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Gladbach: So ist es Denis Zakaria bei Juventus Turin bislang ergangen

Ex-Borusse in Turin : Zakarias erste Halbserie bei Juventus hätte besser laufen können

Für Denis Zakaria ist die Saison beendet. Wegen eines Muskelfaserrisses wurde der Ex-Gladbach-Profi nicht für die Schweiz nominiert. Das passt zu einer Halbserie bei Juventus Turin, die besser hätte laufen können. Nun ist sogar noch größere Konkurrenz im Anmarsch.

In Vergessenheit geraten ist Denis Zakaria nicht, aber es ist nach seinem Wechsel zu Juventus Turin am „Deadline Day“ Ende Januar doch erstaunlich schnell ruhig geworden um den Schweizer. Er verließ Borussia nach viereinhalb Jahren zwar nicht durch die Hintertür, aber im Führungsvakuum: Zakarias Transfer war der erste nach dem Rückzug von Max Eberl und ging zwei Wochen, bevor dessen Nachfolger Roland Virkus zum Sportdirektor befördert wurde, über die Bühne.

Fein herausgeputzt hatte sich Zakaria für die Vertragsunterzeichnung, in Italien hat man schließlich besonders schnell einen Ruf zu verlieren. Auch das Debüt glückte: Beim 2:0 gegen Hellas Verona stand der 25-Jährige nicht nur in der Startelf, sondern erzielte direkt sein erstes Tor für Juventus. „Verzaubert“ fühlte sich die italienische Presse. Trainer Massimiliano Allegri verpasste Zakaria gleich den Spitznamen „Panther“. „Er kann den Ball mit seinen langen Beinen gut abfangen, er ist ein intelligenter Junge und er versteht schnell, er hat sich sehr gut reingeworfen“, sagte Allegri.

Nach fünf Einsätzen binnen 21 Tagen, einer davon im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Villarreal, wurde Zakaria jedoch jäh von einer Verletzung ausgebremst. Das Rückspiel gegen Villarreal verpasste er, fünf Wochen später das Comeback, im Finale der Coppa Italia konnte und durfte der Mittelfeldmann beginnen, doch im Endspurt der Serie musste Zakaria schon wieder pausieren. Die Saison ist somit für ihn endgültig beendet, ein Muskelfaserriss verhindert Einsätze für die Schweiz bei den anstehenden Nations-League-Spielen. „Leider ist er oft verletzt seit dem Wechsel nach Turin“, sagte Trainer Murat Yakin.

Lob vom Juve-Trainer, Bedauern vom Nationalcoach – in Gladbach wiederum hat Adi Hütter nach dessen Abgang nur selten noch von Zakaria gesprochen. Der hatte sich als „klarster Sechser im Kader“, wie Hütter ihn immer wieder bezeichnete, im Herbst noch einmal unverzichtbar gemacht, war dann aber mit den Teamkollegen untergegangen. Sechs seiner letzten sieben Spiele im Borussia-Trikot verlor Zakaria, darunter die drei Klatschen gegen Köln, Freiburg und Leipzig mit 14 Gegentoren sowie das Pokal-Debakel bei Zweitligist Hannover 96. Einen Spitzenwert hinterließ er dennoch: Schneller als 35,62 km/h (Platz 17 in der Bundesliga) war in der abgelaufenen Saison kein Borusse unterwegs.

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Für Juventus war Zakaria mit einer Sockelablöse über 4,5 Millionen Euro ein Schnäppchen. Weitere 4,1 Millionen können hinzukommen, doch die möglichen Bonuszahlungen werden bislang weder Zakarias Leistungen noch Turins Erfolge ausgereizt haben. Hinter dem italienischen Rekordmeister liegt die schwächste Saison seit elf Jahren, genau wie hinter Borussia, nur in anderen Dimensionen. 70 Punkte brachten Juventus gerade noch Platz vier und damit die erneute Teilnahme an der Champions League.

Dauerhaft Königsklasse zu spielen, war Zakarias großer Traum. Doch er muss erst einmal dauerhaft gesund werden, um so richtig anzukommen bei seinem neuen Klub. Mit Adrien Rabiot versteht sich Zakaria aufgrund der gemeinsamen Muttersprache besonders gut, doch der Franzose ist einer von vielen Mittelfeld-Konkurrenten, die nicht weniger werden dürften. Europameister Manuel Locatelli hat sich in seiner ersten Juve-Saison durchgesetzt, in Fabio Miretto gibt es einen 18-jährigen Shootingstar, und dann halten sich hartnäckig die Gerüchte um eine Rückkehr von Paul Pogba.

Der Vertrag des Weltmeisters von 2018 bei Manchester United läuft Ende Juni aus, er wird gehen. Und für den Fall, dass es nicht klappt mit ihm und Juve, soll es bereits Versuche gegeben haben, Jorginho vom FC Chelsea loszueisen. Um sich in Turin durchzusetzen, wird Zakaria an das Weltklasse-Niveau aus der Saison 2019/20 anknüpfen und das Verletzungspech abstreifen müssen, das ihn seitdem immer wieder ereilt.

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