Mahmoud Dahoud führt Borussia Mönchengladbach zu 5:1-Sieg

Borussia Mönchengladbach: Dahoud führt Gladbach zum vierten Sieg unter Schubert

Borussia Mönchengladbach hat auch das vierte Bundesligaspiel unter Übergangstrainer André Schubert gewonnen. Beim 5:1 (1:1) in Frankfurt war Eigengewächs Mo Dahoud der Mann des Tages. Der Mittelfeldspieler erzielte mit einem abgefälschten Schuss das 2:1 und legte kurz darauf Raffael, der schon das 1:0 erzielt hatte, das 3:1 auf. Und auch den Elfmeter, den der eingewechselte André Hahn zum 4:1 verwandelte, holte Dahoud heraus.

André Schubert hatte sich in Frankfurt gegen Veränderungen entschieden. Weitgehend jedenfalls. Er trug den gewohnten grünen Kapuzenpulli und auch seine Startelf entsprach bis auf die Tatsache, dass Yann Sommer wieder im Tor stand anstelle Tobias Sippels, derselben Mannschaft, die am vergangenen Spieltag 2:0 gegen den VfL Wolfsburg gewonnen hatte. Ansonsten setzte Schubert auf das eingespielte Ensemble der vergangenen, so erfolgreichen Wochen.

Dazu gehörte auch in Frankfurt Granit Xhaka, der trotz des gerissenen Außenbandes spielte. Gehemmt wirkte er nicht, im Gegenteil, er war tatendurstig. Xhaka hatte viele Ballkontakte – und nutzte einen davon, um das 1:0 einzuleiten. Dieses war das Resultat hoher Fußballkunst. Xhaka öffnete den Raum mit einem herrlichen Pass auf Ibrahima Traoré, der "steckte" zu Lars Stindl durch, dessen Schuss Frankfurts Torwart Lukas Hradecky noch abwehrte, doch Raffael vollendete die Aktion in bester Mittelstürmer-Manier. Soweit passte das Ergebnis zum Spiel, in dem die Gladbacher reifer wirkten und sich in Ruhe kombinierend Vorteile erspielten. Doch weiterer Ertrag blieb aus, weil zuweilen zu viel geschnörkelt wurde.

Und wieder ein Elfer...

Dass die Eintracht in der 28. Minute zum 1:1 kam, war das Ergebnis eines seltsamen Rückpasses von Innenverteidiger Alvaro Dominguez. Der Ball geriet zu kurz, Luc Castaignos sprintete heran und Yann Sommer, der wegen seines gerichteten Nasenbeinbruches mit einer Maske spielte, kam nicht umhin, ihn zu Fall zu bringen – so setzte sich Borussias Elfmeter-Geschichte dieser Saison fort. Der zehnte Elfmeter, den sich die Borussen im zwölften Pflichtspiel einhandelten, brachte Frankfurt zurück ins Spiel.

Dass dieses für Aleksandar Ignjovski nicht schon kurz vor der Halbzeit beendet war, lag daran, dass Schiedsrichter Florian Meyer den Tritt des Frankfurters gegen Raffael nicht gesehen hatte.

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Bis zur Pause wirkte das Gegentor, Borussia verlor etwas den Faden. Nach dem Seitenwechsel war das Selbstvertrauen aber wieder hergestellt. Borussia spielte auf das nächste Tor – mit Nachdruck. Zunächst hatte Lars Stindl Pech, als sein trefflicher Drehschuss am Lattenkreuz abprallte. Dann hatte sein Teamkamerad Dahoud Glück, als sein Distanzschuss total abgefälscht wurde und ins Frankfurter Tor kullerte. Dahoud war es egal, er feierte sein zweites Bundesligator ausgelassen (52.).

Zwei Minuten später hätten Fabian Johnson und Lars Stindl für eine schnelle Vorentscheidung sorgen können. Doch Johnson , der frei vor Hradecky auftauchte nach einem Pass des nun völlig losgelösten Dahoud, traf nur den Pfosten. Hernach prallte der Ball zu Stindl, der das leere Tor verfehlte. Besser machte es nochmal zwei Minuten später wieder Raffael. Dahoud schickte ihn auf die Reise und der Brasilianer schob zum 1:3 ein.

Nun war die Sache durch.Frankfurt versuchte, mit langen Bällen auf seine langen Angreifer die Wende zu erzwingen, doch kaum einmal geriet Gladbach noch in Gefahr. Die Borussia sorgte ihrerseits in der 82. Minute für die endgültige Entscheidung, als Hahn einen durch den überragenden Dahoud herausgeholten Foulelfmeter zum 4:1 traf. Und auch das 5:1 quasi mit dem Schlusspfiff ging auf Hahns Kappe (90.). "Wir haben es defensiv gut gemacht und waren gut organisiert. Die Konter haben wir im Keim erstickt, wir waren stabil. Dass wir nach vorne Qualität haben, das wissen wir", sagte Schubert nach dem Spiel bei "Sky".

Schubert bleibt Gladbachs Erfolgsgarant. Sein Team ist gut aus der Länderspielpause gekommen und fährt nun frohen Mutes zum Champions-League-Spiel beim Vorjahresfinalisten Juventus Turin am Mittwoch. In der europäischen Meisterliga kassierte Borussia die bislang einzige Niederlage in der Amtszeit von Schubert, das 1:2 gegen Manchester City. In der Bundesliga indes hat Schubert die Gladbacher mit der Maximalbilanz von zwölf Punkten aus vier Spielen von Rang 18 schon auf Rang 10 geführt. Der Sieg am Samstag in Frankfurt war eine reife Leistung, fußballerisch und taktisch. Allein das Elfmeter-Problem bekommt auch Schubert nicht so recht in den Griff.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Frankfurt - Gladbach: Einzelkritik

(kk)
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