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László Bénes: Karriere bei Borussia Mönchengladbach stockt weiter

Seit 2016 schon im Verein : Bénes kommt bei Borussia auch unter Hütter nicht weiter

Laszlo Bénes hatte sich vor der Saison hohe Ziele gesetzt, kommt bei Borussia Mönchengladbach aber nach wie vor nicht auf große Einsatzzeiten. Eine Leihe im Winter könnte seine Karriere noch mal etwas ankurbeln. Sein Trainer Adi Hütter hat sich nun zu Bénes geäußert.

Ende Juli saß Laszlo Bénes im Trainingslager in Harsewinkel vor den versammelten Journalisten, um über seine Ziele in der neuen Saison zu sprechen. „Ich möchte mir hier einen Stammplatz erarbeiten“, sagte Bénes damals. Ein paar Monate später bleibt festzuhalten: Das hat bislang nicht geklappt. Wieder einmal. Denn Bénes ist mittlerweile seit über fünf Jahren bei Borussia.

Konstant spielte er aber nur zu Beginn der Saison 2019/20 eine Rolle, als er unter Ex-Trainer Marco Rose bis zum 15. Spieltag häufig in der Startelf stand, häufiger als ein Florian Neuhaus sogar, und in dieser Zeit vier Treffer vorbereitete. Seitdem hat der Linksfuß in den zurückliegenden zwei Jahren nur noch einmal in der Bundesliga in Gladbachs Startelf gestanden. In der Rückrunde der vergangenen Saison war er an den FC Augsburg ausgeliehen, kam auf zwölf Einsätze und schaffte so im letzten Moment den Sprung in den EM-Kader der Slowakei.

Im Anschluss wollte er unter Borussias neuem Trainer Adi Hütter, seinem siebten Profi-Trainer in Deutschland, endlich durchstarten. Hütter hat in Denis Zakaria und Manu Koné allerdings sein Duo für die Doppelsechs gefunden, was neben Bénes aktuell auch noch Christoph Kramer und Neuhaus zu spüren bekommen. „Grundsätzlich finde ich, dass Laszlo Bénes ein sehr, sehr guter Spieler ist“, sagte Hütter am Freitag vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. Bénes, das hatte Hütter bereits vor der Saison gesagt, sieht er ohnehin weiter vorne positioniert.

„Der Kader ist gut bestückt und wir haben leider nicht die Möglichkeit, in mehreren Wettbewerben zu spielen. Andernfalls würde sich die Frage vielleicht nicht stellen, weil jeder einzelne Spieler wahrscheinlich auf mehr Einsätze kommen würde“, erklärte Hütter weiter und betonte, dass er kein Trainer sei, der viel rotiere. „Wenn du nur in der Bundesliga spielst, ergibt es nicht so viel Sinn. Das bin ich nicht, das mache ich nicht, das ist auch nicht gut“, sagte Hütter.

Einen Vorwurf möchte er Bénes, der in der Vergangenheit unter anderem mit einem Mittelfußbruch und einer Sprunggelenksverletzung zu kämpfen hatte, nicht machen. „Er verhält sich super, ist ein toller Spieler und trainiert sehr professionell“, so Hütter, unter dem die Karriere des Slowaken aber weiter stockt. In der Mannschaft ist Bénes bestens integriert, die deutsche Sprache beherrscht er längst fließend. 24 Jahre alt ist er im September geworden. Aufgrund seines Alters ist er dem Talente-Status längst entwachsen, viel mehr Erfahrung als ein Jungprofi hat er allerdings nicht vorzuweisen. 58 Spiele hat er für Borussia bestritten, ein Großteil davon waren Kurzeinsätze. „Mir tut es auch leid, dass die Einsatzzeiten nicht die sind, die sich die Spieler wünschen. Aber das betrifft sicher nicht nur den Laszlo Bénes alleine“, sagte Hütter.

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Bénes, das hat er bei seinen Leihen zu Holstein Kiel und Augsburg bewiesen, kann in Mannschaften, bei denen die individuelle Qualität nicht so hoch ist wie in Gladbach, mithalten. Für Borussia scheint es dauerhaft aber nicht zu reichen, wenngleich der Klub froh darüber sein kann, einen so umgänglichen Spieler wie ihn im Kader zu haben. Für Bénes' Karriere könnte im Winter trotzdem eine weitere Leihe sinnvoll sein, um Spielpraxis zu sammeln. Zuletzt wurde er mit Zweitligist Werder Bremen in Verbindung gebracht. „Ich werde mit Max besprechen, wie wir den Kader im Frühjahr aufstellen werden. Dass vielleicht der eine oder andere Spieler kommen wird und vielleicht Wünsche äußert, ist legitim und normal. Mit diesen Themen werden wir uns dann auch auseinandersetzen“, sagte Hütter.

Bénes besitzt bei Borussia noch einen bis 2024 laufenden Vertrag. Dann wäre er acht Jahre im Verein. Seine persönlich beste Erinnerung hat er bislang vermutlich gleich in seinem ersten Pflichtspiel von Beginn an geschaffen: Am 5. April 2017 erzielte er den Siegtreffer beim 1:0-Heimerfolg gegen Hertha BSC.

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