Borussia: Kompakter mit Marx

Borussia: Kompakter mit Marx

Der Mittelfeldrenner kehrte nach seiner Verletzungspause zurück – und stabilisierte beim 1:1 in Köln das zuletzt unorganisierte defensive Zentrale. Auch Michael Bradley spielte besser, kassierte aber die fünfte Gelbe Karte.

Der Mittelfeldrenner kehrte nach seiner Verletzungspause zurück — und stabilisierte beim 1:1 in Köln das zuletzt unorganisierte defensive Zentrale. Auch Michael Bradley spielte besser, kassierte aber die fünfte Gelbe Karte.

Da war sie wieder, die Kompaktheit, die Borussia in den Spielen zuvor, als in Dortmund 0:3 und gegen Wolfsburg 0:4 verloren wurde, abhanden gekommen war. Kaum einmal durfte der 1. FC Köln vorstoßen bis zum Tor von Logan Bailly. Das 1:1 von Maniche, dieser "Sonntagsschuss", wie Trainer Michael Frontzeck sagte, das war eigentlich bis dahin die einzige echte Torgelegenheit des FC. Minuten danach durfte auch Milivoje Novakovic seinen ersten ernsthaften Torschuss abgeben, das war es dann aber auch für Köln.

"Wir haben nicht viel zugelassen", sagte Thorben Marx. Der blonde Mittelfeldrenner war zurückgekehrt nach fünf Wochen erzwungener Pause, und von seiner hartnäckigen Schambeinreizung war nichts mehr zu spüren in Köln. "Es ist schön, bei so einem Spiel dabei sein zu können", sagte Marx. Er wurde vor der Saison von Frontzeck als Stabilisator mitgebracht aus Bielefeld. Im Derby zeigte Marx, warum.

"Die Abläufe sind drin"

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Zuletzt war das defensive Mittelfeld nicht mehr so recht in Ordnung gewesen, das Duo Marcel Meeuwis und Michael Bradley bekam die Sache nicht in den Griff. Nun aber war Marx wieder da anstelle von Meeuwis — und Bradley war gleich wieder deutlich stärker. "Die Automatismen sind drin, jeder weiß genau, was der andere tut", sagte Marx. Wenn er den Ball nach vorn treibt, dann sichert Bradley ab. Und umgekehrt. Meeuwis interpretiert die Position deutlich passiver, ist mehr ein reiner Abräumer als Initiator. So war Bradley zuweilen als auf sich gestellter Umschalter überfordert und verlor die Übersicht.

Mit Marx und Bradley fand Borussia schon nach der Niederlagenserie in der Hinrunde zurück zur nötigen Stabilität. So war es auch nun in Köln. Gegen Hamburg jedoch wird das defensive Duo in der Zentrale gleich wieder gesprengt. Denn Bradley sah zum fünften Mal Gelb und ist am Sonntag gegen den HSV gesperrt. So wird dann wohl Marx mit Meeuwis die Doppelsechs vor der Abwehr bilden.

Eine Variante, die Michael Frontzeck schon öfter erprobt hat —und die vor Saisonbeginn die wahrscheinlichste schien, da Bradley wegen seiner Nationalmannschaftsverpflichtungen einen Teil der Vorbereitung verpasst hatte. Doch dann kristallisierte sich die Zusammenarbeit von Marx und Bradley als die effektivste heraus.

Mit mehr Ruhe im Zentrum des Spiels wirkte Borussia auch in Köln wieder weitaus selbstbewusster als zuvor. "Wir haben ruhig gespielt, haben versucht, den Ball laufen zu lassen. Es war gut", fand Sportdirektor Max Eberl. Einzig die Minuten vor und nach dem Ausgleich (79.) waren konfus. "Da haben wir tiefer gestanden und versucht, die drei Punkte zu verteidigen", sagte Marx. Das klappte nicht. "Aber wir haben Köln auf Abstand gehalten", war Marx insgesamt zufrieden.

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(RP)