Borussias Trainer zu den Gegentoren Farke sah bei Leverkusens Kontern vor allem ein Versäumnis

Mönchengladbach · Borussia kassierte bei der 2:3-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen drei Kontertore. Trainer Daniel Farke machte zumindest bei zwei Treffern aber nicht eine schlechte Restverteidigung verantwortlich. Was der Coach stattdessen monierte – und wofür er sein Team ausdrücklich lobte.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik gegen Leverkusen
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Borussia - Leverkusen: die Fohlen in der Einzelkritik

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Daniel Farke stand am Sonntagabend immerhin schon zum neunten Mal als Chefcoach der Gladbacher in einem Pflichtspiel an der Seitenlinie des Borussia-Parks. Eines hat der 46-Jährige aber noch nicht erlebt: ein Unentschieden im eigenen Stadion. Gegen Bayer Leverkusen wäre der Jubel über einen Punkt letztlich sehr groß gewesen, lag Gladbach doch nach 80 Minuten 0:3 zurück. Doch Borussia kam nur noch auf 2:3 heran, zum Wiederbeginn in der Bundesliga gab es eine Heimniederlage und damit die sechste Pleite gegen Bayer in Serie.

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, nach der langen Pause direkt wieder wichtige Punkte zu holen. Wir haben letztlich jede Statistik gewonnen, die es im Spiel gibt, wir hatten mehr Torschüsse, mehr Ballbesitz und eine stärkere Zweikampfquote. Doch leider ist die einzige Statistik, die zählt, leider die Tore“, fasste Farke die Partie zusammen, in der Leverkusen in Sachen Effektivität und Torgefahr klare Vorteile hatte.

„Es ist uns nicht ganz gelungen, mehr aus unseren Situationen zu machen und uns klare Torchancen herauszuspielen. Wir sind in gute Positionen gekommen, doch es hat zumeist der letzte oder vorletzte Pass gefehlt, um mehr herauszuholen“, monierte Farke. Wie man es besser macht, zeigte Leverkusen mit dem ersten gefährlichen Angriff über die rechte Seite, am Ende staubte Mitchel Bakker in der 21. Minute zum 0:1 ab. „Wir hatten vor dem ersten und dem dritten Tor unnötige Ballverluste tief in der gegnerischen Hälfte. Und vor dem zweiten Gegentor sah Nico Elvedi nicht gut aus, da brauchen wir nicht drum herumreden“, sagte Farke.

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War das zweite Gegentor somit kaum noch zu verteidigen, da Amine Adli Borussias Innenverteidiger einfach davonlief, gab es für die Borussen bei den anderen Gegentoren durchaus aber noch die Möglichkeit, den Treffer zu verhindern. „Wir haben leider nicht die Qualität im Verteidigen der Eins-gegen-Eins-Situationen gezeigt. Wir hatten jedoch keine schlechte Restverteidigung, sondern wir haben alles investiert, um zurückzukommen und hatten jeweils Überzahl. Ich hätte mir allerdings mehr Schärfe in der eigenen Box gewünscht: Vor dem ersten Tor haben wir den Ball schon gewonnen und bekommen den zweiten Ball nicht, und beim 0:3 waren wir beim Doppelpass der Leverkusener nicht konsequent genug“, analysierte Gladbachs Coach.

„Es war ein schweres Spiel für uns, denn gefühlt waren die ersten drei Schüsse auf das Tor alle drin, und dann spielst du gegen eine der konterstärksten Mannschaften Europas – mit hoher individueller Qualität und einem unfassbaren Tempo in der Offensive. Es war nicht einfach, eine gute Balance hinzubekommen“, sagte Farke, der seiner Mannschaft ein Kompliment für ihre Mentalität aussprach.

Denn immerhin kam Gladbach durch den Doppelpack des eingewechselten Lars Stindl nochmals heran, sodass Leverkusens Trainer Xabi Alonso nach der Partie zugab, noch etwas Angst bekommen zu haben: „Das erste Gegentor hat die Mentalität auf dem Platz nochmals geändert, Gladbach hat wieder an sich geglaubt.“

„Oftmals kannst du in solchen Spielen dann richtig böse aussehen. Ich finde, wir haben dann einen guten Weg gefunden, uns Stück für Stück zurückzukämpfen. Ich finde schon, dass wir in einem ein bisschen verrückten Spiel am Ende vielleicht auch den Punkt verdient gehabt hätten, aber so ist es nicht mehr gekommen“, sagte Farke, der auch schon kurz den Blick nach vorne richtete: „Jetzt gilt es, schnell zu regenerieren und am Mittwoch wieder bereit zu sein.“ Dann spielt Borussia um 20.30 Uhr beim FC Augsburg und wird versuchen, nach dem verpatzten Re-Start schnell in die Erfolgsspur zu finden.

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