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Mamadou Doucouré: Gladbach-Pechvogel hat Heimaturlaub

Borussias größter Pechvogel : Doucouré soll im Heimaturlaub den Kopf frei bekommen

Der immer wieder verletzte Franzose Mamadou Doucouré ist momentan bei seiner Familie in Paris. Er soll den Kopf freibekommen, um dann bei Borussia den nächsten Anlauf zu starten.

Irgendwann ist das Maß des Erträglichen voll. Bei Mamadou Doucouré war es im Dezember so weit. Da waren wieder Schmerzen in seiner so anfälligen Muskulatur, nicht mal etwas Schlimmes, aber es zog wieder. Für einen, der seit fast einem halben Jahrzehnt ein fast absurdes Verletzungspech hat, der vier Muskelbündelrisse und einen Muskelteilabriss erlitten hat, der in viereinhalb Jahren nur zweimal eine Minute Bundesliga gespielt hat, ist jedes Zipperlein ein Drama. Wieder Reha, wieder nicht normal trainieren, wieder kein Alltag, wieder ein Schritt zurück statt nach vorn. Es war zu viel für den 22-Jährigen, der wohl einer der größten Pechvögel der Borussia-Geschichte ist.

„Wir haben viel über Mamadou gesprochen und viel Positives gesagt über ihn. Es ist auch nach wie vor Positives da. Aber er ist vor Weihnachten mit einer leichten Blessur zum Training gekommen. Daraufhin haben wir gesagt, dass er mal weg von dem Ganzen kommen und den Kopf frei bekommen soll, denn er hat in den letzten Jahren und Monaten sehr viel investiert“, sagte Rose am Donnerstag.

Doucouré ist also auf Heimaturlaub. Er soll raus aus dem Alltag mit den ewigen den Rückschlägen, weg von da, wo ihn alles an seine bisher vergeblichen Versuche, endlich den richtigen Einstieg in seine Profi-Karriere zu schaffen, erinnert. Seit 2016 ist er in Gladbach und genau so lange dauert seine Leidensgeschichte. Im letzten Spiel für die U19 von Paris Saint-Germain zog er sich den ersten Muskelbündelriss zu.

Die Borussen wissen um das Talent des Verteidigers, und sie glauben daran. Es war zu sehen in den wenigen Spielen, die er machte: zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga, Spiele in der Regionalliga, Testspiele. Er schien ein paar Mal auf einem guten Weg, trainierte regelmäßig, dann war er wieder raus. Es ist eine tragische Geschichte, die Doucouré, der immer wieder versucht, positiv zu sein, viel mentale Kraft kostet, natürlich. Sich immer wieder neu zu motivieren, dem Schicksal zu trotzen, das sich bislang gegen ihn verschworen hat.

Jeder in Gladbach wünscht ihm, dass es irgendwie klappt, doch jeder weiß auch, dass der Weg von Tag zu Tag weiter wird. Natürlich schwebt über allem auch die mögliche Erkenntnis, dass sein Körper für professionellen Sport nicht gemacht ist, womöglich denkt Doucoure auch darüber nach in diesen Tagen. Borussia hat ihm einen offenen Vertrag gegeben, er weiß, dass er alle Unterstützung bekommt, er wurde in dieser Saison sogar gemeldet für die Champions League. Nun soll der Heimaturlaub neue mentale Kraft bringen für den nächsten Anlauf.

Bei Doucouré, nach dessen Befinden sich die Gladbach-Fans immer wieder erkundigen, gilt das Prinzip Hoffnung. Immer noch. „Wir sind im stetigen Austausch mit ihm und er wird nun bald zurückkommen. Dann wird er die Dinge hoffentlich wieder mit einem Lächeln angehen“, sagte Rose.