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Borussia Mönchengladbach: Größter Gladbach-Fanclub der Welt

Borussia Mönchengladbach : Größter Gladbach-Fanclub der Welt

Die "Odenwälder Fohlen" sind täglich beim Trainingslager der Borussia in Rottach-Egern dabei und beobachten die Mannschaft bei den Vorbereitungen auf die neue Bundesliga-Saison. Aber auch aus Gladbach sind viele Fans angereist.

Für Frank Landzettel ist es das erste Mal. Doch von jetzt an wird der 46-Jährige öfter mitfahren ins Trainingslager der Borussen, das hat er schon entschieden. "Es ist spannend, jeden Tag zu sehen, wie Lucien Favre mit der Mannschaft arbeitet", sagt Landzettel. Er ist mit einer Delegation angereist. 15 weitere Mitglieder des Fan-Clubs Odenwälder Fohlen, dessen Vorsitzender Landzettel ist, stehen täglich am Rand des Übungsfeldes, das sonst die Heimat des FC Rottach-Egern ist. Einige sind nun heimgereist, einige noch da.

Die Odenwälder Fohlen sind, so darf man wohl sagen, der größte Gladbach-Fanclub des Universums. Über 600 Mitglieder gibt es — und drei prominente Ehrenmitglieder: Hans Meyer, Max Eberl und Steffen Korell. Natürlich wurde mit den Herren auch schon geplaudert am Tegernsee, meist aber stehen Landzettel und die anderen Odenwälder unter einem der großen Schirme vor dem Sportlerheim und fachsimpeln. Einmal kam sogar Borussias Präsident Rolf Königs dazu und fragte nach dem werten Befinden an der Basis. Nah dran sein am Team — das ist das vornehmliche Reiseziel jener, die dabei sind am Tegernsee. Die Fanbeauftragten haben am Endgang des Platzes ein Regelwerk aufgehängt. Im vergangenen Jahr war der eine oder andere Lager-Reisende zu forsch und missachtete das rot-weiße Flatterband, das den Bereich des Teams abtrennte, geflissentlich. Dieses Mal gibt es Metallzäune, die den Weg eindeutiger verstellen. Es ist aber alles ruhig.

Thomas "Tower" Weinmann, Borussias Fanbeauftragter, ist zufrieden. Einen Fanabend indes wird es nicht geben — wegen des Massenandrangs der Borussen. 250, vielleicht sogar 300 sind tagein, tagaus dabei, wenn Lucien Favre seine Mannen schult. Dass die Fans Einheiten in Extralänge, für die sie im Kino ganz sicher extra zahlen müssten, zu sehen bekommen, gefällt ihnen. "Wir genießen das schöne Wetter und die schönen Trainingsbedingungen. Es macht sehr viel Spaß, der Borussia zuzusehen und die neuen Leute zu betrachten", sagt Frank Landzettel.

Wie viele Fans am Tegernsee ist er recht optimistisch, was die neue Spielzeit angeht. "Wir erwarten durchaus die Chance auf einen Europapokalplatz. Hinter den vier Topteams Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind wir gut aufgestellt", sagt der Mann aus dem hessischen Rossdorf. "Bei Darmstadt", sagt er dazu — und grinst. "Ja, das Pokalspiel. Ein super Los für uns, wir sind natürlich dabei", versichert Landzettel. Und auch für Borussias Spiel bei 1899 Hoffenheim am fünften Spieltag haben er und seine Klubkameraden schon einen Plan geschmiedet: "Wir gehen zu Fuß dahin", erzählt Landzettel. Danach widmet er sich wieder dem Training. Hans Laumen und Herbert Krichel schauen ebenfalls genau hin. Sie sitzen weiter hinten, im Schatten. Die beiden sind von Berufs wegen nah dran an Gladbach. Sie gehören zum Ordnerteam im Borussia-Park. Weswegen sie bislang auch nie die Zeit gefunden haben, mitzufahren in ein Trainingslager. "Jetzt hat es endlich geklappt und es macht Spaß", sagt Laumen. Er ist seit 1967 im Ordnungsdienst, Krichel seit 1969. "Ja", sagt Laumen, "wir haben die große Zeit hautnah erlebt. Aber es ist schön zu sehen, wie sich die Mannschaft mit Trainer Lucien Favre jetzt entwickelt", sagt Krichel. Er spielte selbst früher für Borussias Reserveteam in der Landesliga.

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Sie hat ein bisschen was von einem Volksfest, die Invasion der Borussen am Tegernsee. Der mobile Fanshop der Borussen ist auch da. Juan Sierra und Carolina Altrogge haben eine Menge zu tun. "Die neuen Trikots sind natürlich der Renner. Das Heimtrikot, das grüne Auswärtstrikot und das schwarze Ausweichtrikot werden aber gleich viel gekauft, da gibt es keinen Favoriten", sagt Sierra.

Zuletzt hatte er einen Sonderfall: Ein Fan hatte gleich am 1. Juli, als die neuen Trikots rauskamen, eines mit dem Namen Nordtveit gekauft im Fanshop. Nur: Es war ein Nordveit, das "t" fehlte. Der Fan wandte sich an Sportdirektor Max Eberl, der kümmerte sich und der Mann bekam ein Trikot mit der richtigen Schreibweise. Das alte Hemd indes dürfte Kultstatus bekommen. Borussia korrigierte den Fehler sofort.

Rottach-Egern hat in diesen Tagen die Raute in sich.

(RP)