Borussias Mittelfeldspieler So wichtig ist Koné als Antreiber

Mönchengladbach · Bei der Hertha wird Borussias Franzose Manu Koné einen anderen Nebenmann auf der Doppelsechs haben, da Stammkraft Julian Weigl gesperrt ist. Konés Job in Berlin bleibt derselbe. Was der 21-Jährige der Mannschaft mit seiner besonderen Art gibt – und wo sich Koné noch steigern kann.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

In der Regel ist Daniel Farke darauf bedacht, gerade seine jüngeren Spieler nicht öffentlich mit Lobeshymnen zu überschütten oder ihnen gar keine Stammplatzgarantie auszusprechen. Bei Manu Koné ist er seinem Prinzip nicht treu geblieben. „Er ist für uns ein Unterschiedsspieler. Eigentlich darfst du das als Trainer gar nicht sagen, aber für mich ist er ‚untouchable‘, weil er uns einfach Energie und Physis gegen den Ball bringt und für sein Alter eine unheimliche Ruhe und Souveränität im Ballbesitz hat“, sagte Gladbachs Coach nach dem 3:1-Erfolg im November gegen den VfB Stuttgart über seinen Sechser, der damals eines seiner stärkeren Saisonspiele abgeliefert hatte.

Unantastbar ist Koné für Farke auch nach den ersten vier Spielen seit dem Re-Start, wenngleich dieser für Koné wie für seine Teamkollegen durchwachsen verlaufen ist. Wenn Gladbach am Sonntag (15.30 Uhr, Dazn) bei Hertha BSC antritt, wird der 21-jährige Franzose – sollte nicht noch etwas Unvorhergesehenes geschehen – wieder eine Position auf der Doppelsechs besetzen.

Jedoch mit einem anderen Partner als gewohnt. Da Julian Weigl wegen seiner fünften Gelben Karte aussetzen muss, ist Christoph Kramer die naheliegende Lösung als dessen Vertreter. Farke könnte sich allerdings auch für Florian Neuhaus entscheiden, wobei die Doppelsechs dann sehr offensiv ausgerichtet wäre.

Der Nebenmann wird in Berlin ein anderer sein für Koné, der Auftrag an den jungen Franzosen aber wie immer: Mit seiner Dynamik soll er als Box-to-Box-Spieler Antreiber sein und den Angriffen der Borussen auch einmal ein einen oder anderen Überraschungsmoment verleihen. In der laufenden Saison ist ihm das mal mehr, mal weniger gut gelungen – ein Auf und Ab, das die gesamte Mannschaft beschäftigt. Koné muss dabei zusätzlich die Erwartungshaltung erfüllen, seine starke Premierensaison in der Bundesliga zu bestätigen. Zudem erhöht jede gute Leistung die Chance, im kommenden Sommer womöglich mit dem begehrten Mittelfeldspieler einen hohen Transfererlös zu erzielen.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Doch fällt Koné im Vergleich zur vorherigen Spielzeit in seinen Leistungen überhaupt signifikant ab, wie es aufgrund mancher Schwankungen mitunter scheint?

Ein Blick auf wichtige Parameter macht das zumindest nicht deutlich. Zwar nahm sowohl die Laufleistung pro 90 Minuten (10,9 zu 11,1 Kilometer) als auch die durchschnittliche Anzahl an Ballkontakten (66 zu 70) und Pässen (46 zu 48) pro Spiel im Vergleich zum Vorjahr leicht ab, doch bedeutend schwächer ist nur seine Zweikampfquote, die um vier Prozentpunkte von 59 auf 55 Prozent zurückgegangen ist. Dafür hat Koné bereits zwölf Vorlagen zu Torschüssen geliefert, in der kompletten vergangenen Saison waren es 13.

Zwei andere Werte belegen eher, dass Konés zweite Spielzeit unterteilt werden kann – in den Part vor und nach seiner Gelbsperre am zwölften Spieltag bei Union Berlin. In den sieben Ligapartien seitdem – es begann mit eben bereits erwähntem 3:1 gegen Stuttgart – gab der 21-Jährige zwölf seiner insgesamt 17 Saison-Torschüsse ab, zudem fallen in diesem Zeitraum neun seiner 16 abgefangenen Bälle.

Koné, dem nach einem überraschend guten Saisonstart durchaus anzumerken war, dass er wie im Jahr zuvor fast die gesamte Vorbereitung verletzt verpasst hatte, ist mit seinem Spiel zuletzt wieder auffälliger geworden, auch wenn längst nicht alles gelingen will. Beim 0:0 gegen Schalke war ihm anzumerken, dass er auch in Phasen, in denen weniger zusammenlief, etwas probierte und riskierte. Dass daraus auch der eine oder andere Ballverlust resultierte, war für seinen Trainer kein großes Problem.

„Manu ist mit seiner Dynamik und seinem Tempo ein Stück weit besonders in unserem Kader. Er kann auch mal den Ball in andere Regionen tragen und einen Gegenspieler ausspielen. Das ist etwas ganz Wertvolles. Aber er ist weiterhin ein junger Spieler, und er trifft nicht immer die richtige Entscheidung. Aber junge Spieler machen Fehler, das gestehen wir ihnen auch zu“, sagte Farke.

Manu Koné bekommt im Spiel bei Hertha BSC einen neuen Nebenmann, da Julian Weigl gesperrt ist.

Manu Koné bekommt im Spiel bei Hertha BSC einen neuen Nebenmann, da Julian Weigl gesperrt ist.

Foto: dpa/Marius Becker

An Torgefahr kann Koné sicherlich  noch zulegen, bislang steht für ihn ein Saisontor zu Buche. Zum Vergleich: Neuhaus kam als Sechser in der Saison 2020/21 immerhin auf sechs Treffer. In Berlin bietet sich Koné die nächste Gelegenheit, um selbst mal wieder zu treffen. Für ihn macht es keinen großen Unterschied, ob Weigl oder Kramer an seiner Seite ist. Bringt er seine Qualitäten als Antreiber ein, ist Borussia auf jeden Fall geholfen.

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