Nachfolger steht fest Borussia trennt sich von U23-Trainer Vogel

Update | Mönchengladbach · Auch die U23 von Borussia Mönchengladbach bekommt einen neuen Cheftrainer. Wie der Klub mittlerweile bestätigt hat, wird die Zusammenarbeit mit Heiko Vogel nicht fortgesetzt. Bei der Suche nach einem Nachfolger setzt der Verein auf eine interne Lösung.

Borussia Mönchengladbach: Alle U23-Trainer seit 2001 - Eugen Polanski  neu
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Borussias U23-Trainer seit 2000

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Das Horror-Szenario hat die U23 von Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende gerade eben noch verhindert. Das 0:0 gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf am letzten Spieltag reichte, um den Klassenerhalt zu sichern, nachdem die Mannschaft von Trainer Heiko Vogel in den Wochen zuvor nicht die nötigen Punkte eingefahren hatte, um in der Regionalliga West dem Abstiegskampf vorzeitig zu entkommen.

Aus einer Saison mit 19 Niederlagen in 38 Partien hat Borussia Mönchengladbach nun Konsequenzen gezogen und Trainer Vogel ein Jahr vor dessen Vertragsende freigestellt. Dies bestätigte der Klub am Mittwoch, nachdem wir exklusiv darüber berichtet hatten.

„In der vergangenen Saison konnten wir leider unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden, somit war der Verlauf für uns alle sicher nicht zufriedenstellend. In den Gesprächen wurde zudem deutlich, dass Heiko Vogel und der Verein unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Ausrichtung der U23 hatten“, wird Borussias Nachwuchsdirektor Mirko Sandmöller in einer Mitteilung des Vereins zitiert. „Daher sind wir übereinstimmend zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste ist, fortan getrennte Wege zu gehen.“

Vogel war im Sommer 2020 gekommen, nachdem er 2019 sein Trainer-Engagement beim KFC Uerdingen beendet hatte. Seitdem coachte er die Borussen in 78 Pflichtspielen, holte im Schnitt allerdings nur 1,26 Punkte. Nachdem Vogel mit seiner Mannschaft die Saison 2020/21 noch auf Platz elf abgeschlossen hatte, folgte in diesem Jahr der Absturz in prekäre Tabellenregionen.

Für Vogel und seine Mannschaft war es ein komplizierte Saison, in der es zwischenzeitlich sieben Niederlagen in Folge setzte. Insbesondere ein Torjäger fehlte dem Team, Zugang Steffen Meuer erzielte mit neun Treffern die meiste Tore, dahinter folgte Torben Müsel mit acht, der Vogel in der Rückrunde aufgrund seiner Leihe zur KAS Eupen allerdings nicht mehr zur Verfügung stand. Überhaupt waren die Profi-Verstärkungen, auf die die Vogel in der abgelaufenen Saison zurückgreifen konnte, rar.

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Foto: dpa/Virginie Lefour

Im Winter wurde in Joshua Holtby ein Leader verpflichtet, der Borussias U23 auf Anhieb guttat, von denen es aber insgesamt zu wenige in der Mannschaft gibt. Mitten im Abstiegskampf mussten die Borussen im Februar zudem den tragischen Tod ihres Mitspielers Jordi Bongard verkraften, der bei einem Autounfall ums Leben kam. „Es war eine komplexe und kräftezehrende Saison mit vielen Unabwägbarkeiten“, sagte Vogel.

Wer seine Nachfolge antritt, steht bereits fest: Eugen Polanski, der im vergangenen Herbst erst die U17 übernommen hatte und gerade für die kommende Spielzeit zum U19-Trainer befördert worden war, wird ab sofort das Sagen in der U23 haben. Polanski ist damit binnen kurzer Zeit vom Trainer für den Übergang zwischen Jugend und Profibereich zum U23-Cheftrainer aufgestiegen. Ein Schritt, der nicht sonderlich überrascht, hält Sportdirektor Roland Virkus doch große Stücke auf Polanski.

„Er ist im positiven Sinne besessen und total ehrgeizig. Er will etwas erreichen. Er ist ein großes Trainer-Talent, ein Treiber. Er ist nah dran an den Jungs und hat selbst unter den besten Trainern gearbeitet: Thomas Tuchel, Julian Nagelsmann, Marco Rose und Adi Hütter. Besser geht es nicht“, hatte Virkus im Interview mit unserer Redaktion im Dezember 2021 gesagt.

 Heiko Vogel ist nicht mehr Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach.

Heiko Vogel ist nicht mehr Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach.

Foto: Heiko van der Velden

Polanski selbst machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass er anstrebt, so schnell wie möglich nach oben zu kommen. „Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch, das weiß ich. Vor drei Jahren hätte ich wahrscheinlich gesagt, dass ich mal schaue, was so passiert. Mittlerweile ist es so, dass die Trainertätigkeit genau das ist, was ich will“, sagte Polanski im März, fügte aber auch an: „Ich weiß, dass ich noch viel lernen muss.“ Dafür bekommt der 36-Jährige nun die Plattform in der Regionalliga.

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