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Marco Rose: Darum ist Rotation für Borussia Mönchengladbach so wichtig

Borussias Trainer : So rechtfertigt Rose seine Rotation

Je weniger Pause zwischen den Spielen liegt, desto mehr rotiert Marco Rose. Dass er seine Wechsel im Derby nicht nur deshalb weiterhin für richtig hält, erklärte er vor der nächsten Aufgabe gegen den VfL Wolfsburg nun ausführlich.

Es gibt kein Rotieren ohne Zurückrotieren. Deshalb ist davon auszugehen, dass Marco Rose am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg für ein Novum sorgen wird. Bislang hat er, wenn vor einem Spiel eine komplette Trainingswoche lag, nur einmal drei Startelf-Änderungen vorgenommen. Das war zu Beginn des Jahres gegen Arminia Bielefeld. Wobei zwischen dem DFB-Pokalspiel bei der SV Elversberg und dem Auftritt auf der „Alm“ die kurze Winterpause lag und nach fünf Wechseln in Elversberg das erwähnte Zurückrotieren angesagt war, beginnend im Tor bei Yann Sommer.

Ohne Englische Woche sind es im Schnitt 1,6 Startelf-Änderungen, das Gastspiel in Wolfsburg ist allerdings erst das zehnte dieser Sorte in der laufenden Saison. Die häufigste Konstellation war bislang die, die auch vor dem verlorenen Derby gegen den 1. FC Köln vorgelegen hatte. Im Drei-Tages-Spiel-Rhythmus wechselt Rose im Schnitt 4,7-mal, stets mindestens dreimal und, wie gegen Köln auch bei Eintracht Frankfurt, maximal siebenmal.

Die Sieben hatte die Gemüter erregt. „Wer das Derby als idealen Zeitpunkt für ein Rotationsexperiment ansieht, hat Borussia Mönchengladbach nicht verstanden“, schrieb das Gladbacher Fanprojekt. Vermutlich hat Rose die Wirkung seiner Maßnahmen ein wenig unterschätzt und sie nicht adäquat kommuniziert. „Ich gehe davon aus, dass es so sein wird wie immer mittlerweile im Fußball“, hatte er direkt vor dem Derby bei „Sky“ gesagt und die zu erwartenden Reaktionen präventiv belächelt. „Wenn wir gewinnen sollten, hat der Rose alles richtiggemacht, dann ist er der Meister der Rotation. Und wenn wir nicht erfolgreich sind, hat er den Sieg wahrscheinlich wegrotiert.“

Vor dem Wolfsburg-Spiel war der Trainer im nüchternen, aber nachdrücklichen Erklärmodus unterwegs. „Wenn ich jede einzelne Position durchgehe, hat das seine Begründung“, rechtfertigte Rose mit ein wenig Abstand seine XXL-Rotation gegen Köln. Ramy Bensebaini habe nach zwei Startelf-Einsätzen in Folge eine Entlastung gebraucht, den Algerier hatte eine Covid-19-Infektionen ziemlich erwischt. „Tony Jantschke hat ein hervorragendes Spiel gemacht“, betonte Rose, die Hereinnahme des  Routiniers ermöglichte Nico Elvedi eine Pause, und: „Alassane Plea hatte in den letzten Wochen immer wieder muskuläre Probleme. Er wäre ins dritte Spiel in Folge gegangen.“ Von den Angreifern Patrick Herrmann („Steht für Derby“) und Breel Embolo („Hat uns in Bielefeld zum Sieg geschossen“) hatte sich Rose wohl einfach mehr erhofft.

Doch schon am Freitag blickte der 44-Jährige nach vorne, vor allem auf die kommenden Wochen, die unter anderem binnen elf Tagen Duelle mit Manchester City, RB Leipzig, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen bereithalten. „Wir haben gar keine andere Chance“, sagte Rose mit Blick auf die Rotation. „Wenn wir nicht genau aufpassen, dass wir nicht zu viele Spieler auf dem Weg verlieren, weil sie überbelastet sind, und wenn wir nicht die nötige Frische auf dem Platz haben, dann werden wir möglicherweise ein Riesentproblem bekommen.“

Es wird auf die genaue Dosis ankommen. Denn der Blick auf die Rotations-Statistik zeigt: Von den Partien mit fünf oder mehr Startelf-Änderungen hat Borussia nur eines gewonnen. In Mainz beim 3:2 drehte sie das Spiel, nachdem Rose mit den Jokern Thuram, Plea, Hofmann und Neuhaus die Muskeln spielen ließ. Und in Elversberg hätte es selbst mit eine Komplett-Rotation klappen müssen.

Mindestens fünf Wechsel wären auch in Wolfsburg keine Überraschung. Bensebaini und Elvedi dürften zurückkehren, Christoph Kramer den angeschlagenen Zakaria ersetzen und vorne hatten Thuram, Plea und Hofmann eine Woche Pause, zwei von ihnen wird Rose ganz bestimmt bringt. Aufs Rotieren folgt eben meistens das Zurückrotieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So könnte Borussias Startelf gegen Frankfurt aussehen