Farke nach Gladbachs 1:3 „Die Unterbrechung hat das Momentum gekillt“

Mönchengladbach · Sieben Minuten und 30 Sekunden wurde in Gladbach nicht gespielt, weil die Seilkamera über dem Rasen abzustürzen drohte. Zuvor hatte Borussia das 1:3-Anschlusstor gegen Frankfurt erzielt. Für Trainer Daniel Farke hatte die ungewollte Pause durchaus Einfluss auf das Spiel.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik beim Spiel gegen Frankfurt
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Borussia - Frankfurt: die Fohlen in der Einzelkritik

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Es war das Kuriosum des Spieltags: Das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt ging in die Schlussphase, die Gladbacher hatten gerade das 1:3 erzielt und waren dabei, sich nochmal in das scheinbar schon verlorene Spiel reinzufuchsen, als Schiedsrichter Daniel Siebert das Spiel für sieben Minuten und 30 Sekunden unterbrechen musste. Der Grund: Die Seilkamera, die über dem Spielfeld schwebte, war defekt und drohte auf den Rasen zu stürzen, es gab ein loses Kabel. Die Spieler bekamen eine ungewollte Pause, das Gerät wurde abgebaut.

Für Trainer Daniel Farke hatte die Szene durchaus Einfluss auf das Spiel. „Nach dem 1:3 war das Stadion kurz vor dem Explodieren, ich hatte das Gefühl, die Spielunterbrechung killt das Momentum“, sagte Farke. Er hatte zuvor in Nathan Ngoumou und Luca Netz frisches Personal gebracht, Marcus Thuram hatte eine Nachlässigkeit der Frankfurter genutzt zum Anschluss (72.) und die Fans waren wieder da und damit auch die Hoffnung.

„Ich hatte das Gefühl, wir könnten das Spiel vielleicht doch drehen und die Frankfurter wurden ein bisschen unsicher. Aber wenn sie fast acht Minuten durchschnaufen und sich taktisch besprechen können und sich das Stadion wieder beruhigt, ist das nicht so förderlich für uns“, sagte Farke.

Gladbach: Reaktionen auf die Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt
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Fan-Reaktionen auf Borussias 1:3 gegen Eintracht Frankfurt

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Neun Minuten war die offizielle Nachspielzeit, „ich hätte mir drei, vier Minuten mehr gewünscht“, gab Farke zu. Doch er wollte die Unterbrechung nicht als Ausrede nehmen für die Niederlage. „Man kann die Dinge nicht beeinflussen, muss sie so nehmen, wie sie sind“, sagte Farke.

Verloren wurde das Spiel vor der Pause, als Frankfurt entscheidend davonzog. „Das 0:3 zur Pause hat sich jedoch etwas surreal angefühlt, es war ein Duell auf Augenhöhe. Aber Frankfurt hat eine hohe Effektivität an den Tag gelegt, das war der Unterschied“, fand Farke.

Er hatte nach dem Anschlusstreffer ein wenig seinen Aberglauben bemüht, um vielleicht noch zum Ausgleich zu kommen. Beim Sieg gegen Hoffenheim am ersten Spieltag war der Trainer kurz in der Kabine verschwunden, auch dieses Mal verließ er nach dem Tor Thurams den Innenraum. Was er tat, wollte er nicht verraten, aber „beim letzten Mal hat es Glück gebracht, wir haben das Spiel gewonnen. Ich hatte auf etwas Ähnliches gehofft“, sagte Farke. Der Effekt blieb dieses Mal indes aus.

„Wir sind aber auch selbstkritisch“, versicherte Farke. „Wir haben unsere Situationen vor dem Tor nicht genutzt“, sagte er. So vergab Thuram, als er allein auf Kevin Trapp zulief. Später vergab auch Lars Stindl bei einer Direktabnahme. Es war eine von acht Gladbacher Torschüssen, die Eintracht hatte 16, schaut man auf die wahrscheinlichen Tore, die „Expected Goals“-Statistik fiel knapper aus – 1,37:1,80. „Ich hatte das Gefühl, dass die Chancen von Marcus und Lars klarer waren“, sagte Farke.

„Doch wir hatten die Ballverluste in der gegnerischen Hälfte, waren zu gierig, das zu reparieren und haben dann Räume aufgemacht. Und es gab die Situationen, wo wir mit einem kleinen taktischen Foul wie zum Beispiel beim 1:0 einen Konter unterbinden können und auch in Überzahl die Pressschläge gegen Jesper Lindström nicht gewonnen haben“, sagte Farke.

 Defekte Kamera im Borussia-Park.

Defekte Kamera im Borussia-Park.

Foto: dpa/Marius Becker

Der Frankfurter war mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga Frankfurts Matchwinner. „In den Szenen, in denen wir nicht Spot on waren, war Frankfurt einfach brutal effektiv und hat das sehr gut ausgenutzt“, schloss Farke die Analyse der dritten Gladbacher Niederlage während seiner Trainerzeit.

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