezahlsender die Schmerzgrenze der Gladbacher in dieser Personalie an. Thuram soll, so ist zu hören, interessiert sein.

Die Situation

Dass Marcus Thuram (geschätzter Marktwert: 35 Millionen Euro) einer der begehrtesten Borussen sein würde in diesem Sommer, war zu erwarten. Und dass Inter, vergangene Saison in der Champions League Gegner der Borussen, einen neuen Mann für das Sturmzentrum braucht, ist seit der Rückkehr des Belgiers Romelu Lukaku zum FC Chelsea klar. 115 Millionen Euro hat der Champions-League-Sieger aus London nach Mailand überwiesen. Geld ist also vorhanden bei Inter.

Thurams Vertrag ist bis 2023 datiert, die Ausstiegsklausel, die für diesen Sommer darin verankert war, ist ausgelaufen, das hat Eberl bestätigt. Dass sich die von ihm so genannten „unmoralischen Angebote, bei denen man als Verein nachdenken muss“, aber im Bereich der Gladbacher Rekordablösesumme von 45 Millionen Euro, die der FC Arsenal 2016 für Granit Xhaka zahlte, oder höher liegen, glaubt Eberl nicht. „Es ist noch Corona“, sagt er. Das drückt die Preis doch ordentlich. Dennoch würde er ein Vielfaches der neun Millionen Euro bekommen, die Borussia 2019 an EA Guingamp überwiesen hat, das ist klar.

Noch, gab Eberl Donnerstag bekannt, liege kein Angebot vor. Wenn dann eines kommt, wird er abwägen, ob das Geld den Verlust der Qualität des Spielers aufwiegen würde. „Fakt ist, dass wir Marcus nur äußerst ungern abgeben würden und dann auch nur sehr zähneknirschend“, sagte Eberl.

Einschätzung des RP-Reporters

Borussias Fans sollten sich darauf einstellen, dass Thuram tatsächlich noch gehen könnte. Das Problem für Borussia: Inter Mailand würde zu Thuram bestens passen. Und Thuram zu Inter. Er ist ein Spieler mit eben den Anlagen, die auch Lukaku hat, er vereint enorme Körperlichkeit mit Wucht und gehöriger Spielkunst, er wäre für Inter der Eins-zu-Eins-Ersatz zum Belgier.

Zudem: Thuram ist Italien-affin. Er wurde in Parma geboren, als sein Vater Lilian dort spielte (1996 bis 2001), spricht also Italienisch, zudem war Thuram Senior in Turin angestellt (2001 bis 2006), der Name Thuram hat also einen extrem guten Namen in Italien. Und: Dank der gigantischen Summe, die Lukaku gebracht hat, hat Inter trotz der allgemein schwierigen finanziellen Situation des Klubs Handlungsspielraum.

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Eberls Plus in den Verhandlungen mit Thurams Berater Mino Raiola ist womöglich die vergangene Saison. „Marcus kann noch mehr Tore schießen, als er in der vergangenen Saison geschossen hat. Er hat unglaublich viel Potenzial, Power und Dynamik. Am langen Ende ist nur zu wenig Zählbares herausgekommen. Thuram kann noch mehr. Und dafür ist Gladbach definitiv ein guter Schritt für ihn“, sagte Eberl. Will Thuram stabiler werden, könnte ein Jahr mehr in der Bundesliga dem 24-Jährigen helfen.

Aktuell ist Thurams Zukunft total offen. Klar ist: Einen Thuram, der gern gehen will, zu halten, würde keinen Sinn ergeben. Dafür hat Borussia zu viele Alternativen vorn und ganz sicher auch eine Idee, einen Teil des Transfererlöses in einen neuen Offensiv-Akzent zu investieren. Der Rest könnte in Vertragsverlängerungen (zum Beispiel mit Matthias Ginter) und zum Auffangen des Corona-Minus genutzt werden. Darum wird Eberl Thuram gehen lassen, wenn der Preis stimmt. Ab 30 Millionen Euro dürfte Eberl anfangen nachzudenken, der aktuelle Marktwert Thurams dürfte eine neuralgische Marke sein.