Borussias U23-Trainer Polanski warnt vor dem Blick auf die Tabelle

Mönchengladbach · Am Samstag trifft Borussias U23 in der Regionalliga West auf den Tabellenvorletzten SG Wattenscheid 09. Doch die Platzierung spielt für Eugen Polanski überhaupt keine Rolle. Was Gladbachs Trainer zudem über die Dreierkette und den Ist-Zustand bei Mamadou Doucouré sagte.

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Hier sind Borussias Ex-U23-Spieler gelandet

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Foto: AFP/CHRISTOF STACHE

U23-Trainer Eugen Polanski hat am vergangenen Wochenende gegen Rot Weiss Ahlen etwas ausprobiert: Wie gegen Preußen Münster zwei Wochen zuvor stellte der 36-Jährige defensiv eine Dreierkette auf. Die Gründe waren in den beiden Spielen dann aber doch ziemlich unterschiedlich: „Gegen Münster brauchten wir in der hinteren Linie einfach Personal, weil Münster viele lange Bälle schlägt. Bei Ahlen wussten wir, dass es ein sehr abwartender Gegner ist – da wollten wir offensiv ausgerichtet den Spielaufbau mit der Dreierkette gestalten“, erklärte Polanski, für den das System nicht zu sehr im Fokus stehen sollte.

„Wir trainieren grundsätzlich eher Prinzipien und Muster und nichts Exaktes auf den Gegner bezogen. Aber es ist klar, dass wir die Dreier- und Viererkette während der Saison besprochen haben. Das System ist auf dem Papier zu sehen – im Spiel selber ist es aber etwas Dynamisches.“ Unter dem Strich hat es mit dieser Formation gegen Abstiegskandidat Ahlen zu einem 3:2-Sieg gereicht.

Dabei lief – unabhängig vom System – nicht alles rund. „Wir haben zu sehr die Mitte gesucht. Wir haben der Mannschaft gesagt, dass sie sich nicht an den Plan gehalten hat. Auf der anderen Seite ist es wichtig, genau solche Spiele trotzdem anzunehmen und über Qualität und Intensität zu gewinnen. Gegen Ahlen haben wir es mehr über Intensität gemacht, aber auch gewinnen wollen ist eine Qualität, die man lernen muss“, sagte Polanski.

Borussia Mönchengladbach: Alle U23-Trainer seit 2001 - Eugen Polanski  neu
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Borussias U23-Trainer seit 2000

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Ein Teil der Dreierkette war Mamadou Doucouré, der sich nach der erneuten Verletzung in der Frühphase dieser Saison jetzt wieder mehr in die Mannschaft spielt. Nachdem es in der Vorwoche bei seinem Comeback noch für 45 Minuten gereicht hat, war es jetzt schon eine volle Stunde. „Er ist noch nicht bei seinen 100 Prozent, aber das kann er auch noch gar nicht sein. Nach dem eher schlechteren Spiel gegen Wuppertal war es umso erstaunlicher, wie er gegen Ahlen reingekommen ist. Er hat echt ein gutes Spiel gemacht“, lobte Trainer Polanski, der Doucouré behutsam aufbauen will. „Der nächste Schritt wird jetzt nicht von 60 auf 90 Minuten sein. Wir müssen schauen, wie der Körper reagiert“, sagte er.

Gut möglich also, dass Doucouré auch am Samstag (14 Uhr) gegen die SG Wattenscheid in der Startformation stehen wird. Der Aufsteiger hat in dieser Saison durchaus Probleme und steckt als Vorletzter tief im Abstiegskampf – im Hinspiel gab es aber ein 2:2. „Man sieht, dass sie an den Klassenerhalt glauben und alles dafür tun. Die Mentalität und der Einsatz stimmen. Dementsprechend müssen wir echt aufpassen und es wäre fatal, auf die Tabelle zu gucken“, warnte Polanski. Trotz der Tabellensituation ist die SG nicht der typische Aufsteiger. „Wattenscheid hat auch mit Ball eine klare Idee und ist sehr offensiv ausgerichtet“, sagte Polanski.

Eugen Polanski

Eugen Polanski

Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Personell kann Gladbachs Coach aus dem Vollen schöpfen, auch Angreifer Steffen Meuer wird mit von der Partie sein. Der 23-Jährige, dessen Vertrag ausläuft, wird die Borussia nach der Saison wohl Richtung 3. Liga verlassen – das erklärte sein Berater unter der Woche. Für Polanski keine Überraschung. „Wir haben mit ihm darüber gesprochen. Man sieht über die Saison, dass er mit Sicherheit kein Regionalligaspieler ist. Der Schritt ist nur logisch und ich kann jedem Verein in der 3. Liga dazu raten“, sagte er.

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