Traumabschied beim KSC „Lars, es reicht, es ist vorbei“

Mönchengladbach · Lars Stindl hat sich selbst am vergangenen Wochenende mit dem wohl schönsten Ende einer Fußballkarriere beschenkt. Der 35-Jährige will nun erst mal eine Pause einlegen – und dann irgendwann wieder das Gladbach-Trikot tragen.

 Lars Stindl bejubelt seinen letzten Treffer als Profi gegen die SV Elversberg

Lars Stindl bejubelt seinen letzten Treffer als Profi gegen die SV Elversberg

Foto: dpa/Silas Schueller

Der Abschluss war wie gemalt: Erst wurde das letzte Heimspiel mit dem Karlsruher SC gegen seinen Ex-Klub Hannover 96 umrahmt von der offiziellen Verabschiedung, dann das Kopfballtor zum 3:0-Endstand bei der SV Elversberg, das Lars Stindl nur 15 Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte.

Dass Stindl besondere Abschiede kann, bewies er auch im vergangenen Jahr im Borussia-Trikot. Drei Tore gelangen ihm dabei in den letzten vier Spielen, sein Tor gegen Elversberg erinnerte an Stindls letztes Heimspiel-Tor beim 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum. Auch damals traf Stindl per Kopf – neun Minuten, nachdem er aufs Feld gekommen war.

Lars Stindl: „Würde es immer wieder so machen“

Mit seinem Wechsel zu seinem Heimatklub hatte sich Stindl den Traum erfüllt, noch einmal für den KSC aufzulaufen. „Ich würde es immer wieder so machen. Aber ich habe jetzt gemerkt, dass mein Körper sagt: Lars, es reicht, es ist vorbei“, sagte der 35-Jährige in einem „Kicker“-Interview. Für ihn und seine Familie steht nun erst einmal Urlaub auf dem Programm, die Vorfreude auf das Neue, das teils Ungewisse, ist bei Stindl groß: „Ich freue mich, grundsätzlich selbstbestimmt zu sein. Kein Training. Keine zusätzlichen Läufe, keine Rechenschaft über alles ablegen müssen, frei entscheiden können, was ich mache. Und: Ich freue mich auf die EM.“

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Vor allem zu Christoph Kramer, Tobias Sippel, Florian Neuhaus, Tony Jantschke und Patrick Herrmann pflege er noch Kontakt in Gladbach. Nach dem Spiel gegen Hannover machte sich die Borussia-Fraktion auf den Weg, um die von Stindls Frau organisierte Überraschungsparty mitzuerleben im vor einem Jahr bezogenen neuen Haus. Vom Fußballgeschäft will sich Stindl erst mal verabschieden, allerdings nicht auf Dauer. „Ich werde nach etwas Abstand meine Kontakte nutzen und bei verschiedenen Vereinen reinschauen. In meiner Karriere habe ich ja nur drei Klubs kennengelernt. Mich interessiert schon, wie andere Vereine arbeiten“, sagte Stindl.

Stindl steht für Spiele der Weisweiler Elf in Gladbach bereit

Während das Profi-Dasein für Stindl nun ein Ende hat, will er seine Fußballschuhe noch nicht endgültig an den Nagel hängen. „Ich werde bestimmt mit Kumpels einmal die Woche kicken. Wenn sich Rainer Scharinger mit seinem Team meldet, Spiele für einen guten Zweck – klar. Das macht auch die Weisweiler Elf der Borussia, auch da bin ich dabei“, sagte Stindl.

Bei der Weisweiler Elf könnte er noch einmal gemeinsam mit Ex-Teamkollegen wie Raffael auflaufen, möglicherweise werden auch Patrick Herrmann oder Tony Jantschke, die wie Stindl ihre aktiven Karrieren beendet haben, irgendwann mal dort zu sehen sein.

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