Federico Insúa über Gladbach-Zeit „Mit mehr Zeit hätte es funktionieren können“

Exklusiv | Mönchengladbach · 2006 war Federico Insúa Borussias erster Argentinier und ihr damaliger Rekordeinkauf. Nun kehrt er am 17. Dezember zurück nach Gladbach zum Legendenspiel im Borussia-Park. Im Interview sagt der heute 42-Jährige, warum die kurze Zeit in Gladbach für ihn dennoch wichtig war.

Borussia Mönchengladbach bezahlte 4,5 Millionen Euro für Federico Insúa.

Borussia Mönchengladbach bezahlte 4,5 Millionen Euro für Federico Insúa.

Foto: Wiechmann Dieter/Wiechmann, Dieter (dwi)

Federico Insúa ist für Borussia offenbar kein Weg zu weit. Fast 11.500 Kilometer liegen zwischen seiner Heimat Buenos Aires und Mönchengladbach, fast 16 Stunden dauert die Reise. Und doch hat Insúa, der inzwischen 42 Jahre alte Argentinier, gleich zugesagt, am 17. Dezember am Legendenspiel im Borussia-Park teilzunehmen, als die Anfrage aus seiner fußballerischen Vergangenheit kam.

Insúa kam 2006 mit 26 Jahren von den Boca Juniors, dem Klub des übergroßen Diego Maradona, für die damalige Rekordsumme von 4,5 Millionen Euro nach Gladbach. Manager Peter Pander machte den Deal klar, der angetan war, eine gewisse Euphorie auszulösen: Ein Argentinier mit der Nummer 10, das steht für großen Fußball, klar, dass die Erwartungen groß waren.

Wäre Insúa in der Gegenwart Borusse geworden, wäre wohl vieles anders gelaufen. Wie er hakenschlagend den Weg zum Tor suchte, elegant, leichtfüßig, aber auch ungezähmt, seine Spielfreude, sein Speed, ja, das würde richtig gut zum aktuellen Spiel der Borussen passen.

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Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel

Die Sache ist: Als Insúa Borusse wurde, war es eine andere Zeit. Eine Zeit voller Ungemach und Unstimmigkeiten, allein sein Zukauf wirkte kaum abgestimmt zwischen Pander und Trainer Jupp Heynckes, sein Fußball schien die Kollegen oft zu überfordern. Im Interview spricht Insúa, der in 33 Pflichtspielen zwei Tore erzielte und zwei vorbereitete, über seine Gladbach-Zeit.

Sie gingen als erster Argentinier in die Klubgeschichte ein bei Borussia – was bedeutet ihnen das?

Insúa Ich habe mich damals sehr gefreut, in der Bundesliga und bei so einem großen Verein in Deutschland wie Borussia spielen zu dürfen, und es war für mich eine neue Herausforderung, nachdem ich zuvor mit Boca einige Titel holen konnte. Es hat mich schon stolz gemacht, der erste Argentinier bei einem Verein mit so viel Historie zu sein, zumal ich die Möglichkeit bekommen hatte, nochmals in Europa spielen zu dürfen. Borussia war mein zweiter europäischer Klub, nachdem ich zuvor schon mal beim FC Malaga gewesen war.

Es war eine kurze Beziehung zwischen ihnen und Borussia – was bedeutet das eine Jahr bei Borussia rückwirkend?

Insúa Es war insgesamt eine sehr schwierige Saison, sowohl für mich, aber auch für den Verein. Trotzdem habe ich in dem einen Jahr viele positive Eindrücke bei Borussia sammeln können sowie viele Erfahrungen für den weiteren Verlauf meiner Karriere. Aber gerade diese schwierige Saison hat mich nochmals reifen lassen, und daher hat das eine Jahr schon einen sehr großen Wert in meiner Karriere.

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Was fehlte, damit es richtig klappte? Was waren die Probleme?

Insúa Ich glaube, am Ende fehlte die Konstanz in meinem Spiel. Das erste Jahr bei einem neuen Verein ist nie leicht, und ich denke, mit mehr Zeit hätte es durchaus funktionieren können. Ich wäre gern länger bei Borussia geblieben, war ein wenig überrascht und traurig als der Verein mir mitteilte, nicht weiter mit mir zu planen.

Waren Sie zu früh im deutschen Fußball als hängende Spitze, die Position gab es hierzulande ja erst später?

Insúa Das glaube ich nicht. Der Unterschied war, dass Boca eine Mannschaft war, die das Spiel gemacht hat, und da konnte ich meine Fähigkeiten im Spielaufbau super einbringen. Aufgrund des Abstiegskampfes haben wir uns damals bei Borussia mehr auf den Kampf und das Konterspiel fokussiert, das machte es dann oft schwierig für mich, meine Qualitäten zu zeigen.

Schauen sie nach so langer Zeit noch auf den deutschen Fußball und auf Borussia? War eine Rückkehr noch mal ein Thema?

Insúa Ja, ich habe Borussia nach meiner Zeit weiterverfolgt und mich sehr für den Klub und über die positive Entwicklung, die er genommen hat, gefreut. Vor allem auf die internationalen Spiele in der Europa League und der Champions League habe ich mich sehr gefreut, und ich drücke Borussia weiter die Daumen, dass sie die gute Entwicklung fortführen kann. Die Thematik bezüglich einer Rückkehr ist jedoch nie aufgekommen.

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