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Borussia Mönchengladbach: Hrgota — vom Unsichtbaren zum Matchwinner

Borussia Mönchengladbach : Hrgota — vom Unsichtbaren zum Matchwinner

Im Kurznachrichtendienst Twitter postete neulich jemand scherzhaft "Chuck Norris vergisst Hrgota" in Anlehnung an die wiederholte Erinnerung von Borussias Trainer Lucien Favre an die Journalistenschar, doch bitte beim Thema Offensivkräfte stets den jungen Schweden auf dem Schirm zu haben. Beim Gladbacher 3:1 zum Pokalauftakt beim FC Homburg zeigte Hrgota mit zwei Treffern nun einmal mehr, dass vor dem Tor auf ihn Verlass ist.

"Ich habe immer gesagt, dass es wichtig es, wenn ein Stürmer Tore macht — für mein Selbstvertrauen und für die Mannschaft", sagte der 21-Jährige im Kabinengang des Waldstadions. Dort war er letztlich zum Matchwinner avanciert — und das, obwohl er fast die gesamten 78 Minuten, die er auf dem Feld stand, ziemlich unsichtbar agierte.

Im Sturmzentrum, in dem er anstelle des erkrankten Max Kruse seinen Dienst verrichten durfte, sah Hrgota nur ganz selten Land und noch seltener den Ball gegen eine Neuner-Defensive der wacker mauernden Homburger. Wenn er am Spiel teilnehmen wollte, musste er sich bis an den Mittelkreis fallen lassen, allerdings war dann das Zentrum verwaist, so dass Hereingaben der agilen Ibrahima Traoré und André Hahn keinen Abnehmer fanden.

Muster an Effizienz

Doch Hrgota wäre nicht Hrgota, wenn er viele Szenen bräuchte, um zu treffen. In Homburg war er einmal mehr ein Muster an Effizienz. In der Nachspielzeit von Halbzeit eins schaltete er blitzschnell, als der Ball irgendwie bis zu ihm durchgedrungen war und brachte Borussia per Picke in Führung. Und nach dem Wechsel stand er nach Granit Xhakas Chance goldrichtig und verwandelte den Nachschuss zur Vorentscheidung.

Von seinem Trainer gab es anschließend dann auch ein Extra-Lob. "Er muss weiter so arbeiten. Er hat noch viel zu lernen. Er ist einundzwanzig-einhalb. Er hat unglaublich viel Potenzial", sagte Favre. In den Testspielen dieses Sommers hatte Hrgota schon viermal getroffen, nun wieder zweimal. Eine Ausbeute, die sich sehen lassen kann und die Borussia auch braucht. Schließlich fällt Kruse auch in Sarajevo und gegen Stuttgart aus.

Mit seinen Toren von Homburg machte "Branne" zudem die Geschichte vom letztjährigen Pokalaus in Darmstadt vergessen, bei dem er den entscheidenden Elfmeter verschossen hatte. "Letztes Jahr war eine andere Sache. Da denke ich nicht mehr dran. Jetzt ist eine neue Saison. Wir haben heute gewonnen. Das ist wichtig", sagte er. Hrgota wie auch seine Kollegen, aber vor allem die Fans, hoffen, dass es für Gladbach dieses Jahr im Pokal mal wieder weit geht. Wie weit? Bis ins Finale sogar? "Warum nicht?", fragte Hrgota lächelnd als Konter. Tore von ihm könnten dabei helfen, diesen Traum zu verwirklichen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Pressestimmen zur 1. Runde