Borussia Mönchengladbach: Luuk de Jongs Situation verschlechtert sich

Borussia Mönchengladbach : Luuk de Jongs Situation verschlechtert sich

Peniel Mlapa zeigte sich, der Holländer nicht. Borussia ist offen für Wechsel-Gedanken, wird aber nicht auf eine Veränderung drängen.

Der Winkel war schwierig. Doch Peniel Mlapa hat getroffen. Bochums Torhüter Andreas Luthe sah nicht gut aus beim Tor des Borussen, das den 2:0-Endstand im Testspiel beim Zweitligisten bedeutete. Doch ein Tor ist ein Tor. Und wichtig für einen Stürmer. Es war Mlapas dritter Treffer in der Vorbereitung. Er hat die Chance genutzt, sich zu zeigen. Luuk de Jong hat das nicht geschafft. Er bekam mehr Einsatzzeit als in der gesamten Vorrunde, in der er nicht einmal 85 Minuten auf dem Platz stand. Doch er tat sich schwer, ins Spiel zu kommen.

Mlapa hatte sich vorgenommen, Trainer Lucien Favre zu zeigen, dass er auf ihn bauen kann. Das hat er getan. Tore sind für einen Offensivmann nun mal die besten Argumente. "Bei mir läuft es, und der Trainer belohnt das", sagte Mlapa. Er ist, so scheint es, durch seine Leistungen in den vergangenen Wochen in der Stürmerhierarchie aufgestiegen. In Bochum wurde er vor de Jong eingewechselt. Sollte er sich damit in den Kader für das Bayern-Spiel am Freitag hineingearbeitet haben, könnte das für de Jong bedeuten, dass er auf die Tribüne muss.

Nach dem bitteren Sekunden-Einsatz am Ende der Hinrunde gegen Wolfsburg wäre das der nächste Tiefschlag für den 23-Jährigen. Schon jetzt spürt man: Der Frust spielt mit. Die Situation belastet ihn — und hat sich jetzt eher verschlechtert. Natürlich gibt es die Gedankenspiele, ob es nicht besser wäre, zu einem anderen Klub zu wechseln. "Ich will spielen, am liebsten bei Borussia. Aber wenn das nicht klappt, muss ich weiterschauen", sagte de Jong oft. Borussia ist offen für Wechsel-Gedanken, wird aber nicht auf eine Veränderung drängen.

Es gibt durchaus Argumente dafür, de Jong zu halten. Die Borussen wissen um seine Qualitäten. Er wurde vor einem Jahr aus Enschede geholt, weil er Torinstinkt hat. Vergangene Saison traf er sechsmal, dreimal sorgten seine Tore für wichtige 1:0-Siege. Dennoch verlor er seinen Stammplatz — bis heute. Gleichwohl zeichnet sich Borussias Kader durch eine Qualität in der Breite aus, dazu gehört auch de Jong. Einen wie ihn auf der Bank zu haben, ist luxuriös. Bislang sind Max Kruse und Raffael gesetzt, verletzt sich aber einer der beiden, verändert das die Situation.

"Unser Ansinnen ist weiterhin, mit dem gleichen Kader wie bisher in die Rückrunde zu gehen. Aber wir haben ja gesagt, dass wir uns zusammensetzen und ernsthaft damit beschäftigen würden, wenn eine Situation eintritt, von der alle Beteiligten profitieren. Doch dieser Fall ist bis heute nicht eingetreten", stellte Sportdirektor Max Eberl klar. "Das Transferfenster ist noch elf Tage geöffnet und oftmals kommt am Ende noch einmal Bewegung hinein. Wir warten es ab", sagte er auch. Eberl weiß aber, dass das Thema de Jong nicht ruhen wird. Es ist eben ein Problem, wenn der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte nicht spielt. Die Lösung liegt nur auf dem Platz — egal wo. Ein Ausleihgeschäft könnte in der verfahrenen Situation bei Borussia helfen. De Jong könnte vielleicht später einen Neustart wagen.

Sollte er noch gehen, braucht Borussia einen guten Ersatz, um die Kaderstruktur zu bewahren. Insofern klingt das, was aus Newcastle verlautet, nicht absurd: De Jong könnte im Tausch mit dem Ex-Freiburger Papiss Cisse zu den "Magpies" wechseln. Cisse ist ebenso unzufrieden wie de Jong in Gladbach. Doch ob der Ex-Freiburger ein Engagement bei Borussia wirklich als Ausweg ansieht, ist fraglich. Seinen Bankplatz bei United gegen de Jongs bei Borussia zu tauschen, würde ihn nicht weiterbringen.

Peniel Mlapa indes sieht das Thema anders. Er saß in der Hinrunde meist auf der Tribüne. So gesehen ist ein Bank-Job schon ein Fortschritt. In Bochum hat er gezeigt, dass er seine Chance nutzen will, auch wenn es schwierig ist.

(RP)
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