Party statt Vorbereitung: Gohouri und Coulibaly aus Kader gestrichen

Party statt Vorbereitung: Gohouri und Coulibaly aus Kader gestrichen

Mönchengladbach (RPO). Alles war rosarot bei Borussia. Allzu rosig, und auch nur bis bis Sonntagnachmittag. Da kam heraus, dass zwei Spieler, Steve Gohouri und Soumaila Coulibaly, bis tief in die Nacht zum Sonntag in einer Kölner Disco gefeiert hatten, statt sich konzentriert zu Hause auf das Montags-Derby gegen den 1. FC Köln vorzubereiten.

Sportdirektor Christian Ziege und Trainer Jos Luhukay reagierten prompt und knallhart: Beide Spieler wurden aus dem Kader für den Fußball-Schlager gestrichen. "So etwas können wir nicht zulassen. Das ist nicht professionell. Beide wissen das auch", sagte Ziege.

Gohouri und Coulibaly waren vor dem Abschlusstraining kleinlaut und reumütig bei ihm erschienen und hatten gestanden. Allerdings nicht ganz aus eigenem Antrieb, sondern als ertappte Sünder. Und, anders kann es kaum nennen, als komplette Deppen.

Beide hatten sich im nicht gerade nicht gut beleumundeten "Diamonds" um 2\.09 Uhr in der Früh aus freien Stücken von der Fotografin einer Kölner Boulevardzeitung ablichten lassen: mit einer leicht bekleideten Bedienung, dem Chef der Disco und Dirk Lottner, Ex-Bundesligaprofi und jetzt Jugendtrainer beim 1\. FC Köln. Ein Schuft, der Schlechtes dabei denkt ...

Keine gute Woche also für Steve Gohouri, der sich im vergangenen Dreivierteljahr in Gladbach eigentlich als Musterprofi dargestellt hatte. Am Mittwoch hatte er beim Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste in Örterreich (2:3) die Rote Karte gesehen. Und nun der "Platzverweis" bei Borussia. "Ich sage dazu gar nichts", antwortete er auf die, wie er und Coulibaly auf die Idee zu diesem "Ausflug" (und das ausgerechnet noch nach Köln) gekommen seien.

Während Coulibalys Ausfall als Ersatzspieler sportlich zu verschmerzen ist, muss Jos Luhukay wegen Gohouri heute die Abwehr und auch das defensive Mittelfeld umbesetzen. Dabei hatte er ohnehin schon leichte Sorgen. Denn die zweiwöchige Liga-Pause ist der Mannschaft auch sonst nicht so gut bekommen.

Gleich drei Spieler haben sich in Testspielen oder Übungseinheiten verletzt: Nach Marvin Compper, Kasper Bögelund und Nando Rafael könnte heute auch noch Oliver Neuville ausfallen. Der Stürmer (vier Treffer) verdrehte sich das Sprunggelenk und hat seit Freitag nicht mehr trainiert. Kann er nicht spielen, fehlen mit ihm, Nando Rafael und Roberto Colautti gleich drei Stürmer, muss Luhukay mit Sascha Rösler oder dem 19-jährigen Moses Lamidi neben Rob Friend (sechs Tore) improvisieren.

So möchte Neuville wenn irgend möglich spielen. "Unsere Chancen stehen gut. Denn Köln steht mehr unter Druck als wir. Verliert der FC, hat er schon neun Punkte Rückstand auf uns."

Das Selbstvertrauen der Gladbacher war nach sechs Siegen in Folge und dem Sprung an die Tabellenschier grenzenlos geworden. "Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen weiter ganz konzentriert arbeiten", hatte Jos Luhukay noch am Freitag davor gewarnt, in der Euphorie nachlässig und überheblich zu werden. Steve Gohouri und Sammy Coulibaly hat diese Mahnung offenbar nicht erreicht.

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