Herbert Wimmer hätte Max Kruse für die WM nominiert

Borussia Mönchengladbach : Weltmeister Wimmer hätte Kruse für die WM nominiert

Obwohl er seine große Zeit in den 1970er Jahren hatte, als er alle fünf Meistertitel mit Gladbach holte, ist er noch heute ein großes Idol der Borussia-Fans: Herbert "Hacki" Wimmer (69). 1974, also vor 40 Jahren, wurde er mit Deutschland Weltmeister.

"Sagenhaft" findet der ehemalige Nationalspieler die Prämie, die Lahm, Schweinsteiger, Hummels, Reus und Co. für einen WM-Sieg vom DFB bekommen würden: 300 000 Euro. "Wir haben 1974 für den Weltmeistertitel 70 000 D-Mark Siegprämie erhalten, nach Abzug aller Steuern blieben uns 28 000 Mark. Wir waren dennoch zufrieden, irgendwie war damals alles eine Nummer kleiner und bescheidener", sagt Wimmer.

Das betrifft auch die Unterkunft. Während für die heutige Nationalelf eigens ein feudales Camp in Brasilien angelegt wurde und man ausschließlich in luxuriösen Fünf-Sterne-Wellness-Tempeln logiert, bereiteten sich die 74er WM-Helden noch spartanisch vor. "Unsere Wellness-Oasen waren die nicht gerade üppig eingerichteten Sportschulen in Malente, Kaiserau und Grünwald", erinnert er sich.

Daheim in Aachen-Brand will sich Wimmer die deutschen WM-Spiele ansehen. "Wenn wir unter die letzten Vier kommen, wäre das für mich schon eine gute Sache", sagt der 36-fache Nationalspieler. Die Berufung von Borussias Shootingstar Christoph Kramer in den aktuellen WM-Kader freut ihn sehr. "Der Junge ist ja so fleißig, er hat in jedem Spiel geackert, so wie ich früher, seine Entwicklung bei der Borussia war einfach sagenhaft", sagt er. Sein früherer Teamkamerad Berti Vogts hatte Kramer zuletzt als einen "Typ wie Hacki Wimmer" bezeichnet.

Wimmer hätte den Gladbacher Max Kruse im Gegensatz zu Bundestrainer Jogi Löw für Brasilien berufen. "Max hatte im Verlauf der Saison zwar Licht und Schatten, hat aber viele Tore gemacht und auch viele vorbereitet. Er war hinter Reus der beste Scorer der Bundesliga. Ich hätte ihn mitgenommen", sagt Wimmer. Mit dem Ist-Zustand "seiner" Borussia ist er zufrieden. "Der Klub hat eine tolle Saison gespielt, ist wieder in Europa dabei. Es hat Spaß gemacht", sagt der ehemalige "Wasserträger" von Günter Netzer.

(RP)
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