Geschichte der Gladbacher Siegtore Wo Elvedi gleichauf liegt mit Thuram und Plea

Mönchengladbach · Alassane Plea war der bislang letzte, Günter Netzer der erste Borusse, der ein Bundesligaspiel mit einem Siegtreffer für Gladbach entschied. Fast 200 Partien gewann der Klub bislang auf diese Weise in der Liga. Wir haben weitere Zahlen und Fakten rund um Borussias denkwürdigste Siegtore gesammelt.

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Das sind Borussias denkwürdigste Siegtore

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Foto: Wiechmann, Dieter (dwi)

Es war ein Jubelsturm mit etwas Anlauf. Schließlich musste der Videoschiedsrichter erst aufklären, dass Marcus Thuram bei seinem 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf nicht im Abseits gestanden hatte. Doch dann gab es am 22. September 2019 kein Halten mehr: Trainer Marco Rose jubelte kräftig mit in der Spielertraube vor seiner Bank, Doppelpacker Thuram feierte seine ersten beiden Tore in der Bundesliga – und Borussia einen ganz wichtigen Heimsieg, wenige Tage nach einem erschreckenden 0:4 in der Europa League gegen den Wolfsberger AC. Gladbach nahm den Schwung dieses Sieges mit und erreichte letztlich die Champions League.

Dieser Erfolg war an jenem September-Nachmittag noch nicht vorherzusehen, doch Siegtore – noch dazu in der Schlussphase – sind generell eine emotionale Angelegenheit. Wenn das Pendel zu beiden Seiten ausschlagen kann und das eigene Team letztlich dank einer Aktion die Oberhand behält, fühlt sich mitunter der Sieg noch viel besser an als ein klares 4:0. Natürlich gibt es auch knappe Spiele, in denen früh bereits das entscheidende Tor fällt – so wie in der laufenden Saison, als Alassane Plea gegen Hertha BSC per Elfmeter in der 34. Minute den 1:0-Siegtreffer erzielte.

Gladbachs bislang letztes Siegtor hat damit etwas gemein mit dem ersten in der Bundesliga für Borussia: Am 30. Oktober 1965 traf Günter Netzer schon in der zweiten Minute gegen den VfB Stuttgart zum 1:0-Endstand – mit einem verwandelten Elfmeter. Seitdem sind viele Bundesligapartien hinzugekommen, in denen ein Borusse seine Mannschaft mit dem entscheidenden Tor erlöste. Wir haben ein paar interessante Zahlen zu Gladbachs Siegtoren in der Bundesliga zusammengestellt.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

195 Spiele entschied Borussia bislang in der Bundesliga durch ein Siegtor für sich. Aufgeteilt werden diese Treffer auf 93 Torschützen – und sieben Eigentore, die den Gladbachern zum Erfolg verhalfen. Bester Siegtorschütze ist – wenig überraschend – Rekordtorjäger Jupp Heynckes mit 15 siegbringenden Ligatoren. Es folgen mit je sechs Treffern Günter Netzer und Allan Simonsen.

Acht Spiele mit Gladbacher Siegtoren in einer Saison – das ist bislang die Bestmarke und in Borussias Bundesligahistorie dreimal vorgekommen: in der ersten Meistersaison 1969/70, in der einzigen Spielzeit mit 20 Mannschaften und somit 38 Partien (1991/92) sowie 2011/12, als Gladbach nach der geglückten Relegation unter Lucien Favre gleich in die Play-offs zur Champions League stürmte. Allerdings gab es zwischen diesen drei Spielzeiten auch Unterschiede: Während 91/92 acht verschiedene Spieler für die acht Siegtore verantwortlich zeichneten, war 69/70 Ulrik Le Fevre alleine viermal der entscheidende Mann. So viele Siegtore in einer Saison erzielte sonst nur Jupp Heynckes in seinem letzten Profijahr 1977/78.

Vier Siegtore kommen bei Patrick Herrmann bislang in seiner Karriere zusammen – damit liegt er im aktuellen Kader der Gladbacher vorne, ihm folgen Thuram, Plea und Nico Elvedi mit drei Toren. Würde Herrmann noch einmal derart entscheidend in der Liga treffen, würde er alleine den vierten Platz im Allzeit-Ranking hinter Heynckes, Netzer und Simonsen einnehmen.

Fünf Spieler haben eine 100-Prozent-Quote – ihr einziges Bundesliga-Tor für Gladbach war zugleich ein Siegtreffer. Das trifft auf Joachim Stadler, Craig Moore, Patrick Paauwe, Roman Neustädter und Laszlo Bénes zu. Kurios: In allen fünf Fällen handelte sich um einen 1:0-Sieg. Dagegen ist Bernd Rupp der Borusse mit den meisten Bundesligatoren, ohne mindestens einmal zum Sieg getroffen zu haben. Mit 50 Toren liegt Rupp auf dem 15. Platz in Gladbachs ewiger Torschützenliste, ein Siegtreffer war nicht dabei.

26 Sekunden – so lange benötigte Rob Friend, ehe er nach seiner Einwechslung im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg im Februar 2010 den 2:1-Siegtreffer erzielte. Schneller als der Kanadier war nie ein Borusse. Und Stadionsprecher Torsten Knippertz hatte damals Friend bei dessen Einwechslung bereits das Tor zum 2:1 prophezeit – eine von so vielen Geschichten rund um Gladbacher Siegtore.

Die denkwürdigsten Treffer dieser Art in Gladbachs Vereinsgeschichte seit dem ersten DFB-Pokalsieg 1960 thematisieren wir gesondert in einer Bilderstrecke, die es hier zu sehen gibt.

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