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Lucien Favre zum OGC Nizza statt zu Borussia Mönchengladbach

Ex-Gladbach-Trainer : Favre kehrt doch zurück - nach Nizza

Lucien Favre hatte alles Wesentliche geklärt mit Borussia Mönchengladbach, dann machte er Ende Mai einen Rückzieher. Nun kehrt der Schweizer doch noch zu einem Ex-Verein zurück. Was ihn beim OGC Nizza erwartet.

Es gab einen Zeitpunkt Ende Mai, da befand sich Lucien Favres designierter Arbeitsort für den 27. Juni am Niederrhein. Nach Informationen unserer Redaktion musste er nur noch nach Deutschland fliegen und nach Mönchengladbach fahren, um erneut einen Vertrag als Trainer von Borussia Mönchengladbach zu unterschreiben. Alles andere war geklärt, als Favre den Rückzieher machte, den Sportdirektor Roland Virkus schließlich auf der Mitgliederversammlung auf Nachfrage eines Fans bestätigte. Fünf Tage später wurde Daniel Farke als neuer Trainer präsentiert.

Der leitete am Montag, den 27. Juni, die zweite Einheit der Saisonvorbereitung am Borussia-Park. Der Mann, mit dem Farke die Länge des Nachnamens und vier gleiche Buchstaben teilt, tauchte ebenso bei der Arbeit auf – in Nizza, bei einem weiteren Ex-Verein. Die Zeitung „Nice-Matin“ war sich seit Tagen sicher gewesen, dass Favre an der Côte d’Azur auf Christophe Galtier folgen würde. Der 56-Jährige wird Nachfolger von Mauricio Pochettino bei Paris Saint-Germain. „Es gibt Dinge, die kann man nicht ablehnen“, schrieb „Nice-Matin“.

Favre kehrt also doch zurück, nur eben zum OGC Nizza statt zu Borussia. Nach seinem Rückzug aus Gladbach im September 2015 hatte der Schweizer bis zum Saisonende pausiert und im Sommer dann den Klub aus der Ligue 1 übernommen. Favre führte Nizza zur besten Platzierung seit 41 Jahren, lange mischte die Mannschaft sogar im Titelrennen mit und landete letztlich auf Platz drei. 2018 verabschiedete sich Favre wieder und übernahm Borussia Dortmund. Wie zuvor in Gladbach hatte er die Fans auch in Nizza mit Ballbesitzfußball hinter sich versammelt. Sogar mit Mario Balotelli kam Favre klar und stellte den späteren Borussia-Rekordeinkauf Alassane Plea meist links vorne auf.

Der 64-Jährige übernimmt die viertjüngste Mannschaft der abgelaufenen Ligue-1-Saison, und wenn der Ex-Gladbacher und Ex-Favre-Schützling Dante mit 38 Jahren nicht den Schnitt heben würde, käme Nizza noch jugendlicher daher. Vorne besitzt der talentierte Stürmer Amine Gouiri den höchsten Marktwert, der Ex-Schalker Jean-Clair Todibo hat sich in der Abwehr gemacht, im Mittelfeld zieht Khéphren Thuram, der jüngere Bruder des Borussia-Angreifers Marcus, die Fäden. Der OGC Nizza gehört seit 2019 dem britischen Chemiekonzern Ineos, der seitdem 140 Millionen Euro für neue Spieler ausgab und auch ein gleichnamiges Radsportteam besitzt.

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Unter Galtier, der nach nur einem Jahr weiterzieht und der zuvor den OSC Lille zur Meisterschaft geführt hatte, zog Nizza in die Play-offs zur Europa Conference League ein und holte mit 66 Punkten so viele wie in den vergangenen Jahrzehnten sonst nur unter Favre. Der war auf der Zielgerade der Verhandlungen mit Borussia, so die Informationen unserer Redaktion, doch wieder zum Zauderer geworden.

„Sie können sicher sein, dass wir alles dafür getan haben. Er hat uns aber gesagt, dass er die Raute im Herzen trägt, aber nicht wieder in Deutschland arbeiten will“, sagte Virkus. Frankreich dagegen kann sich Favre sehr wohl noch einmal vorstellen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Lucien Favre