„Neuanfang ist das Beste“ Transfer offiziell – Müsel wechselt von Borussia zu Rot-Weiss Essen

Update | Mönchengladbach · In den vergangenen viereinhalb Jahren ist Torben Müsel bei den Profis von Borussia Mönchengladbach nur zweimal zum Einsatz gekommen. Nun wechselt der 23-Jährige zum Drittligisten Rot-Weiss Essen – ein Transfer, der für alle Beteiligten Sinn ergibt.

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Foto: dpa/Matthias Balk

Torben Müsel gehört nicht mehr zum Kader von Borussia Mönchengladbach. Der 23-Jährige wechselt einen Tag vor dem Ende des Transferfensters zu Rot-Weiss Essen in die 3. Liga. Dort hat Müsel am Montag den Medizincheck absolviert, ehe der Transfer über die Bühne gehen konnte und am Nachmittag offiziell bestätigt wurde.

„Letztlich konnte er sich nicht dauerhaft gegen die große Konkurrenz in unserer Offensive durchsetzen, weswegen ein Neuanfang bei einem anderen Verein für ihn das Beste ist. Wir wünschen Torben dabei alles Gute“, wird Gladbachs Manager Roland Virkus in der Mitteilung des Vereins zitiert.

Im Sommer 2018 war Müsel als damals 18-Jähriger mit der Erfahrung von neun Zweitligaeinsätzen vom 1. FC Kaiserslautern und als U-Nationalspieler an den Niederrhein gewechselt. Bei Borussia gehörte er fortan zum Profikader, sammelte aber in erster Linie in der U23 Spielpraxis. „Als Torben von Kaiserslautern zu uns gewechselt ist, gab es das gemeinsame Ziel, ihn an die Lizenzmannschaft heranzuführen und ihn als Spieler für unsere Bundesligamannschaft zu entwickeln. Es gibt natürlich keine Garantie dafür, dass das klappt, bei einem jungen Spieler müssen alle Rahmenbedingungen passen“, sagte Virkus.

Müsels Bilanz in der U23 kann sich sehen lassen: In 54 Spielen in der Regionalliga West erzielte der Offensivspieler 21 Tore. Vor allem in der vergangenen Saison hatte Müsel mit seinen acht Saisontoren großen Anteil am Klassenerhalt der Gladbacher Zweitvertretung.

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Foto: Dirk Päffgen

In dieser Spielzeit traf er bislang fünfmal für das Team von Trainer Eugen Polanski. Auffällig dabei: Gleich vier der Tore erzielte er jeweils bei 2:1-Siegen – in der Viertklassigkeit kann Müsel für den Unterschied sorgen, besonders seine technischen Fähigkeiten waren in der Regionalliga zu erkennen. Dass er regelmäßig mit Bundesligaspielern trainierte, wurde in seiner Ballsicherheit deutlich, die dem jungen Gladbacher Reserveteam guttat. Für die Profis machte er in den vergangenen viereinhalb Jahren allerdings nur zwei Spiele. Marco Rose ermöglichte ihm im Juni 2020 sein Bundesliga-Debüt, unter Adi Hütter kam Müsel eineinhalb Jahre später noch einmal zum Einsatz.

Zu Müsels Zeit in Gladbach gehören auch zwei schwere Knieverletzungen, durch die er zusammengerechnet rund 15 Monate ausfiel. Trotzdem wurde sein Vertrag zwischendurch bis 2024 verlängert, nun verlässt er den Klub vorzeitig. Für Müsel bietet sich bei RWE die Gelegenheit, in der 3. Liga Fuß zu fassen. Als Aufsteiger haben die Essener bislang 24 Punkte in 20 Pflichtspielen gesammelt und damit aktuell fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Konkurrieren wird Müsel in Essen im offensiven Mittelfeld unter anderem mit Thomas Eisfeld (30), der einst 116 Zweitligaspiele für den VfL Bochum machte. „Wir haben noch nach einem Spieler gesucht, der in der Offensive nahezu jede Position besetzen kann und uns für den Gegner schwerer ausrechenbar macht. Mit Torben haben wir einen solchen Spielertypen gefunden“, kommentierte Sportdirektor Jörn Nowak die Müsel-Verpflichtung.

In Müsel verliert Borussia eineinhalb Jahre vor Vertragsende einen Spieler, der für zukünftige Bundesliga-Einsätze nicht infrage gekommen wäre. Schon am Sonntag im Derby gegen den MSV Duisburg könnte Müsel sein Debüt an der Essener Hafenstraße feiern.

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