Jahrestabelle der Bundesliga Gladbach hat sich stabilisiert - 2023 muss aber besser werden

Mönchengladbach · Wie sähe die Bundesliga aus, wenn die Saison vom Beginn bis zum Ende des Jahres gespielt würde? 2022 hat Borussia Mönchengladbach nach einem schwierigen Start Fortschritte gemacht. Die Jahrestabelle offenbart aber auch Probleme.

Bundesliga: Jahrestabelle 2022 - Gladbach ist einstellig
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Die Bundesliga-Jahrestabelle 2022

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Foto: AFP/KERSTIN JOENSSON

Der FC Bayern hat die zwölfte Meisterschaft in Folge eingefahren. Macht Sie das stutzig? Sind es nicht zehn und in einigen Monaten wahrscheinlich elf? Nein, die Rede ist von der Jahrestabelle. Von 2011 bis 2022 lagen die Bayern immer vorne, wobei es diesmal überraschend knapp war. 68 Punkte aus 32 Bundesligaspielen bedeuteten lediglich einen Vorsprung von vier Punkten auf RB Leipzig – das kurzzeitig immerhin so strauchelte, dass es den Trainer wechselte.

Für die Münchner war es vom Punkteschnitt her das schwächste Jahr seit 2010, als der Kalenderjahr-Meister letztmals ein anderer war. Borussia Dortmund lag damals vorne, nun beendet der BVB das Jahr auf dem dritten Platz, acht Punkte hinter den Bayern. Zehn Niederlagen sind eine Menge, genauso viele kassierte Borussia Mönchengladbach unter ihren beiden Trainern Adi Hütter und Daniel Farke.

Das Gesamtbild ist ordentlich aus Gladbacher Sicht. 48 Punkte aus 32 Spielen bringen den siebten Platz, also die virtuelle Chance auf die Conference League. Allerdings beträgt der Rückstand auf den Sechsten Bayer 04 Leverkusen schon sechs Zähler. Davor liegt der SC Freiburg, Union Berlin würde in die Champions League einziehen, wenn wie in Schweden oder Norwegen eine Saison vom Beginn bis zum Ende des Jahres dauern würde. Damit ist Union der vierte Klub seit Leipzigs Bundesliga-Aufstieg vor sechs Jahren, der die Top Vier vervollständigt. RB, Bayern und Dortmund waren immer dabei, 2017 und 2018 hatte die TSG Hoffenheim überragende Jahre, 2019 und 2020 Leverkusen, 2021 Eintracht Frankfurt und nun eben die Köpenicker, die erst ihre vierte Bundesliga-Saison spielen.

Mit Blick auf Gladbach offenbart sich ein Mittelbau-Problem der Fohlen. Gegen Bayern, Leipzig und Dortmund war die Bilanz 2022 mit 13 Punkten aus sechs Spielen herausragend (von der 0:6-Klatsche beim BVB mal abgesehen). In der Jahrestabelle beginnt ab dem zwölf Platz mit Hoffenheim die Abstiegszone, in 13 Spielen gegen diese Teams holte Borussia 26 Punkte, im Schnitt also leicht weniger als gegen die absoluten Top-Mannschaften. Ein besseres Jahresergebnis verhindert das Abschneiden gegen Vereine im eigenen Dunstkreis – von Union und Freiburg über Leverkusen, Wolfsburg und Köln bis zu Frankfurt und Mainz. Die Ausbeute: ein Sieg aus 13 Spielen (im Derby), gerade einmal neun Punkte. Ein Vorsatz fürs neue Jahr steht damit fest – bessere Ergebnisse gegen direkte Konkurrenten.

2022 war auf jeden Fall besser als 2021: 1,5 statt 1,32 Punkte im Schnitt, 1,88 statt 1,63 Tore, 1,66 statt 1,74 Gegentore, Siebter statt Elfter. Doch im defensiven Bereich ist eindeutig Luft nach oben. Bislang verhinderten die Abwehrleistungen auch ein besseres Abschneiden unter Trainer Farke, der 2022 im Schnitt 1,47 Punkte holte, ein paar weniger sogar als Hütter (1,53), der Borussia erst in den Abstiegskampf führte und von dort wieder in stabile Sphären. Nun gilt es, den Aufwärtstrend zu Beginn des neuen Jahres fortzusetzen.

(jaso)
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