Nach Startelf-Einsatz gegen München Warum Lainer trotz des Farke-Lobs wieder die Bank droht

Mönchengladbach · Borussias Trainer Daniel Farke lobte nach dem 3:2 gegen die Bayern Rechtsverteidiger Stefan Lainer ausdrücklich, obwohl dieser an beiden Gegentoren maßgeblich beteiligt war. Doch nicht nur diese Fehler dürften dazu führen, dass in Mainz wieder Joe Scally hinten rechts beginnen wird.

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Foto: Dirk Päffgen/Dirk Päffgen (dirk)

Wirklich gefährlich war die Flanke nicht, die in der dritten Minute der Nachspielzeit durch den Gladbacher Strafraum flog. Doch am langen Pfosten machte Stefan Lainer den Ball mit einem unkontrollierten Kopfball erst richtig scharf, sodass die Bayern in Person von Mathys Tel noch zum 2:3 kamen. Dass der Anschlusstreffer keine Auswirkungen mehr auf den Ausgang der Partie hatte, erleichterte alle Borussen – und Trainer Daniel Farke dachte dabei auch an seinen Rechtsverteidiger, der durch seinen Fauxpas noch etwas Spannung in die Schlusssekunden gebracht hatte.

„Es freut mich total für Stevie, dass wir jetzt über die Situationen bei den Gegentoren hinwegsehen können und er endlich seine ersten drei Punkte als Spieler der Startelf feiern kann. Denn Stevie ist ein Topcharakter, der immer Vollgas gibt“, sagte Farke, der dem Österreicher ein „Topspiel“ gegen die Bayern attestierte, aber hinzufügte: „Es ist ein bisschen unglücklich, dass er an beiden Gegentoren beteiligt war. Das ist als Abwehrspieler eben so, da darfst du dir keine Fehler erlauben.“

Beim 1:1 habe es Lainer versäumt, Gegenspieler Alphonso Davies mit einem taktischen Foul frühzeitig zu stoppen, „das Sprintduell kannst du gegen ihn dann nicht gewinnen. Und beim zweiten Tor hätte er den Ball besser zur Ecke geklärt“, sagte Farke. So überlagerten die beiden folgenschweren Fehler Lainers ansonsten grundsolide Leistung beim Startelf-Comeback.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Der 30-Jährige war in die Anfangsformation gerückt, da sein Konkurrent Joe Scally unter der Woche mit Wadenproblemen zu kämpfen hatte und nur das Abschlusstraining mitmachen konnte. Der US-Amerikaner hatte gegenüber Lainer im ersten Saisonteil klar die Nase vorn – ehe Lainer etwas überraschend zum Wiederbeginn in den Spielen gegen Leverkusen und Augsburg den Vorzug erhielt. „Es ist etwas unglücklich für Stevie gelaufen, weil beide Spiele verloren gingen und als Joe dann wieder reingekommen ist, haben wir in Hoffenheim direkt gewonnen. Doch gegen Leverkusen und Augsburg war Stevie eigentlich unser bester Feldspieler“, sagte Farke.

Doch trotz des Lobes für seinen Routinier spricht nicht viel dafür, dass Lainer nun seinen Platz in der Startelf behalten wird, sollte Scally eine normale Trainingswoche vor dem Spiel am Freitag beim FSV Mainz 05 (20.30 Uhr, Dazn) bestreiten können. Lainers Beteiligung an den beiden Gegentoren gegen die Bayern spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Standing, dass sich Scally in den vergangenen Monaten erarbeitet hat.

Der 20-Jährige spielte auch keine durchweg überzeugende Hinrunde: Beim Notenschnitt aus den Einzelkritiken der Rheinischen Post bewegen sich die beiden Rechtsverteidiger auf Augenhöhe. Scally kommt bislang auf eine 3,62, Lainer – bei allerdings auch nur drei benoteten Spielen – auf eine 3,67. Scally ist jedoch der Mann der Zukunft und im Vergleich zu Lainer der etwas agilere und ballsicherere Spieler – der allerdings auch noch viel Verbesserungspotenzial hat.

War gegen die Bayern an beiden Gegentoren beteiligt: Borussias Rechtsverteidiger Stefan Lainer.   Foto: Dirk Päffgen

War gegen die Bayern an beiden Gegentoren beteiligt: Borussias Rechtsverteidiger Stefan Lainer. Foto: Dirk Päffgen

Foto: Dirk Päffgen/Dirk Päffgen (dirk)

Lainer hat bislang nicht derart überzeugen können, dass er derzeit den US-Nationalspieler dauerhaft wieder verdrängen kann. Aktuell stehen die Teamkollegen bei jeweils drei Startelf-Einsätzen im neuen Jahr. Am Freitag dürfte Scally wieder in Führung gehen.

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