Zehn Saisontore für Borussia So stehen Thurams Chancen auf die Torjägerkrone der Bundesliga

Mönchengladbach · Bleibt Marcus Thuram der Borussia bis zum Saisonende erhalten, kann der Franzose Torschützenkönig der Bundesliga werden. Für den 25-Jährigen gibt es beim Blick in die Historie durchaus ein gutes Omen. Wie Thurams Vorgänger in Gladbach nach 15 Spieltagen im Rennen lagen.

Borussia Mönchengladbach: Alle Torschützenkönige der Gladbacher
19 Bilder

Das sind alle Torschützenkönige der Borussia

19 Bilder
Foto: imago

Marcus Thuram spielt aktuell mit der französischen Nationalmannschaft um die Krone des Weltfußballs. Borussias Angreifer ist bei der Weltmeisterschaft in Katar aktiv und will mithelfen, dass Frankreich den Titel verteidigt. Am Samstag um 17 Uhr steht das zweite Vorrundenspiel gegen Dänemark für die Franzosen auf dem Programm. Nach dem Turnier wird für den 25-Jährigen die nächste wichtige Entscheidung anstehen: Bleibt er bis Vertragsende im Sommer bei der Borussia oder wechselt er im anstehenden Winter-Transferfenster? Zuletzt war Inter Mailand mal wieder mit Thuram in Verbindung gebracht worden.

Sollte Thuram die Saison bei der Borussia beenden, kann er ab Mitte Januar um eine persönliche Krone kämpfen: jene des Torschützenkönigs in der Bundesliga. Diese war in den vergangenen fünf Jahren stets Robert Lewandowski vorbehalten geblieben, doch der Pole ist von den Bayern weitergezogen zum FC Barcelona. Und auch sein Kronprinz Erling Haaland, der es noch am ehesten mit der Quote Lewandowskis aufnehmen konnte, spielt nicht mehr in Dortmund, sondern bei Manchester City.

Das Rennen um die Torjägerkanone ist demnach so offen wie seit langem nicht mehr – und Thuram liegt nach 15 Spieltagen in guter Position. Mit zehn Treffern überwintert Borussias Franzose auf dem geteilten zweiten Rang, gemeinsam mit Bremens Niclas Füllkrug. Nur einer traf bislang besser: Thurams Landsmann Christopher Nkunku von RB Leipzig, für den bereits zwölf Tore notiert sind.

Borussia Mönchengladbach: Interne Torschützenkönige - Jupp Heynckes Rekordhalter
62 Bilder

Das sind Borussias interne Torschützenkönige

62 Bilder
Foto: dpa/Marius Becker

Wie stehen nun Thurams Chancen, nach Jupp Heynckes (1974 und 1975), Uwe Rahn (1987) und Heiko Herrlich (1995) der vierte Gladbacher zu werden, der die Torjägerkanone in der Bundesliga gewinnt? Vom Führungstrio ist er der Spieler mit der schlechtesten Quote, er benötigte bislang 135 Minuten pro Tor, bei Füllkrug sind es 122 und bei Nkunku 107 Minuten. Allerdings hat Thuram anders als seine Konkurrenten noch keinen Elfmeter geschossen, dafür aber die meisten Abschlüsse in der Liga. In Sachen Chancenverwertung gibt es noch Steigerungspotenzial beim Franzosen.

Dass er aufgrund so mancher vergebenen Gelegenheit derzeit nicht die Torschützenliste anführt, muss ihn nicht sorgen – das kann ihm sogar als gutes Omen dienen. Denn keiner der Gladbacher Torschützenkönige führte nach dem 15. Spieltag das Tableau der treffsichersten Bundesligaspieler an. Als Heynckes 1973/74 das erste Mal siegte (gemeinsam mit Bayerns Gerd Müller, beide hatten am Ende 30 Tore), lag er nach 15 Spielen bei 13 Toren und auf dem zweiten Platz – mit zwei Treffern Rückstand auf seinen Münchner Rivalen.

Im Jahr darauf holte sich Heynckes die Krone ganz für sich alleine, 27 Tore genügten dazu. Nach 15 Spieltagen hatte er indes erst achtmal getroffen und lag in der Torschützenliste an sechster Stelle, Kaiserslauterns Schwede Roland Sandberg hatte zu jenem Zeitpunkt vier Tore mehr auf dem Konto. Ganz so groß war Uwe Rahns Rückstand 1986/87 nicht nach dem 15. Spieltag, mit neun Toren war er Zweiter hinter Bayer Leverkusens Herbert Waas (zehn Treffer). Doch Rahn gewann die Kanone aufgrund eines außergewöhnlichen Endspurts: Nach 24 Spielen hatte er erst zehn Tore auf dem Konto, sechs weniger als Bremens Rudi Völler. Doch 14 Tore in den letzten zehn Spielen katapultierten ihn noch an die Spitze.

Auch Heiko Herrlich lag 1994/95 nicht vorne, mit neun Treffern nach 15 Spielen lag er an vierter Stelle und hatte zwei Treffer Rückstand gegenüber Rodolfo Esteban Cardoso vom SC Freiburg – so wie nun Thuram gegenüber Landsmann Nkunku. Thurams Vorgänger in Gladbach bewegten sich also alle rund um die Zehn-Tore-Marke zu diesem Saisonzeitpunkt. Indes sagt die Trefferzahl wenig aus über die Chancen, am Ende auch vorne zu stehen.

Gladbach: Torschützenkönig - Marcus Thuram hat gute Chancen
Foto: Dirk Päffgen/Dirk Päffgen (dirk)

Wer wüsste das besser als Peter Meyer: Der Gladbacher hatte 1967/68 nach 15 Spielen schon 19-mal getroffen (diese Marke sollten bis heute nur von Gerd Müller und Robert Lewandowski jeweils einmal um ein Tor übertroffen werden), doch ein Beinbruch zu Beginn der Rückrunde machten ihm alle Chancen auf die Torjägerkrone zunichte. Dagegen hatte Ex-Borusse Martin Max 2001/02 nach 15 Spieltagen nur drei Tore für 1860 München auf der Habenseite, am Ende durfte er sich dennoch mit Dortmunds Marcio Amoroso (je 18 Tore) Torschützenkönig nennen. Es ist also noch alles drin für Marcus Thuram im Kampf um die Krone – vorausgesetzt, er bleibt noch ein halbes Jahr Borusse.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort