Borussias Australier U23-Trainer Polanski traut Jacob Italiano noch viel zu

Mönchengladbach · Zuletzt durfte Jacob Italiano im Testspiel der Gladbacher Profis gegen Bremen mitspielen und machte seine Sache gut. Für seinen Trainer in Borussias U23 ist das keine Überraschung. Was Eugen Polanski über die Stärken des Außenbahnspielers sagt – und über dessen größte Schwäche.

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Foto: AFP/UWE KRAFT

Wegen der Länderspielpause war ein Teil des Gladbacher Profikaders in den vergangenen beiden Wochen mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Für einige Spieler aus der U23 bedeutete das die Möglichkeit, sich Profi-Coach Gerardo Seoane im Training und beim Testspiel gegen den SV Werder Bremen zu zeigen. Noah Andreas, Tony Reitz, Shio Fukuda und Mika Schroers wurden bei der 0:1-Niederlage eingewechselt, Phil Kemper und Jacob Italiano standen sogar in der Startelf. Gerade der Australier hinterließ Eindruck bei Coach Seoane: „Er bringt gute physische Qualitäten mit, auch im Test gegen Werder hat man gesehen, wie schnell und wendig er ist. Wir trauen ihm schon noch etwas zu.“

Für Italiano bedeutete der Profi-Einsatz das Comeback nach seinen muskulären Problemen. Ein Thema, das den 22-Jährigen in den vergangenen Jahren häufig begleitete. Seit Italiano 2019 vom australischen Klub Perth Glory nach Mönchengladbach kam, fiel er in Summe deutlich über ein Jahr aus. Gerade in der wichtigen Vorbereitung warfen Verletzungen den Australier immer wieder zurück.

„Das ist sein größtes Hindernis. Bei Spielern, die diese Sprintfähigkeit haben, ist das häufiger so. Da müssen er und wir als Verein dran arbeiten. Er geht immer ans Maximum, dementsprechend müssen wir ihn vielleicht etwas besser steuern“, sagt U23-Coach Eugen Polanski, der Italiano im ersten Saisonspiel in die Startformation beorderte und seither auf ihn verzichten musste.

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Foto: Jens Dirk Paeffgen (jdp)

Seine fußballerischen Qualitäten hat der 22-Jährige trotz seiner langen Ausfallzeiten immer wieder unter Beweis gestellt und dabei eine interessante Entwicklung durchgemacht. Eigentlich kam der Australier als Offensivspieler, ist mittlerweile aber ein offensiver Außenverteidiger. „Er hatte das in sich. Offensiv kann er es gut machen, hat aber nicht die große Abschlussstärke. Als Flügelverteidiger bringt er alles mit: Sprintfähigkeit, Sprintausdauer, er kann über beide Seiten kommen und hat eine saubere, aber trotzdem aggressive Zweikampfführung“, erklärt Polanski.

Bei dem, was Italiano immer wieder auf den Platz bringt, traut Polanski ihm definitiv den Sprung über die Regionalliga hinaus zu. „Gerade auf seiner Position ist es einer, der mit Sicherheit in einer höheren Liga spielen könnte. Ob es dann immer die erste Liga und Borussia wird, ist schwierig zu sagen – aber selbst bei Borussia würde ich es ihm zutrauen“, betont Polanski.

Die Vorbereitung auf das Spiel gegen den FC Wegberg-Beeck am Freitag (19.30 Uhr) war indes speziell – erst am Donnerstag hatte Polanski wieder alle Spieler zur Verfügung. „Die, die bei den Profis waren, haben auch eine gute Trainingsqualität bekommen, da wird also kein Spieler schlechter geworden sein. Und die Jungs, die bei uns waren, haben sehr gut mitgezogen“, sagt Polanski vor dem Lokal-Duell gegen die Beecker, die im Sommer aus der Mittelrheinliga aufgestiegen sind.

„Wegberg hat mehr Punkte als wir und hat seine Identität in der Regionalliga gefunden. Deswegen ist es gerade in unserer Situation nicht zu leicht zu nehmen. Zuhause haben sie gefühlt eine Festung mit dem Platz und den Zuschauern – aber ich glaube, es gibt nichts Besseres, als sich da zu duellieren und zu bestehen“, betont der 37-Jährige.