Enttäuschendes Comeback Torwart Jonas Omlin hat „vollstes Verständnis“ für frustrierte Borussia-Fans

Mönchengladbach · Gegen den SC Freiburg war Jonas Omlin wieder zurück im Gladbacher Tor – und musste dreimal hinter sich greifen. Als Kapitän stand der Schweizer nach der 0:3-Pleite Rede und Antwort. Dabei schilderte er, wie er die Gegentore und die Reaktion der Borussia-Anhänger beurteilte.

 Gladbachs Torwart Jonas Omlin feierte am 30. März 2024 gegen den SC Freiburg sein Comeback.

Gladbachs Torwart Jonas Omlin feierte am 30. März 2024 gegen den SC Freiburg sein Comeback.

Foto: dpa/David Inderlied

Nach 217 Tagen Verletzungspause stand Jonas Omlin am Samstag wieder in einem Bundesligaspiel zwischen den Pfosten. Und es dauerte sieben Minuten, bis der 30-Jährige ein Gegentor kassierte – ein Gefühl, das Omlin in der langen Reha-Zeit nach seiner Schulter-OP nicht vermisst hat. „Mein Comeback habe ich mir anders vorgestellt“, sagte er nach der 0:3-Niederlage gegen den SC Freiburg, dessen Traum von einer erneuten Europapokal-Qualifikation lebt, während Gladbach froh sein muss, 28 Punkte auf dem Konto zu haben.

Beim 0:1 sorgte ein abgefälschter Schuss dafür, dass Omlin vorgeworfen werden kann, zu sehr auf der Linie geklebt zu haben. Michael Gregoritsch hatte keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen. „Ich muss mir das noch mal ansehen. Ich bin natürlich auf der linken Seite des Tores, weil der Schuss dort abgegeben wird. Schade, dass der Stürmer von Freiburg da war und nicht wir“, sagte Omlin.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik zum 0:3 gegen Freiburg
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Borussia - Freiburg: die Fohlen in der Einzelkritik

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Von hinten sah er mit an, wie sich die Gladbacher ihre Chancen nach Standardsituationen herausspielten, der Ausgleich wollte aber nicht gelingen. Nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff traf Freiburgs Merlin Röhl zum 2:0 – ein haltbarer Schuss, der Omlin überlistete. „Wir haben uns viel vorgenommen für die zweite Hälfte, kommen raus und fressen direkt das zweite Tor. Das war ein harter Schlag“, schilderte Gladbachs Torwart.

Seoane über Omlin: „Hat das Recht, einen Fehler zu machen“

Auch diesen Treffer wollte sich Omlin noch einmal anhand der TV-Bilder ansehen, trotzdem gestand er: „Natürlich muss ich da besser reagieren, das weiß ich selbst. Es war ein freier Abschluss.“ Nur zehn Minuten später fiel das 0:3. „Damit war das Spiel zu Ende“, kommentierte Omlin. Zu der Leistung seines Torhüters sagte Borussias Trainer Gerardo Seoane: „Jonas ist unser Kapitän, er ist die neue Nummer eins. Wie jeder Spieler bei uns hat auch er das Recht, einen Fehler zu machen. Das gehört dazu.“

Noch bevor der Ball nach dem dritten Treffer im Borussia-Park wieder rollte, verließen einige Fans ihre Plätze – und das mitunter auch, um nach einer gespielten Stunde frustriert die Heimreise anzutreten. Die Pfiffe der Fans gingen später zwischenzeitliche in Stille über, ehe gelungene Pässe spöttisch bejubelt wurden.

„Die Fans haben uns in dieser Saison extrem lange unterstützt. Momentan ist die Stimmung gekippt, dafür habe ich vollstes Verständnis. Die Leistungen und Resultate der vergangenen Monate waren ungenügend“, sagte Omlin. „Es liegt an uns, die Stimmung wieder in unsere Richtung zu drehen. Das geht nur, wenn wir gut trainieren, gut arbeiten, aufstehen und gegen Wolfsburg Punkte holen.“

Ein Vorhaben, das die Borussen am kommenden Wochenende fordern wird. Wolfsburg ist durch den 2:0-Sieg in Bremen nun punktgleich mit Gladbach, auf die im noch Borussia Dortmund, die TSG Hoffenheim und Union Berlin warten. „Es bleiben noch sieben Spiele. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als den Fokus darauf zu legen. Wir müssen punkten. Egal wie, egal wo“, sagte Omlin.

Durch die Tatsache, dass er aus einer Verletzung kommt, kann er den Endspurt etwas unbelasteter angehen als einige seiner Kollegen. „Schlussendlich bin ich ein positiver Mensch, das möchte ich an die anderen weitergeben, egal wie scheiße es läuft und wie viel Gegenwind wir haben“, sagte Omlin.

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