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Gladbach: Stefan Lainer erlebt Startelf-Comeback zum Vergessen

Hütter reagierte nach 29 Minuten : Lainer erlebt bei Borussia ein Startelf-Comeback zum Vergessen

Zwei frühe Wechsel nahm Gladbachs Trainer Adi Hütter gegen den SC Freiburg vor. Vor allem die Auswechslung von Stefan Lainer hatte sich beim 0:6-Debakel angedeutet. Der Österreicher erwischte wie viele seiner Mitspieler einen gebrauchten Tag. Hütter sprach nach dem Spiel über seine Reaktion nach 29 Minuten.

Kein Borusse hätte sich am Sonntagabend über eine frühe Auswechslung beschweren dürfen, denn um einen schnellen Feierabend hatte sich gleich die gesamte Gladbacher Startelf, mit Ausnahme von Torwart Yann Sommer, bereits in den ersten fünf Minuten beworben. Da stand es schon 0:2 aus Sicht der Borussen, wenig später fiel dann auch schon das 0:3. Trainer Adi Hütter reagierte darauf, indem er Kapitän Lars Stindl, Patrick Herrmann und Breel Embolo zum Warmlaufen schickte. Und die mussten ebenso wie alle anderen Beobachter des Spiels von außen mit ansehen, wie teilnahmslos die Gladbacher auf dem Rasen weitermachten und wie sie auch noch das vierte und fünfte Gegentor über sich ergehen ließen.

Als Hütter Herrmann und Embolo nach 29 Minuten ins Spiel brachte, stand es bereits 0:5. Vom Feld gingen Alassane Plea, der von Embolo in der Offensive ersetzt wurde, und Stefan Lainer. Es waren Hütters früheste freiwillige Wechsel in dieser Saison, in Leverkusen und Mainz musste er jeweils verletzungsbedingt vor der Pause tauschen.

Mit Lainers Auswechslung hatten am Sonntagabend die meisten Zuschauer vermutlich gerechnet. „Es hätte jeden treffen können“, sagte Hütter nach dem 0:6-Debakel auf der Pressekonferenz. „Das hatte mit den beiden Spielern überhaupt nichts zu tun, ich hätte jeden austauschen können“, versicherte er.

Dass Lainers Auswechslung trotzdem noch einen Tick eher prognostizierbar war als andere, belegt, wie das Startelf-Comeback des Österreichers verlief. Ehe er einen richtigen Zweikampf führen konnte, waren die ersten beiden Gegentreffer schon über Gladbachs rechte Abwehrseite gefallen. Vor dem 0:1 war es der Freiburger Christian Günter, der sich durchsetzen konnte, vor dem 0:2 kam Lainer gleich zweimal hintereinander nicht in den Zweikampf mit Vincenzo Grifo. Beim 0:3, Borussias erstem von vier Gegentoren nach einer Standardsituation, war es dann auch noch Lainer, der das Abseits aufhob.

Zu Lainers Verteidigung sei gesagt, dass gerade bei den ersten beiden Gegentreffern auch noch Matthias Ginter oder Jonas Hofmann auf dem Flügel beteiligt waren, die die Hereingaben ebenfalls nicht verhindern konnten – hinzu kam das passive Abwehrverhalten der übrigen Borussen im Strafraum. Und Marcus Thuram hätte das 0:3 schon damit verhindern können, erst gar nicht zu einem unnötigen Foul an der Seitenlinie zu greifen. Trotzdem wird sich Lainer selbst eingestanden haben, dass er nach seinem Knöchelbruch noch nicht bereit war, wieder in der Startelf zu stehen. Diese Erkenntnis wird auch Hütter gehabt haben, er korrigierte seine Entscheidung mit Lainers Herausnahme. Vermutlich auch, um diesen ein wenig zu schützen.

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Zwar ist Lainer mittlerweile seit drei Wochen wieder im Mannschaftstraining, ein Startelf-Comeback hatte sich im Training allerdings nicht angedeutet. Lainer fehlte es bei seinem 29-Minuten-Einsatz besonders an Handlungsschnelligkeit und Timing. Darüber hinaus kamen sieben seiner elf Pässe nicht an. Dem 29-Jährigen wird es nicht helfen, dass seine Mitspieler ebenfalls keine Werbung in eigener Sache betreiben konnten. Ob Lainer von Hütter in der Englischen Woche die Gelegenheit bekommt, zu zeigen, dass er es besser kann, bleibt abzuwarten.

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