„Hervorragend und leidenschaftlich verteidigt“ Was Virkus und Co. an Gladbachs 0:0 gegen Freiburg gefallen hat

Mönchengladbach · Borussias drittes 0:0 dieser Saison war eines, mit dem Manager Roland Virkus, Trainer Daniel Farke und Verteidiger Nico Elvedi leben konnten. Gleichwohl hatten sie am Ertrag des Tages etwas auszusetzen.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik gegen Freiburg
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Borussia - Freiburg: die Fohlen in der Einzelkritik

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Stadionsprecher Torsten Knippertz feierte kurz nach dem Ende das 0:0 der Borussen gegen den SC Freiburg als „0:0-Sieg“ der Gladbacher. So weit wollte Roland Virkus später in der Mixed Zone des Borussia-Parks nicht gehen. „Es gibt nur ein 0:0 und dafür gibt es nur einen Punkt, wenn es Extrapunkte geben würde für Kampf und Engagement, hätten wir zwei Punkte, aber auch das bringt uns keinen Sieg“, sagte Virkus mit einem Grinsen. Gleichwohl war der Manager sehr zufrieden mit dem torlosen Treiben am Samstagnachmittag.

Es war das dritte 0:0 dieser Saison. Das erste gab es in der Hinrunde ebenfalls gegen Freiburg, auch da war es ein intensives Spiel, in dem die Borussen gut dagegenhielten. Dann gab es das torlose Spiel gegen Schalke, das sich wie eine Niederlage anfühlte. Und nun gab es dieses 0:0 gegen die Freiburger, bei dem die Gladbacher im Plus waren, wie auch das Expected-Goals-Verhältnis von 1,3 zu 0,4 untermauerte. Dabei ging es vor allem um inhaltliche Verbesserungen.

„Wenn du siehst, dass die Mannschaft in Mainz 0:4 verloren hat und zurecht kritisiert wurde, dass sie nicht resilient ist, dann war das heute komplett anders. Sie hat hervorragend und leidenschaftlich verteidigt und ich bin stolz auf die Mannschaft, dass sie gezeigt hat, dass sie das kann“, sagte Virkus.

Virkus sah dieses Mal den ausgesprochenen Willen, das eigene Tor zu verteidigen - insbesondere bei der Rettungsaktion von Alassane Plea, als der Franzose den Ball wenige Minuten vor dem Abpfiff in Unterzahl vor der eigenen Linie klärte. „Die Jungs haben sich vorgenommen, alles zu verteidigen und mindestens das 0:0 hierzulassen. Das zeigt, dass das alle verinnerlicht haben, auch ein Lasso Plea - und das freut mich“, sagte Virkus.

Auch Nico Elvedi, als Verteidiger dafür zuständig, Gegentore zu verhindern, war erfreut über das defensive Ergebnis des Tages. Er selbst spielte weit stabiler als in den Partien zuvor und sah auch das ganze Team widerstandsfähiger. „Wir haben zuletzt in drei Spielen zehn Gegentore bekommen, das waren ein paar zu viele. Darum war das Zu-Null heute extrem wichtig. Wir haben richtig gut als Mannschaft verteidigt und nur wenige Chancen zugelassen“, sagte der Schweizer nach dem insgesamt fünften Spiel ohne Gegentor der Gladbacher in dieser Saison. „Entscheidend war, dass wir als Mannschaft richtig gut verteidigt haben. Jeder hat seine Läufe nach hinten gemacht und den Gegner nicht durchkommen lassen“, sagte Elvedi.

Daniel Farke war ebenfalls zufrieden damit, welche Reaktion seine Mannschaft nach dem 0:4 in Mainz nun gegen die starken Freiburger zeigte. „Wir haben es taktisch sehr diszipliniert gegen den Ball gearbeitet. Ich muss den Jungs ein Riesenkopliment machen“, sagte Farke. Das Ergebnis indes passte ihm nicht. „Ich bin hochzufrieden mit der Reaktion nach Mainz, aber unzufrieden sind wir, dass es nur ein Punkt geworden ist. Gerade die Chancen in der ersten Halbzeit müssen reichen, um ein Tor zu erzielen. Auf dem Niveau müssen die Chancen eigentlich reichen, um in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so die Anzahl an Großchancen rausarbeiten können, hatten aber die beiden besten Chancen des Spiels“, sagte Farke.

„Darum sind wir enttäuscht, dass es nur ein Punkt geworden ist, aber wenn es dir nicht gelingt, aus einer Anzahl guter Torchancen etwas zu machen, dann musst du zumindest zu Null spielen. Das haben wir gemacht, auch wenn es zwei Punkte hätten mehr sein können“, sagte der Trainer. Elvedi pflichtete ihm bei. „Bei der Chancenauswertung müssen wir es noch besser machen“, sagte er, befand aber: „Wenn wir in den nächsten Wochen so auftreten, sehe ich das positiv.“

Lars Stindl hält dagegen im Zweikampf mit Freiburgs Nico Höfler.

Lars Stindl hält dagegen im Zweikampf mit Freiburgs Nico Höfler.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Wie Virkus keinen „0:0-Sieg“ sehen wollte, wollte er auch nicht von zwei verlorenen Heimpunkten sprechen, obwohl nun bereits 13 Punkte nicht geholt wurden im eigenen Stadion. „Das sehe ich ein bisschen anders. Unsere Aufgabe war es, gegen Freiburg zunächst mal, das 0:4 gegen Mainz wettzumachen und das haben wir gut hingekriegt“, sagte der Manager. Die Fans goutierten das, die Mannschaft bekam nach getaner Arbeit wohlgemeinten Applaus, auch wenn das 0:0 eben kein Sieg war.

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