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Gladbach: Tom Gaal und Michael Wentzel hoffen auf Kaderplatz

Personalsorgen in der Abwehr : Zwei Eigengewächse bei Borussia ins Profi-Training befördert

Borussias Trainer Adi Hütter ist erneut zur Improvisation gezwungen. Die Ausfälle in der Abwehr könnten den Kader noch jünger machen Die U23-Verteidiger Tom Gaal und Michael Wentzel dürfen sich für eine Premiere empfehlen.

Dass Borussias U23-Trainer Heiko Vogel trotz der Niederlagenserie in einem Mannschaftsteil aktuell keine Probleme hat, könnte ihm genau deshalb nun auch dort Probleme bereiten. Denn während Tom Gaal, Michael Wentzel und Michel Lieder Woche für Woche beinahe unverändert die Dreierkette in der Regionalliga bilden, muss Proficoach Adi Hütter vier Innenverteidiger ersetzen. Nico Elvedi, Jordan Beyer, Tony Jantschke und Mamadou Doucouré fehlen verletzt. Selbst um die Ecke gedachte Back-up-Optionen wie Rechtsverteidiger Stefan Lainer oder Sechser Christoph Kramer melden sich gerade erst wieder zurück.

Aus dem Grund wurden am Dienstag zwei Drittel der eingespielten U23-Dreierkette befördert: Wentzel und Gaal zählten zu den zwölf Feldspielern, die Hütter auf dem Trainingsplatz versammelte. Zumindest Wentzel kennt der Trainer schon ganz gut, der 19-Jährige fuhr im Sommer mit ins Trainingslager und schoss beim Testspielerfolg in der Münchner Allianz-Arena das entscheidende 2:0. Gaal war da gerade erst von einem einjährigen und aufgrund der Corona-Pandemie unglücklichen Intermezzo vom VfL Wolfsburg II zurückgekehrt. Der 1,93-Meter-Mann durfte 2019 jedoch bereits unter Marco Rose vorspielen und heimste einiges an Lob ein für seine Auftritte in den Tests.

Dass der gebürtige Mönchengladbacher seine Heimat dennoch verließ, hatte mit Jordi Bongard zu tun, einem weiteren talentierten Innenverteidiger aus der U23, der allerdings noch länger ausfallen wird. „Tom glaubte wohl, dass es für zwei gute Verteidiger schwierig wird, auch ihre Chance nach ganz oben zu bekommen“, sagte Nachwuchsdirektor Roland Virkus unserer Redaktion. Doch nun ist Gaal so nah dran an einem Kaderplatz in der Bundesliga wie nie zuvor.

Er oder Wentzel – mindestens einer von ihnen dürfte mit einiger Sicherheit am Samstag gegen die SpVgg Greuther Fürth auf der Bank Platz nehmen. Ob es in den nächsten Spielen zum Debüt reicht (womit sowohl Gaal als auch Wentzel als Eigengewächse ihr Trikot im Kabinengang aufhängen dürften), entscheidet auch die Verfassung von Ramy Bensebaini nach seiner Länderspielreise. Der einzige Innenverteidiger, der komplett im Rhythmus ist, heißt Matthias Ginter.

Bei Lainer deutet alles darauf hin, dass er gegen Fürth drei Monate nach seinem Knöchelbruch erstmals wieder im Kader steht. Der Österreicher trainierte am Dienstag komplett mit. Dagegen absolvierten Kramer, Jantschke und Doucouré noch ihr Rehaprogramm. In der Einheit am Mittwoch ist zumindest mit den drei deutschen Nationalspielern zu rechnen, sechs weitere Profis dürften frühestens am Donnerstag dazustoßen.