Borussia Mönchengladbach: Gladbach und BVB kämpfen um Europa

Borussia Mönchengladbach : Gladbach und BVB kämpfen um Europa

Die westfälische Borussia wurde oben erwartet, die niederrheinische hat ihre Fans in der Hinrunde überrascht. Beide kämpfen in der Rückrunde um die direkte Qualifikation für die Champions League.

Bis heute rätselt Jürgen Klopp darüber, wie dieses Spiel verloren gehen konnte. "Wir spielen Mönchengladbach an die Wand, aber wir verlieren 0:2", sagt der Trainer von Borussia Dortmund. Das ist eine präzise Zusammenfassung des Hinrundenspiels im Borussia-Park von Mönchengladbach. Ein wesentliches Detail unterschlägt sie: Die lange hoch überlegenen Dortmunder traten nicht mit der Entschlossenheit auf, die es zum Siegen braucht. Und die Gladbacher fanden spät, aber nicht zu spät, zu eigenen Gelegenheiten, die sie mit aller professionellen Kälte nutzten.

Das war in der Hinrunde ein bedeutender Unterschied zwischen den beiden Borussias. Mönchengladbach hatte den größeren Hunger, die größere Zielstrebigkeit. Und es überraschte seine Anhänger und die Experten mit einer großen Bilanz. Der dritte Rang zum Ende der ersten Serie ist weit mehr, als jeder Berufsoptimist am Niederrhein erwartet haben konnte.

Der BVB dagegen knickte im letzten Drittel der Halbserie so richtig ein. Ihm fehlten wichtige Spieler, ihm fehlte aber auch die Konsequenz im Abschluss. Der vierte Rang des Meisters von 2011 und 2012 ist eine negative Überraschung.

Beide Mannschaften spielen mit um die Startplätze in den europäischen Wettbewerben. Mit allerdings unterschiedlichen Vorgaben. Für die Dortmunder ist die neuerliche Qualifikation für die Champions League das erklärte Saisonziel, die Gladbacher wären froh, mal wieder in der Europa League mitwirken zu dürfen — auch wenn Platz drei Begehrlichkeiten weckt. "Alles ist möglich", sagt Stürmer Raffael.

Die Konkurrenz ist jedoch nicht zu verachten. Während Dortmund in bester Besetzung und bester Form vermutlich auch den vermeintlichen Mitbewerbern locker davonlaufen kann, sind Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und Schalke 04 den Gladbachern finanziell und in Fragen personeller Klasse voraus. Hertha BSC, das als Sechster ebenso wie die niederrheinische Borussia deutlich besser als erwartet abschloss, wird die anderen Kandidaten für Europa bestimmt nicht aus lauter Bewunderung kampflos ziehen lassen.

Beste Chancen auf den Rang hinter den einsam in einer eigenen Liga spielenden Bayern werden neben Dortmund dem VfL Wolfsburg eingeräumt. Die Fußballfirma von Volkswagen hat nicht nur das nötige Kleingeld, in der Winterpause mal kurz 20 Millionen Euro für den Transfer des umworbenen belgischen Nationalspielers Kevin de Bruyne hinzublättern, sie hat inzwischen auch eine sehr seriöse sportliche Führung.

Trainer Dieter Hecking hat seit jeher vernünftige Arbeit der Lautsprecherei vorgezogen, und Sportdirektor Klaus Allofs hat in Bremen viele Jahre bewiesen, wie mit deutlich weniger Geld ein Spitzenteam gebaut werden kann. Beide halten sich mit tollkühnen Prognosen zurück. Beide wissen aber, dass der VfL die beste Hinrundenbilanz seiner Geschichte geschafft hat. Das beste Ergebnis der Geschichte war der Titel 2009.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia trainiert für Bayern

(RP)
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