Später Sommer-Transfer Warum Ngoumou derzeit im Borussia-Training heraussticht

Mönchengladbach · Nathan Ngoumou und Julian Weigl wechselten erst zur Borussia, als in der Bundesliga bereits vier Spieltage absolviert waren. Für sie ist es nun im Winter die erste echte Vorbereitung mit dem neuen Team. Welche Vorteile Trainer Daniel Farke darin vor allem für Ngoumou sieht.

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Am Mittwoch musste Nathan Ngoumou mit dem Training aussetzen. Während die Kollegen ihre Einheit auf dem Platz absolvierten, musste dem 22-Jährigen ein Hagelkorn am Auge entfernt werden. Wegen der Entzündung im oberen Augenlid hatte der Franzose schon am Dienstag nicht am Teamtraining teilnehmen können, sondern hatte nur individuell einige Läufe absolviert. Indes ist es nur eine kurze Pause, die Ngoumou einlegen musste, schon am Donnerstag könnte er zurückkehren – was vor allem sein Trainer hofft. Denn Daniel Farke ist mit der bisherigen Winter-Vorbereitung des Flügelspielers sehr zufrieden.

„Es ist natürlich ärgerlich, dass Nathan jetzt zwei, drei Tage fehlt. Aber insgesamt hat er es in den ersten Trainingswochen gut gemacht, er war definitiv einer, der besonders rausgestochen hat. Er hat in den Einheiten bislang überzeugt und ist körperlich in einer guten Verfassung“, lobte Farke den Franzosen, für den es die erste richtige Vorbereitung in Gladbach ist. Jene im Sommer hatte Ngoumou noch nicht mitgemacht, da er erst am 30. August – als bereits vier Ligapartien gespielt waren – vom FC Toulouse zur Borussia gewechselt war.

Noch zwei Tage nach Ngoumou kam Julian Weigl als letzter Sommer-Zugang nach Gladbach, der Nationalspieler wurde für ein Jahr von Benfica Lissabon ausgeliehen. Beide mussten im Spätsommer dementsprechend im laufenden Spielbetrieb in Borussias Mannschaft integriert werden – was bei Weigl kein Problem darstellte. „Jule ist ein erfahrener Spieler, der etliche Spiele auf höchstem Niveau absolviert hat. Für ihn war es einfacher, sich auf diesem Niveau zu integrieren“, sagte Farke. Bei Ngoumou sei es normal, dass er ein bisschen länger brauche. „Er ist noch ein junger Spieler und hat zuvor in der zweiten französischen Liga gespielt, musste sich an eine neue Sprache und eine neue Liga gewöhnen“, sagte Farke.

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

Insofern sei der Luxus, in der Bundesliga nun nochmals eine komplette, über fünfeinhalb Wochen andauernde Vorbereitung zu haben, gerade für den jungen Franzosen sehr vorteilhaft. „Es ist grundsätzlich wichtig, dass beide jetzt diese Zeit mit dem Team haben, für Nathan aber noch ein bisschen wichtiger. Und wenn er so weitermacht, kann ihn diese Phase extrem nach vorne bringen“, sagte Farke, der von Ngoumou in den Trainingsspielen häufig gute Abschluss-Aktionen sah – entweder durch eine gute Vorlage oder einen eigenen Treffer.

Doch auch Weigl kann die Vorbereitung dazu nutzen, sich noch besser mit seinem Nebenmann auf der Doppelsechs, Manu Koné, abzustimmen. Dazu bedarf es aber auch Möglichkeiten, in Testspielen Automatismen zu erarbeiten. Das „Legendenspiel“ vor Weihnachten hat dabei noch nicht wirklich helfen können, und das letzte Meisterschaftsspiel liegt bald schon acht Wochen zurück. Ab Samstag werden sie Gelegenheit haben, auch einmal in richtigen Testspielen auf dem Platz zu stehen, wenn Borussia um 14 Uhr den VfB Oldenburg empfängt. Gegen Arminia Bielefeld und den FC St. Pauli wird es dann noch zwei weitere Tests geben.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Ansonsten gilt es, sich nun im Training den Feinschliff zu holen. Ein seit Weihnachten nach und nach vergrößerter Trainingskader kommt Farke da sehr gelegen. „So haben wir jetzt auch größere Spielformen in das Training reinnehmen können, nachdem wir zu Beginn viel auf dem Kleinfeld gearbeitet haben“, sagte Farke. Die Ausweitung der Spielformen kommen natürlich allen Spielern im Kader zugute. Doch Julian Weigl und Nathan Ngoumou dürften besonders froh darum sein, diese Möglichkeiten durch eine komplette Vorbereitung mit dem Team zu haben.

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