Borussia Mönchengladbach: Kachunga: Aufstieg mit Paderborn "einfach nur geil"

Borussia Mönchengladbach: Kachunga: Aufstieg mit Paderborn "einfach nur geil"

Als das ostwestfälische Fußball-Wunder amtlich war, gab Elias Kachunga via Facebook bereitwillig Auskunft über seine Gefühlslage.

"Danke an alle die an uns geglaubt haben, einfach nur geil das Gefühl", schrieb er und postete dazu ein Foto, auf dem er das T-Shirt zu Tage trägt: "Aufstiegshelden" steht darauf. Beim 2:1 gegen VfR Aalen am letzten Spieltag, das Paderborn zum Bundesligisten machte, hat Kachunga nicht mitgewirkt. Er fehlte, weil er verletzt und gesperrt war. So war er vor dem Anstoß Gesprächspartner des Sky-Moderators, nach dem Spiel war er eines von endlos vielen ostwestfälischen Feierbiestern.

Kachunga bis 2015 in Gladbach unter Vertrag

Kachunga, der gebürtige Kölner, ist Teil einer Fußball-Geschichte, die Borussias Sportdirektor Max Eberl als "Märchen" definiert. "Die Paderborner haben Qualität und sie haben die Schwächen der namhaften Konkurrenten genutzt. Vor allem haben sie Ruhe bewahrt, als es am Anfang der Saison nicht so gut lief. Mit der Leistung, die Paderborn mit dem kleinen Etat erbracht hat, hat es sich den Aufstieg verdient", sagt Eberl. Ihn freut es, dass "dieses Beispiel zeigt, dass im Fußball fast alles möglich ist". Der Manager hat durchaus genau hingeschaut, was sich in Paderborn tut — den Elias Kachunga, der Stürmer, der nur das letzte Saisonspiel verpasst, gehört nach wie vor den Borussen. Bis 2015 ist sein Vertrag in Gladbach datiert.

  • 2. Bundesliga 13/14 : Paderborner Bierdusche für Esther Sedlaczek
  • 2. Bundesliga 13/14 : Paderborn feiert Aufstieg mit Mini-Bierduschen

Für Kachunga ist der Paderborner Aufstieg ein ganz persönlicher Glücksmoment in seiner Karriere. Bei Borussia sah er Anfang 2012 keine Perspektive mehr und bat um einen Wechsel. Er wurde für ein halbes Jahr an den Drittligsten VfL Osnabrück ausgeliehen, danach an den Zweitligisten Hertha BSC. Da jedoch klappte es nicht mit dem Ex-Borussen und dem früheren Gladbach-Trainer Jos Luhukay. Anfang 2013 ging Kachunga zum SC Paderborn und fand in der erzkatholischen Bischofsstadt sein Glück. In seiner ersten Halbserie bei den Ostwestfalen machte der variabel einsetzbare Stürmer 13 Spiele (drei Tore), in der just zu Ende gegangenen Saison 33 Spiele. Sechs Tore erzielte er dabei, das letzte brachte Paderborn am 30. Spieltag den wichtigen 2:1-Auswärtssieg in Ingolstadt.

"Ich denke, dass Elias eine super Entwicklung gemacht hat. Er ist den richtigen Weg gegangen, der Aufstieg ist für ihn wie ein Sechser im Lotto. Jetzt kann er sich in der Bundesliga beweisen", sagt Eberl. Und das wohl beim SC Paderborn. Der Aufsteiger hat längst angefragt, ob aus der Ausleihe ein Kauf des Deutsch-Kongolesen werden könne. Der Marktwert Kachungas wird bei Transfermarkt.de auf eine Million Euro taxiert. Die Borussen wollen den 22-Jährigen nicht verschenken, "aber wir werden ihm auch nicht im Weg stehen", sagt Eberl. Das klingt nach einer wenig problematischen Verhandlungsbasis. Zumal Paderborn schon mal gute Erfahrungen mit einem Deal mit Gladbach machten, als Lukas Rupp für eine Halbserie ausgeliehen wurde.

Bundesliga hat Kachunga schon gespielt — als Jugendlicher bei Borussia. Da gehörte er zu der Gladbacher U17-Mannschaft, die 2009 im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft knapp am VfB Stuttgart scheiterte (1:2, 1:1). In jener Saison war Kachunga mit 17 Treffern Torschützenkönig der B-Junioren-Bundesliga West und wurde mit Gladbach Meister. Seine damaligen Teamkollegen Marc-André ter Stegen, Julian Korb, Amin Younes (alle Borussia), Yunus Malli (Mainz) und Bernhard Janeczek (SV Ried, Österreich) spielen schon in der Ersten Liga - und künftig auch der Paderborner Aufstiegsheld Kachunga.

(RP)